Samstag, 22. Oktober 2016
Sonntag, 9. Oktober 2016
62. WoMo-Fahrt "Saisonfinale mit Frank Zappa"
8. Oktober bis 9. Oktober 2016
Vill-Hard(Vorarlberg)-Innsbruck - 402km
Die
Fahrt geht schnurstracks über die Autobahn, von Innsbruck aus sind es ziemlich
genau 200 Kilometer nach Hard. Wir nehmen heute natürlich den Arlberg-Tunnel,
denn es schneit am Arlberg und da ist unsere Schnecke mit ihren Sommer-Socken
fehl am Platz.
Nach
knapp drei Stunden rollen wir am Gelände des Veranstaltungsortes vor und parken
uns direkt vor dem Eingang des „Kammgarn“ ein. Der Name kommt daher, dass hier
einmal eine Kammgarn-Fabrik untergebracht war. Heute findet man in den alten
Mauern ein modernes Kulturzentrum mit Bühne, es gibt Platz für gut 150 Leute,
Getränke und kleine Speisen gibt’s natürlich auch.
Zuerst
gilt es aber noch, die vegetativen Systeme des Körpers mit möglichst
schmackhafter Nahrung aufrecht zu erhalten – also greifen wir zum Handy und
rufen einen Lieferservice an. Zufällig landen wir einen Volltreffer, denn
Google meldete uns zahlreiche Anbieter und wir haben einfach das Bauchgefühl
entscheiden lassen. Keine
40 Minuten später wird das Gewünschte schön heiß direkt zur WoMo-Tür geliefert
und alles schmeckt ausgezeichnet. Jörg isst hauptsächlich vegetarisch und hat
seine Käse-Pizza bis zum letzten Krümel aufgefuttert. Ilse hat sich knuspriges
Hackfleisch im Fladenbrot servieren und schmecken lassen – Gernot hat mit
seinem Zwiebel-Rostbraten ebenfalls eine perfekte Wahl getroffen. Dazu
eiskaltes Bier aus dem Kühlschrank für die Männer und einen gespritzten
Weißwein für Ilse – phantastisch.
Noch
vor dem Konzert sind wir mit dem Veranstalter ins Gespräch gekommen – wir
werden uns bemühen, dass „Banned from Utopia“ auch einmal in Innsbruck auftreten
können. Gernot kennt ein wenig den Chef vom „Treibhaus“, dem heimischen
Kultur-Topspot und dem kann man diese Vollblut-Musiker besten Gewissens
empfehlen. Ilse hat dann dem Veranstalter gleich noch ein T-Shirt abgekauft –
siehe da, es kostete für uns nur 15 statt der angeschriebenen 25 Euro. Und das
Konzert-Plakat haben wir überhaupt geschenkt bekommen – lässig.
In
der Pause haben wir uns für ein paar Minuten ins WoMo verfügt, schnell ein
Privat-Bierchen zu uns genommen und rasch wieder zurück zur Bühne.
Kurz
vor dem Ende unserer letzten Ausfahrt im Jahr 2016 haben wir dann bei Zirl noch
einen runden Tachometerstand „feiern“ können – unser braves Häuschen ist jetzt
stramme 190.000 Kilometer unterwegs gewesen. Wir haben sogar ein Erinnerungs-Foto
davon gemacht.
Vill-Hard(Vorarlberg)-Innsbruck - 402km
Samstag, 8. Oktober 2016
Tatsächlich
haben wir unser WoMo noch einmal aus seiner großen Scheune geholt, wir werden
nach Vorarlberg fahren. Genau gesagt nach Hard bei Bregenz, dort wird am Abend
ein Konzert gespielt, das wir uns nicht entgehen lassen können. Aber der Reihe
nach.
Gegen
Mittag fahren wir zum Abstellplatz unseres treuen Gefährts, packen ein paar
Kleidungsstücke, Getränke und kleine Snacks ein und machen uns auf den Weg.
Vorher holen wir noch unseren Freund Jörg ab, er wird uns nach Vorarlberg
begleiten.
Die
Fahrt geht schnurstracks über die Autobahn, von Innsbruck aus sind es ziemlich
genau 200 Kilometer nach Hard. Wir nehmen heute natürlich den Arlberg-Tunnel,
denn es schneit am Arlberg und da ist unsere Schnecke mit ihren Sommer-Socken
fehl am Platz.
Nach
knapp drei Stunden rollen wir am Gelände des Veranstaltungsortes vor und parken
uns direkt vor dem Eingang des „Kammgarn“ ein. Der Name kommt daher, dass hier
einmal eine Kammgarn-Fabrik untergebracht war. Heute findet man in den alten
Mauern ein modernes Kulturzentrum mit Bühne, es gibt Platz für gut 150 Leute,
Getränke und kleine Speisen gibt’s natürlich auch.
Ab
20 Uhr 30 werden sich hier am Abend die Musiker von „Banned from Utopia“ die
Ehre geben. Die meisten Mitglieder der Rock-Formation vereint, dass sie einst für
Frank Zappa gespielt haben, was zum Teil gut 40 Jahre zurück liegt. In einem
dementsprechend fortgeschrittenen Alter befinden sich die Musiker – Ray White,
Tom Fowler, Robert Martin und Albert Wing sind alle jenseits der 65 Jahre.
Gernot ist seit Jahrzehnten ein Liebhaber der Musik von Frank Zappa,
mittlerweile stapeln sich über 200 LP’s und mehr als 30 CD’s in den Regalen
daheim. Daher sind Auftritte der ehemaligen Zappa-Bandmitglieder sozusagen
Pflichtprogramm für uns – wie schauen uns die „Banned from Utopia“ heute zum
dritten Mal an.
Zuerst
gilt es aber noch, die vegetativen Systeme des Körpers mit möglichst
schmackhafter Nahrung aufrecht zu erhalten – also greifen wir zum Handy und
rufen einen Lieferservice an. Zufällig landen wir einen Volltreffer, denn
Google meldete uns zahlreiche Anbieter und wir haben einfach das Bauchgefühl
entscheiden lassen. Keine
40 Minuten später wird das Gewünschte schön heiß direkt zur WoMo-Tür geliefert
und alles schmeckt ausgezeichnet. Jörg isst hauptsächlich vegetarisch und hat
seine Käse-Pizza bis zum letzten Krümel aufgefuttert. Ilse hat sich knuspriges
Hackfleisch im Fladenbrot servieren und schmecken lassen – Gernot hat mit
seinem Zwiebel-Rostbraten ebenfalls eine perfekte Wahl getroffen. Dazu
eiskaltes Bier aus dem Kühlschrank für die Männer und einen gespritzten
Weißwein für Ilse – phantastisch.
Bestens
gestärkt sind wir dann gegen 19 Uhr 30 ins „Kammgarn“ reingegangen – da waren
doch tatsächlich schon alle Tische vor der Bühne besetzt. Bis jetzt haben wir
jeweils einen dieser begehrten Tische ergattert, heute mussten wir an der Seite
Platz nehmen. Das hat sich dann sogar als veritabler Glücksfall herausgestellt,
denn so konnten wir bequemer lümmeln, als das auf den Plastiksesseln möglich
gewesen wäre. Und wir hatten direkt vor uns einen Stehtisch in Beschlag
genommen, dort konnten wir fein unsere Getränke abstellen.
Noch
vor dem Konzert sind wir mit dem Veranstalter ins Gespräch gekommen – wir
werden uns bemühen, dass „Banned from Utopia“ auch einmal in Innsbruck auftreten
können. Gernot kennt ein wenig den Chef vom „Treibhaus“, dem heimischen
Kultur-Topspot und dem kann man diese Vollblut-Musiker besten Gewissens
empfehlen. Ilse hat dann dem Veranstalter gleich noch ein T-Shirt abgekauft –
siehe da, es kostete für uns nur 15 statt der angeschriebenen 25 Euro. Und das
Konzert-Plakat haben wir überhaupt geschenkt bekommen – lässig.
Dann
– pünktlich um 20 Uhr 30 wurde das Licht im Publikumsraum gedämpft und die Band
trat auf. Sie zündeten ein musikalisches Feuerwerk der Extraklasse und es
folgte eine Frank Zappa Nummer nach der anderen. Alles absolut perfekt
interpretiert und geprägt von fast schon unheimlicher Virtuosität und
Spiel-Lust zeigten die „alten Herren“, wo der Rock & Roll-Hammer hängt. Ein
Traum! Auch die Gesang-Parts von Ray White und Robert Martin waren mehr als nur
beeindruckend – es scheint, als hätten sie nichts von ihrer Stimmgewalt
verloren. Vor allem Ray White verblüffte mit ungeheurer Power – wie in seinen
besten Zeiten.
In
der Pause haben wir uns für ein paar Minuten ins WoMo verfügt, schnell ein
Privat-Bierchen zu uns genommen und rasch wieder zurück zur Bühne.
Auch
der zweite Teil des Konzertes war unfassbar gut gespielt, es ist jetzt auch ein
relativ junger E-Gitarrist (um die 30 Jahre alt) in der Band, der sich die
gewagtesten Zappa-Soli zugetraut hat, teilweise fünf Minuten lang.
Phantastisch, da hätte wohl auch Frank Zappa selbst zumindest eine Augenbraue
gehoben, als des Meisters höchstes Zeichen der Anerkennung.
Jedenfalls
endete der Abend mit einer exzellenten Version von „Sofa“ – Ray White hat den
bekannten Song auf Deutsch gesungen. Wahnsinn.
Nachdem
der letzte Ton verklungen war, folgte noch ein ganz besonderer Höhepunkt für
uns – Gernot konnte der Band die Song-List für diesen Abend abbetteln.
Unglaublich eigentlich – jetzt waren wir zum dritten Mal bei einem Auftritt der
„Banned from Utopia“ dabei und wir haben es jedes Mal geschafft, uns die
Song-List zu greifen. Fast schon unverschämt, denn auch andere Fans „spitzen“
auf dieses ganz besondere Souvenir. Aber – wir waren wieder die Schnellsten –
heute eben Gernot, die beiden Male zuvor hat Ilse zugeschlagen – eine der
Song-Lists hat sie damals sogar direkt aus der Luft aufgefangen.
Nach
dem Konzert ist Gernot dann mit ein paar Zappa-Fans ins Gespräch gekommen,
vielleicht fahren wir kommendes Jahr einmal auf einen der Zappa-Abende, die sie
regelmäßig veranstalten. Ilse hat sich derweil unseren Packen an Zappa-Alben
geschnappt (natürlich nur die Covers, die LP’s sind daheim geblieben), um sie von
den Musikern unterschreiben zu lassen. Auch unser Zappa-Autogramm-Bild haben
wir wieder mit dabei – inzwischen haben auf dem Foto 15 (!!) ehemalige
Band-Mitglieder Frank Zappas unterschrieben. Ein ganz besonderes Sammelstück!
Auch auf den Covers finden sich zum Teil mehrere Autogramme von Musikern, die
darauf zu hören sind. Sicher mehr als 30 Zappa-Platten sind inzwischen durch
die Unterschriften veredelt, da lacht natürlich Gernots Sammler-Herz.
Ziemlich
erschöpft und immer noch einigermaßen geplättet vom Wahnsinns-Sound sind wir
dann gegen Mitternacht in unser schön vorgeheiztes Häuschen geschlurft, die
sieben Schritte vom Haupteingang des „Kammgarn“ bis zur WoMo Tür schafften wir
aber noch. Dann noch ein fesches Gute-Nacht-Bierchen und keine Viertelstunde
später sind wir schon alle in unseren Betten gelegen. Die Heizung haben wir die
ganze Nacht über laufen lassen – so viel Luxus darf sein.
Sonntag, 9. Oktober 2016
Es
wird nach 9 Uhr gewesen sein, als wir aus den Federn gekrochen sind. Im WoMo
war es wohlig warm, wir haben gut und gern 22 Grad gemessen. Schnell waren wir
zusammengepackt und haben uns dann auf den Weg Richtung Autobahn gemacht.
An
der Raststation Hohenems haben wir dann – das dritte Mal heuer – unseren Kaffee
zubereitet und mit frischem Gebäck aus dem Restaurant ein feines Frühstück
genossen. Derart gut gestärkt haben wir dann den Heimweg nach Innsbruck
angetreten. Das Wetter ist ideal zum Fahren – praktisch kein Verkehr, kein
Regen und nach dem Arlberg-Tunnel lachte schon die Tiroler Sonne vom Himmel.
Kurz
vor dem Ende unserer letzten Ausfahrt im Jahr 2016 haben wir dann bei Zirl noch
einen runden Tachometerstand „feiern“ können – unser braves Häuschen ist jetzt
stramme 190.000 Kilometer unterwegs gewesen. Wir haben sogar ein Erinnerungs-Foto
davon gemacht.
In
Pradl haben wir dann Jörg aussteigen lassen und dann hat unser WoMo das letzte
Mal für heuer sein Quartier angesteuert.
Das
war’s also mit der Saison 2016 – wir sind heuer sehr viel unterwegs gewesen und
wenn alles passt, dann wird das im kommenden Jahr nicht anders sein. Bis dahin
heißt es jetzt warten, warten, warten – vor April 2017 werden wir wohl nicht
Ancampen können. Mal sehen…
Montag, 26. September 2016
61. WoMo-Fahrt "wahrscheinlich endgültig abcampen"
23. September bis 26. September 2016
Vill-Innsbruck-Zirl-Kesselberg-Innsbruck - 158km
Nach
einem Vormittags-Pasch haben wir uns dann wieder ins Restaurant verfügt, Ilse
hat sich Bratkartoffeln mit Spiegeleiern bestellt und Gernot hat dem Seelachs in
der Kartoffel-Panade den Vorzug gegeben. Wieder ausgezeichnet – doch beim
Servieren merkten wir überdeutlich, dass vor allem Luis endgültig urlaubsreif
ist – denn er legte Ilse das Besteck gleich doppelt auf. Aber Gitti und Luis
haben es für heuer bald geschafft, knapp drei Wochen noch und dann können die
beiden wieder eine Zeit lang durchschnaufen.
Heute
ist es weit weniger neblig als gestern, schon ab 9 Uhr scheint die Sonne vom
Himmel. Wir starten in diesen schönen Tag mit einem Frühstück im Restaurant –
das wird für heuer mit Sicherheit unser letzter Tag am Campingplatz Kesselberg
sein. Wir plaudern ausgiebig mit Gitti und Luis, es ist wie gesagt nicht mehr
allzu viel los am Platz, also haben die beiden ein wenig mehr Zeit, um sich zu
unterhalten.
Vill-Innsbruck-Zirl-Kesselberg-Innsbruck - 158km
Freitag, 23. September
2016
Als
wir vor zwei Wochen nach unserer 60. WoMo-Reise unser treues Häuschen zurück in
seine Garage brachten, hätte das ohne weiteres die letzte Fahrt für heuer sein
können. Hätte! Denn das Wetter versprach an diesem Wochenende so schön zu
werden, dass wir Schneckchen noch einmal ans Tageslicht beförderten.
Ilse
hatte am Freitag noch bis 13:15 Unterricht zu halten, also ist sie von Gernot
mit dem reisefertigen WoMo direkt vom Schulhaus abgeholt worden. Unser Ziel war
klar – noch einmal zum Kesselberg, noch einmal raus zu Gitti und Luis an den
Kochelsee. Wir haben auch ein kleines Geschenk mit – Gernot hat ja bereits
angekündigt, dass er einmal eine „Ode an die Haxe“ schreiben würde, um die
außergewöhnliche Grill-Kunst von Luis entsprechend zu würdigen. Im Laufe der
vergangenen Woche hat Gernot seine Ankündigung in die Tat umgesetzt, wir haben
die „Ode an die Haxe“ ausgedruckt und gerahmt, sie hängt jetzt in der
Grillhütte vom Luis.
![]() |
| ...wenn ihr riechen könntet hmmmmmm |
Ode an
die Haxe
Entschuldige,
Du liebes Schwein,
aber man
musste Dich erschießen.
Denn
lebend, ich hoffe Du siehst das ein,
kann ich
Dich nicht genießen.
Ich mag
fast jedes Teil von Dir,
am
wenigsten noch die Flachsen.
Und am
allerbesten schmecken mir,
Deine
knusprig gegrillten Haxen.
Stundenlang
wirst Du gebraten
und um
die eigene Achse gedreht.
Nur dann
kannst Du so gut geraten,
dass mir
Hören und Sehen vergeht.
Natürlich
braucht es auch einen Meister,
der Dich
gekonnt grillt, aber auch schonend.
Am
Kesselberg gibt’s den, Luis Perkmann heißt er,
ein
Besuch dort ist wirklich lohnend.
So gut
wie der Luis grillt wirklich keiner,
das
braucht man selber gar nicht probieren.
Und nach
dem Essen fragt sich mancher einer:
Wie lang
muss man dafür trainieren?
Und
liegst Du Haxe vor mir auf dem Teller,
mit
Deinen knusprig gebratenen Schwarten,
dann
schlägt mein Gourmet-Herz höher und schneller
und ich
will nicht mehr länger warten.
Es
klingt fast wie eine Explosion,
wenn ich
Deine Schwarte durchtrenne,
für mich
ist dieser krachende Ton,
einer
der schönsten, den ich kenne.
Und
sofort erfüllst Du den ganzen Raum,
mit
Deinem so herrlichen Duft.
Deine
Röst-Aromen sind wirklich ein Traum
und
liegen noch lang in der Luft.
Kaum hab
ich den ersten Bissen im Mund,
nimmt
Dein Geschmack mich voll in Beschlag.
Und das
ist sicherlich auch der Grund,
warum
ich Dich Haxe so mag.
Dein
Fleisch, liebe Haxe, ist derart zart,
das
lässt sich nur ganz schwer beschreiben.
Das
fiele sogar dem Herrn Goethe hart,
darum
lass ich es besser bleiben.
Haxe, Du
bist kalorienreich,
das weiß
jeder, der auf Dich steht.
Und
deshalb sag ich es lieber gleich:
Du
eignest Dich nicht als Diät.
Dich
Haxe genießen, ist ein Gedicht
doch Du
bist Alptraum für jeden Veganer.
Es isst
Dich auch der Vegetarier nicht
und
schon gar nicht der Mohammedaner.
Die
wissen wohl nicht, was ihnen entgeht,
aber zum
Genuss kann man niemanden zwingen.
Und wer
sich als Hauptmahlzeit Schwarzwurzeln brät,
lässt
sich nie eine Schweins-Haxe bringen.
Doch ich
will weiter Dein Liebhaber sein,
werde
die Lust auf Dich niemals verlieren.
Danke
noch mal, Du liebes Schwein,
leider
kann ich mich nicht revanchieren.
Unsere
Lieblings-Campingplatz-Betreiber haben sich über unser Mitbringsel gefreut, das
ist die Hauptsache.
Kaum
hatten wir uns am Campingplatz häuslich eingerichtet, mussten wir schon wieder
umparken, denn ausgerechnet unser Platz war reserviert. Kein Problem, wir
mussten ja nur das Stromkabel abstecken, die Fenster schließen und ein paar Mal
reversieren.
An
diesem Wochenende sind wir wieder mal direkt zum See runter gefahren, sonst
stehen wir lieber in der Nähe des Sanitärhauses, das erspart uns weite Wege.
Gleich
einmal nach unserer Ankunft haben wir einen gemütlichen Pasch gemacht und uns
danach ein wenig niedergelegt. Das Wetter ist schön, die Sonne scheint, von
Sommerhitze ist aber natürlich nichts mehr zu spüren – ist ja auch schon
Herbst.
Am
Abend sind wir dann essen gegangen, Ilse ist an den Schinkennudeln nicht vorbeigekommen, Gernot hat sich ein
Cordon Bleu einverleibt. Beides sehr gut. Übrigens wird es morgen nicht – wie
am Samstag üblich – Hendl und Haxe geben, Luis hat die Grillsaison für dieses
Jahr beendet, es sind einfach zu wenige Gäste am Platz. Wurscht – die
Speisekarte gibt auch sonst noch genug her.
Nach
einem kleinen Verdauungsspaziergang über den Platz sind wir dann ins Häuschen
zurück, haben gequatscht, Musik gehört und natürlich später noch einen Pasch
ausgespielt. Die Nacht verspricht einigermaßen frisch zu werden, im Radio reden
sie von ca. 8 Grad Frühtemperatur. Uns kann’s egal sein, mit unserer Heizung
sind wir auf der sicheren Seite.
Samstag, 24. September
2016
Tatsächlich
ist die Temperatur in der Nacht auf 8 Grad abgesackt, wenigstens 8 Grad Plus.
Gleich nach dem ersten Aufwachen hat Ilse die Heizung aufgedreht und binnen
kürzester Zeit hatten wir im Schneckchen mollige 23 Grad. Fein!
Draußen
ist es total neblig, man sieht keine 50 Meter, trotzdem lässt sich schon
erahnen, dass das auch heute ein schöner Tag werden wird. Frühstück nehmen wir
immer im Restaurant zu uns und danach sind wir erst mal zurück ins warme
Häuschen.
Im
Lauf des Vormittags haben sich dann auch die letzten Nebelschwaden verzogen und
die Sonne strahlte ungetrübt vom Himmel. Das nutzten wir für einen kleinen
Spaziergang – wir haben ein wenig den Kletterern zugeschaut und sind mindestens
800 Meter zu Fuß gegangen. Chapeau!
Nach
einem Vormittags-Pasch haben wir uns dann wieder ins Restaurant verfügt, Ilse
hat sich Bratkartoffeln mit Spiegeleiern bestellt und Gernot hat dem Seelachs in
der Kartoffel-Panade den Vorzug gegeben. Wieder ausgezeichnet – doch beim
Servieren merkten wir überdeutlich, dass vor allem Luis endgültig urlaubsreif
ist – denn er legte Ilse das Besteck gleich doppelt auf. Aber Gitti und Luis
haben es für heuer bald geschafft, knapp drei Wochen noch und dann können die
beiden wieder eine Zeit lang durchschnaufen.
Den
Nachmittag verbrachten wir gemütlich im WoMo, wir haben Radio gehört, gespielt
und uns dann wie üblich ein wenig niedergelegt. Campen darf ruhig auch einmal
erholsam sein, man muss der Welt nicht jeden Tag mit Gewalt einen Haxen
ausreißen, wie man so sagt…
Dann
war eh schon wieder Zeit zum Abendessen – heute ist der Luis der Küchenchef,
quasi der „Maestro della Cucina“, denn Köchin Elisabetta hat bereits die
Heimreise in Richtung Polen angetreten. Gernot hat sich die Menüwahl heute
einfach gemacht und auch am Abend den Seelachs gegessen, Ilse hat sich mit
einer Currywurst zufrieden gegeben.
Dann
sind wir ins WoMo zurück, erst mal das Essen ein wenig sacken lassen. Direkt
neben uns hat sich im Laufe des Abends dann eine Gruppe VW-Bus-Camper formiert,
alles Allrad-Fahrzeuge. Sie haben sich schnell eine Art „Wagenburg“
eingerichtet und dann ist es ziemlich hoch hergegangen – mit Bier, Wein und
Lagerfeuer.
Prinzipiell
haben wir allergrößtes Verständnis für feierwillige Camper, sozialer Lärm stört
uns praktisch nie, lautes Lachen finden wir höchstens ansteckend. Was bei
VW-Bus-Campern aber zum veritablen Alptraum werden kann, sind die Schiebetüren
ihrer Fahrzeuge. Luis hat das mal so auf den Punkt gebracht: „Für mich hört es
sich immer so an, als hätte jeder VW-Bus 50 Schiebetüren.“ Vor allem natürlich
deshalb, weil VW-Bus-Camper die Angewohnheit haben, diese Schiebetüren alle
paar Minuten zu öffnen und unmittelbar danach wieder mit dem bekannten Geräusch
ins Schloss fallen zu lassen. Drei VW-Busse mit 50 Schiebetüren, das ergibt 150
Möglichkeiten, sich dieses ätzende Geräusch unzählige Male am Tag anzuhören.
Und
so war es dann auch – bis knapp vor Mitternacht vergingen nie zehn Minuten, in
denen KEINE Schiebetür zugeworfen wurde – echt nervig. Dazu kommt noch das
Lagerfeuer am Platz – jedes Fahrzeug hier hat Flüssiggas an Bord, da wirkt
heftiger Funkenflug nicht sehr beruhigend. Wie auch immer – kurz vor 24 Uhr ist
Luis dann angeradelt gekommen und hat dem Spuk – höflich aber bestimmt – ein
jähes Ende bereitet. Brav!
So
konnten wir dann endlich unseren Schlaf finden und eine ruhige Nacht
verbringen.
Sonntag, 25. September
2016
Heute
ist es weit weniger neblig als gestern, schon ab 9 Uhr scheint die Sonne vom
Himmel. Wir starten in diesen schönen Tag mit einem Frühstück im Restaurant –
das wird für heuer mit Sicherheit unser letzter Tag am Campingplatz Kesselberg
sein. Wir plaudern ausgiebig mit Gitti und Luis, es ist wie gesagt nicht mehr
allzu viel los am Platz, also haben die beiden ein wenig mehr Zeit, um sich zu
unterhalten.
Später
kommt dann noch die Polizei auf den Platz, sie suchen einen französischen
Camper, der mit seinem WoMo einen Unfall gehabt und Fahrerflucht begangen hat.
Sie finden ihn aber nicht, also ziehen sie unverrichteter Dinge wieder ab.
Wir
verbringen unsere letzten Stunden mit einem Pasch, räumen danach unser Häuschen
zusammen und ziemlich genau um 12 Uhr rauschen wir ab.
Die
Fahrt zurück nach Innsbruck ist reine Routine, wir sind diesen Weg mehr als
dreißig Mal gefahren, da kann uns nichts mehr wirklich überraschen. Der Verkehr
ist vor allem in Richtung Deutschland ziemlich stark, wir haben hingegen
keinerlei Probleme und fahren ohne jeden Stau nach Hause.
Als
wir unser Schneckchen in seiner Garage parken, wissen wir immer noch nicht, ob
das jetzt für heuer die letzte Fahrt gewesen ist. In knapp zwei Wochen ist in
Hard/Vorarlberg ein Konzert, das wir uns anschauen werden. Und wenn das Wetter passt,
dann fahren wir mit dem WoMo raus – mal sehen. Noch schaut der Wetterbericht
relativ gut aus, aber für zwei Wochen im Voraus gibt’s natürlich keine sicheren
Prognosen…
Sonntag, 11. September 2016
60. WoMo-Fahrt "vielleicht abcampen"
9.9. bis 11.9.2016 - 157km
Langsam
aber sicher geht für uns die WoMo Saison 2016 zu Ende, heuer sind wir so oft weggefahren,
wie noch in keinem Jahr vorher – alles
mit eingerechnet, waren wir wohl über ein Dutzend Mal weg. Noch ist Schneckchen
aber nicht endgültig eingewintert, dafür ist das Wetter einfach viel zu schön.
Also noch mal raus zum Kochelsee, Gitti und Luis einen letzten Besuch 2016
abstatten. Insgesamt wird das unsere 60. WoMo Fahrt werden, ein schönes
Jubiläum. Ob es die letzte Fahrt für heuer wird? Wir wissen es noch nicht, mal
schauen…
Freitag,
9. September 2016
Für
Ilse sind die Ferien vorbei, seit Montag ist sie wieder jeden Tag an ihrer
Schule. Von dort wird sie Freitag kurz nach Mittag von Gernot abgeholt –
natürlich mit reisefertigem Wohnmobil. Wobei – reisefertig ist unser Häuschen
während der Saison sowieso immer, es gilt halt Getränke zu kaufen und eventuell
frische Wäsche einzupacken. Zum Kesselberg nehmen wir nicht einmal Milch mit,
weil wir uns dort nie einen Kaffee kochen, wir gehen immer zu Gitti und Luis
frühstücken.
Tanken
müssen wir auch nicht, wir haben noch einiges an Diesel vom Gardasee im Tank,
für die hin und retour 160 Kilometer reicht’s allemal.
Heute
müssen wir unserem WoMo am Zirlerberg nicht mal eine Pause gönnen und fahren
die steile Straße in einem Stück durch. Es herrscht ordentlich Verkehr, wir
werden aber nicht aufgehalten. Und so rollen wir schon eine knappe Stunde
später am Campingplatz Kesselberg vor und werden wie immer herzlich begrüßt.
Wir
suchen uns einen Platz, kein Problem, es ist nicht mehr Hochsaison. Schnell
sind wir eingerichtet, heute brauchen wir nicht mal die Kabeltrommel zum
Einsatz bringen – wir stehen so nah am Stromkasten, dass unser Ersatzkabel mit
seinen 10 Metern Länge ausreicht.
Weil
wir noch nichts gegessen haben, setzen wir uns ins Restaurant und lassen uns
Rührei mit Schinken (Ilse) und Schweizer Salat (Gernot) schmecken. Und wir
reservieren zeitgerecht für den morgigen Grillabend ein halbes Hendl und eine
Schweine-Haxe.
Dann
geben wir uns wieder für eineinhalb Stunden unserem Lieblingsspiel hin und
machen einen lässigen Pasch. Danach ist eine kleine Siesta angesagt – Nichtstun
kann nicht schaden.
Wir
schlunzen bis in den frühen Abend hinein und gehen dann die paar Schritte ins
Restaurant. Gernot freut sich wieder über den Seelachs in der Kartoffelpanade,
Ilse bestellt sich Reibertatschi (Kartoffel-Puffer) mit Salat. Sehr gut wieder
alles zusammen, bei Gitti, Luis und vor allem bei Köchin Elisabetta gibt es
wirklich nie etwas auszusetzen, in all den Jahren nicht.
Schön
abgefüllt begeben wir uns zurück ins WoMo, spielen uns noch einen Pasch aus und
haben eine feine Zeit. So soll’s sein…
Samstag,
10. September 2016
Wir
wissen längst, dass wir am Campingplatz Kesselberg immer besonders gut schlafen
und so war es auch in dieser Nacht. Muss an der guten Luft liegen oder an der
Ruhe. Obwohl, untertags kann es ganz schön laut werden, denn der Kesselberg ist
mit seinen zahlreichen Kurven ein wahres El Dorado für Motorradfahrer, die ihre
Maschinen lautstark über den Asphalt heizen. Uns stört das gar nicht, hört sich
schon geil an, wenn die ihre Motoren hochdrehen. Dabei ist eigentlich
Fahrverbot für Motorräder am Wochenende, das dürfte aber – der Geräuschkulisse
nach zu urteilen – nicht sonderlich streng überwacht werden.
Nach
einem feinen Frühstück haben wir unseren Blog ein wenig bearbeitet, einige
Einträge mussten noch Korrektur gelesen werden. Am frühen Nachmittag hat sich
dann ein dezentes Hüngerchen gemeldet und wir sind erneut ins Restaurant
gegangen. Ilse hat sich Weißwürste und eine Breze bestellt und genossen, Gernot
hat mit seinen Spaghetti Bolognese ebenfalls einen guten Griff getan.
Anschließend
sind wir zum WoMo zurück, Ilse hat ein bisschen was für die Schule vorbereitet,
Gernot hat am Computer gearbeitet. Aber nicht lange – denn dann haben wir
wieder einen Pasch gemacht. Danach noch eine kleine Mütze voll Schlaf genossen,
dann war es eh schon an der Zeit, wieder ins Restaurant zu gehen. Am Kesselberg
entwickeln wir uns regelmäßig zu richtigen Fresssäcken, sonst gehen wir
praktisch nie irgendwo zwei Mal täglich essen.
Das
wunderbar zarte Grillhendl und die sagenhafte Schweins-Haxe sind eh schon genug
gelobt worden, Gernot wird vielleicht einmal eine „Ode an die Haxe“ reimen…
Besser grillen kann man nicht mehr, wenn die Hendln und Haxen serviert werden,
ist es im Restaurant beinahe andächtig still und es ist höchstens das Klappern
von Besteck zu vernehmen. Luis geht die ganze Zeit mit einem breiten Grinsen im
Gesicht durch sein Lokal, wird pausenlos für seine Grillkünste gelobt, das
taugt ihm natürlich. Mit Recht!
Wirklich
bis zum Anschlag angefüllt – es hätte nicht mal mehr ein Pfefferminz-Blättchen
Platz gehabt – sind wir in unser Häuschen gegangen und haben uns noch einen
feinen Abend gemacht. Leicht möglich, dass wir heute das letzte Mal für dieses
Jahr im WoMo schlafen werden, das wäre auch o.k.
Am
Abend ist dann plötzlich starker Wind aufgekommen, offenbar ein Föhnsturm, denn
ab 21 Uhr ist die Außentemperatur noch einmal von 19 auf 21 Grad angestiegen.
Der Wind hat dann die ganze Nacht über nicht nachgelassen, geregnet hat es aber
nicht. So haben wir uns vom Sturm in den Schlaf wehen lassen, unser Häuschen
hat teilweise stark geschwankt, ganz so, als wären wir damit auf offener See
unterwegs. Gott bewahre!
Sonntag
11. September 2016
Ein
guter Tag beginnt mit einem guten Frühstück, also beginnen am Campingplatz
Kesselberg alle Tage gut. Gestern haben uns Gitti und Luis einen Einblick in
ihre beeindruckende Familiengeschichte gegeben und das hat uns die lieben
Perkmanns noch näher gebracht – Gitti und Luis sind uns echte Freunde geworden.
Wir werden auch heuer wieder gemeinsam auf den Tommele Hof nach Südtirol zum
Törggelen fahren und wir freuen uns alle schon sehr darauf. Es wird wohl der
30. Oktober werden, wahrscheinlich werden Nadja und Christian auch wieder
mitkommen – das Törggelen am Tommele Hof ist ja fast schon so was wie
Zimmermannsche Familientradition, einige Jahre lang machen wir das nun schon
hintereinander.
Nach
dem Frühstück sind wir mit einer Semmel von gestern zum See runter gegangen, um
das Stück Brot noch sinnvoll zu verwerten. Eine einzelne Ente war zu sehen, die
ist dann gleich direkt zu uns hergeschwommen und hat sich alleine die ganze
Semmel einverleibt. Das wird sie wohl gut über den Tag gebracht haben…
Nach
einem gepflegten Vormittags-Pasch haben wir dann routiniert unser WoMo
reisefertig gemacht – zack den Strom abgesteckt, zack, Umarmungen mit Gitti,
Luis und Elisabetta und zack, weg waren wir. Die weniger als 80 Kilometer nach
Innsbruck findet unser WoMo nun schon fast von allein, ab Zirl mussten wir dann
auf die Bundesstraße ausweichen, denn unsere 2-Monats-Vignette für die Autobahn
ist abgelaufen. So konnten wir noch in Kematen bei der Großbäckerei Ruetz
vorbeifahren und uns mit frischem Brot eindecken.
Kurz
vor der Garage unseres Häuschens haben wir dann noch unseren Frischwassertank
abgelassen, wer weiß, ob wir heuer noch einmal wegfahren.
Mit
ein bisschen Wehmut haben wir unser treues WoMo dann in seinem Quartier
zurückgelassen – gut möglich, dass es jetzt sechs, sieben Monate Winterschlaf
vor sich hat. Wir werden sehen…
Sonntag, 4. September 2016
59. WoMo-Fahrt "Noch einmal ans Meer der Tiroler""
Innsbruck-Gardasee-Innsbruck
o1.o9. bis o4.o9.2016 - 595km
Nach
unserer Rückkehr aus Holland haben wir Schneckchen zurück in seine Garage
gebracht, die Vespa haben wir gar nicht erst abgeladen, denn es wird sehr bald
wieder weitergehen.
Zuvor
haben wir einige wichtige Dinge zu erledigen, dafür brauchen wir ein paar Tage.
Außerdem kommen Nadja und Christian von ihrem Urlaub in Portugal/Spanien zurück
und wir werden sie am Flughafen Innsbruck abholen. So war es dann auch – den
beiden geht’s prächtig, die drei Wochen Urlaub haben ihnen gut getan und alles
gegeben, was sie sich davon erwartet haben – so soll’s sein...
Kaum
waren Nadja und Christian wieder daheim in ihrer Wohnung, sind wir
schnurstracks und direkt zu unserem WoMo gedüst und haben es aus seiner Scheune
geholt. Morgen geht’s wieder auf Fahrt – wir werden zum Gardasee runter
cruisen, dem „Meer der Tiroler“.
Donnerstag, 1. September
2016
Wenn
es unter der Woche in Richtung Italien geht, dann versuchen wir immer so früh
als möglich loszufahren, um dem Berufsverkehr auszuweichen. Heute ist das gut
gelungen, knapp nach 6 Uhr morgens tankten wir unser Häuschen voll (wieder
einmal unter 10 Liter/100 km verbraucht!) und dann rauf auf die
Brenner-Autobahn.
Nahezu
mit jedem Höhenmeter, den wir Richtung Sterzing hinunterfuhren, wurde es wärmer
und wärmer im Häuschen und spätestens bei Bozen hatte uns der Sommer wieder.
Heute
haben wir tatsächlich ein Ziel, eigentlich eine Seltenheit. Wir werden nach
Padenghe sul Garda fahren und dort den Campingplatz „La Ca“ ansteuern. Da waren
wir schon drei Mal und der Ort ist ideal, um die Gegend rund um den Gardasee zu
erkunden. Padenghe sul Garda liegt etwa 15 Kilometer von Salo und in südlicher
Richtung gut 10 Kilometer von Desenzano entfernt.
Beim
„La Ca“ angekommen, haben wir aus mehreren Angeboten unseren Platz ausgesucht –
und eine gute Wahl getroffen. Wir haben ausreichend Schatten, auch weil wir uns
dank Ilses Weitblick ausnahmsweise ganz schräg in unsere Parzelle gestellt
haben. Jetzt können wir ab der heißen Mittagszeit den Schatten unseres WoMos
nutzen, sehr fein.
Schnell
war die Vespa vom Träger geholt, heute ist sie mal wieder fast von selber
runter gerollt. Gleich noch Tisch, Stühle und Sonnenliegen aufgestellt – dann
starteten wir mit unserem Rollerchen schon zu einer erste Ausfahrt.
Das
Wetter ist herrlich, es wird gut und gern 35 Grad haben, auf unserer Vespa
spüren wir davon wenig. In Italien auf dem Roller unterwegs zu sein, ist immer
wieder ein Traum, Staus kosten uns nur ein Lächeln, in den allermeisten Fällen
wird sofort wahlweise links oder rechts Platz gemacht, wenn wir uns von hinten
annähern. Natürlich gibt es auch die Neid-Fraktion unter den Autofahrern, die
es nicht ertragen können, dass sie in der Blechkiste schwitzen müssen, während
die Mopeds und Motorräder links und rechts an ihnen vorbeiflitzen. Diese Neider
ziehen dann doch tatsächlich ihre Karren in unsere Fahrtrichtung… Weil wir aber
prinzipiell immer mit solchen Deppen rechnen, kommt es nie zu gefährlichen
Situationen – vorbei kommen wir ja sowieso irgendwie immer.
Wir
lassen uns den Fahrtwind kräftig um unsere Nasen wehen, fahren auch mal von der
Hauptstraße ab und sehen uns abseits ein wenig um. Der Gardasee ist wirklich
ein Paradies für Touristen, der größte See Italiens hat sich ganz und gar dem
Fremdenverkehr verschrieben und das seit vielen Jahrzehnten. Trotzdem hat man
weitgehend auf den Bau von klotzigen Hotel-Betonburgen verzichtet, so ist noch
viel vom italienischen Flair geblieben. Überhaupt ist der Gardasee ein El
Dorado für Camper – fast nirgendwo ist die Dichte an Campingplätzen höher als
hier, manchmal liegen gleich mehrere Plätze direkt nebeneinander. So auch bei
unserem Stellplatz – vom Nachbar-Campingplatz sind wir nur durch einen
Maschendrahtzaun getrennt, die nervigen Lautsprecher-Durchsagen hallen bis in
unser Häuschen. Am „La Ca“ spart man sich solche Durchsagen, wenn der Chef
etwas will, dann kommt er persönlich. So mögen wir das.
Am
Retourweg von unserer ersten Vespa-Spritzfahrt sind wir bei einem Supermarkt
kurz stehen geblieben und haben uns ein paar Kleinigkeiten eingekauft –
Parmesan, Brot, Tomätchen und eine ordentliche Portion Salami haben wir uns
auch aufschneiden lassen. Das hat dann am Platz eine wunderbare
Nachmittagsjause ergeben, abends werden wir dann ins sehr gute Restaurant essen
gehen.
Nach
der Jause haben wir unsere grellfarbigen Badehauben geschnappt und sind die 30
Meter zum Swimming-Pool rauf. Wir nehmen uns gerne Campingplätze mit Pool, ein
bisschen Luxus darf durchaus sein. Hier im „La Ca“ ist das Wasser im großen
Becken wirklich erfrischend kühl, höchstens 25 Grad würden wir schätzen. Da
funktioniert das Chillen natürlich blitzartig und man kann sich danach wieder
getrost den 35 Grad Wärme aussetzen, die wir rund um unser WoMo messen. Völlig
wurscht – seit Sizilien sind wir hitzeresistenter geworden, da hätten wir uns
manchmal nach „nur“ 35 Grad gesehnt. Und es kommt am Gardasee dazu, dass es
nach Sonnenuntergang sofort abkühlt, schon eine Stunde später sinkt die
Temperatur auf 25/26 Grad. Auf Sizilien hatte es um Mitternacht noch über 30
Grad – im WoMo ist die Temperatur meist noch darüber gelegen.
Nach
dem Abstecher in den Pool haben wir einen ersten Pasch geklopft, anschließend
war eine kleine Siesta angesagt. Urlaub, wie wir ihn gerne haben…
Zufrieden
und satt sind wir dann zum WoMo zurück und haben noch einen Pasch angefangen.
Die Dunkelheit hat dann einen Abbruch des Spiels nötig gemacht, ins Innere
wollten wir nicht ziehen, um nicht mit dem Licht zur Lockstation von Milliarden
Insekten zu werden. Zwar haben wir natürlich an absolut jeder Öffnung unseres
WoMos ein Insekten-Gitter angebracht, aber dann fühlen wir uns irgendwie
„eingekastelt“, dem Luftdurchzug ist derartiges Abschotten natürlich auch
abträglich. Also sind wir lieber im Halbdunkel der Platz-Laternen im Freien
sitzen geblieben, haben einen kühlen Drink genossen und dem Tag beim zum Ende
gehen zugeschaut.
Freitag, 2. September
2016
Wir
lassen den Tag ganz gemütlich angehen, natürlich mit gutem Kaffee und Marmorkuchen.
Das Wetter verspricht wieder sehr schön zu werden, kaum Wolken sind am Himmel
zu sehen.
Am
späten Vormittag starten wir dann mit unserem Roller hinaus aus dem
Campingplatz und fahren vorerst Richtung Desenzano. Heute nehmen wir nicht den
üblichen Weg, Ilse hat in einem Kreisverkehr gestern schon ein Schild Richtung
Centro gesehen, diese Abzweigung nehmen wir. Es geht dann bald einmal dem
Seeufer entlang, wir durchfahren eine schöne Allee und es herrscht praktisch
kein Verkehr. Dann sind wir direkt im Zentrum von Desenzano, wir fahren durch
die Fußgängerzone, die nur zu bestimmten Zeiten richtig verkehrsfrei ist.
Dieser Weg ist viel lässiger, als der über die Hauptstraße, so werden wir in
Zukunft immer fahren. In Zukunft deshalb, weil wir natürlich wieder an den
Gardasee fahren werden, wahrscheinlich noch sehr oft. Nicht umsonst nennt man
den See das Meer der Tiroler…
Schnell
merken wir, dass sich die Sommersaison langsam aber sicher dem Ende zuneigt,
denn der sonst übliche Touristenstrom hat sich merklich ausgedünnt. Das
bedeutet, dass man weitgehend selbständig gehen kann und sich nicht von der
Masse schieben lassen muss. Im Hochsommer muss man bei jedem Ausscheren aus der
Menge sehr aufpassen, dass man nicht ein Fußgängerverkehrschaos auslöst –
inklusive Auffahr-Unfällen von und mit Kinderwägen oder auch versehentliches
Anrempeln mitsamt berühmt berüchtigtem Domino-Effekt.
So
haben wir heute Zeit genug, ausführlich in die vielen Schaufenster zu blicken
und siehe da – Ilse findet einen hübschen Vespa-Schlüsselanhänger. Wir sammeln
ja Modelle von roten Vespas, also war unser Jagdinstinkt geweckt. Zwar lag in
der Auslage keine rote Mini-Vespa, aber die Verkäuferin hatte ein schönes,
feuerrotes Modell in einer Schublade. Dann hat sich noch eine rote Vespa in
Form eines Flaschenöffners gefunden und auch dieses Ding durfte mitkommen – mit
je 4 Euro waren beide Vespa-Memorabilien auch nicht überteuert.
Ein paar
Geschäfte weiter hat sich dann der absolute Höhepunkt unseres Vespa-Beutezuges
ergeben – eine hübsche, rote Vespa aus Keramik, mit einem Fahrer (!) obendrauf.
So ein Modell haben wir schon einmal auf Sizilien in Taormina gesehen, damals
war uns das Ding mit über 80 Euro zu teuer. Hier in Sirmione haben wir gerade
mal die Hälfte dafür bezahlt, auch nicht billig, aber uns war es das wert.
Bekommt natürlich einen Ehrenplatz in unserer Sammlung, die mittlerweile auch
schon über 40 Exemplare zählt.
Am
Campingplatz sind wir als erstes in den Pool gesprungen, haben dann
anschließend einen feinen Pasch geklopft und uns danach ein wenig auf unsere
Sonnenliegen gelegt und Siesta gehalten. Holidays at it’s best…
Geweckt von einem dezenten Hüngerchen sind wir dann die paar Schritte zum Restaurant hinaufgegangen und haben wieder ein sehr gutes Abendessen genossen. Ilse hat mit ihrem frittierten Gemüse mit Kartoffel einen vegetarischen Tag eingelegt – Gernot ist heute nicht an den gemischten Meeresfrüchten vorbeigekommen, eine sehr gute Wahl.
Geweckt von einem dezenten Hüngerchen sind wir dann die paar Schritte zum Restaurant hinaufgegangen und haben wieder ein sehr gutes Abendessen genossen. Ilse hat mit ihrem frittierten Gemüse mit Kartoffel einen vegetarischen Tag eingelegt – Gernot ist heute nicht an den gemischten Meeresfrüchten vorbeigekommen, eine sehr gute Wahl.
Sehr
satt sind wir dann zum WoMo zurück, am Weg dorthin hat uns die Platzkatze
begrüßt. Das hübsche Tier ist eine so genannte Redekatze, sie maunzt
ununterbrochen, ganz so, als wollte sie uns ihr Leid klagen. Wir kennen sie
bereits von unseren früheren Besuchen, vielleicht kann sie sich ja auch noch an
uns erinnern. Jedenfalls holt sie sich ihre Streicheleinheiten und geht danach
wieder ihrer Wege.

Das
tun auch wir – das letzte Tageslicht nutzen wir für einen Pasch, danach bleiben
wir noch lange im Freien auf unseren Liegen und genießen den feinen Abend.
Es
wird gestern wohl Mitternacht geworden sein, deshalb liegen wir morgens um 8
Uhr noch gemütlich in den Betten. Dann lockt uns ein Geräusch nach draußen –
siehe da – die Platzkatze sitzt unter dem benachbarten WoMo und „redet“ zu uns
rüber. Schnell springt sie die paar Meter her, lässt sich streicheln und freut
sich sichtlich über das Katzenfutter, dass wir ihr in einem Schüsselchen
servieren. Danach gibt’s noch ein Schlückchen Milch und die Redekatze schleicht
sich wieder.
Nach
einem ausgedehnten Frühstück bringen wir unseren Blog ein wenig in Form und
nach dem obligaten Päschchen knattern wir mit unserem Roller los. Es wird heut
nicht mehr so heiß wie in den letzten Tagen werden, da haben wir ja jeden Tag
an die 35 Grad gemessen. Heute bleibt‘s bei maximal 30 Grad, wenn überhaupt –
sehr fein!
| Uhrturm von Salo |
Wir
stellen unser Moped wie üblich direkt zum Eingang der Fußgängerzone ab und
schlendern durch die schönen, alten Gassen. Wir kommen an einem Mode-Geschäft
vorbei und sind ob der Preise kurz sprachlos. Denn es wurden unter anderem ein
Woll-Kleidchen für 3.800 Euro, ein Lederjäckchen (zugegeben sehr, sehr edel) um
4.200 Euro und ein dünnes Kaschmir-Pullöverchen um schlanke 3.200 Euro
feilgeboten. Da wären für ein gepflegtes Outfit schnell mal 10 bis 15.000 Euro
weg, ohne Schmuck und Schuhe. Na servas!
Wir
fühlen uns aber nicht schäbiger gekleidet als vorher und wandern zur Kirche
weiter. Heute ist das Kirchentor weit geöffnet und wir treten ein. Schlagartig
wird’s finster rund um uns, die bunten Fenster lassen nur wenig Licht ins
Innere dringen. Die Bilder an den Wänden sind durchaus düster, es wird viel
gefoltert, viel gelitten und noch mehr gestorben. Nicht wirklich erbaulich,
also gehen wir bald einmal wieder hinaus ans Licht. Etwas Besonderes haben wir
nicht gefunden, auch in den aufliegenden Foldern und Broschüren fand sich kein
Hinweis auf etwas Außergewöhnliches. Wurscht – vielleicht checken wir die
Kirche bzw. den Dom von Salo noch mal bei Dr. Google.
Nach
dem Kirchenbesuch sind wir der Seeufer-Promenade entlang zurück in Richtung
unserer Vespa gegangen. Vor der Rückfahrt wollten wir noch eine Kleinigkeit
essen, wir kennen da ein nettes Cafe, wo es gute Toasts und Sandwiches gibt.
Und so war es dann auch – super-knusprige Toasts und eiskaltes Cola mit Zitrone
nahmen uns den gröbsten Hunger. Zudem liegt das Cafe sehr zentral an einer der
Hauptstraßen, entsprechend groß ist das Casino, das hier abgeht. Von
Supersportwägen, über schwere Motorräder und sämtliche Jahrgänge an Vespas, bis
hin zu Oldtimern und Unverschämt-Parkern lässt sich vieles beobachten und wir
haben wie immer großen Spaß daran.
Dann
ist aber auch der letzte Eiswürfel im leeren Cola-Glas geschmolzen, wir zahlen,
gehen die 100 Meter zu unserem Moped und fegen zum Campingplatz zurück. Vorher
machen wir noch einen Zwischenstopp bei einem Despar-Markt und kaufen uns für
daheim einen guten Parmesan und eine kleine Salami.
Am
Platz führt uns der erste Weg naturgemäß ins wirklich erfrischend kühle Wasser
des Swimming-Pools – herrlich. So gechillt spielen wir uns einen weiteren Pasch
aus und unter Lachen und Scherzen ist es schließlich Zeit fürs Abendessen
geworden.
Ilse
gönnt sich heute eine Lasagne, muss dem Essen aber Punkteabzüge geben, vor
allem deshalb, weil sie von Nadjas Lasagne zu verwöhnt ist. Trotzdem hat es ihr
gemundet, ebenso wie Gernot, der sich eine Pizza mit Sardellen hat bringen
lassen. Dazu trinken wir wie üblich Wasser, das Preis-Leistungs-Verhältnis von
Bier und Wein ist uns nicht gut genug.

Später
beim WoMo sitzen wir noch lange im Freien und haben einen schönen letzten Abend
am Gardasee. Für dieses Jahr – denn spätestens im Frühsommer sind wir wieder
hier, vielleicht sogar wieder im „La Ca“, ist ja auch ein Superplatz.
Sonntag, 4. September 2016
Gestärkt
von einem sehr guten Kaffee gehen wir ans Werk und machen unser Schneckchen
reisefertig. Reine Routine, das geht uns locker von der Hand. Dann noch die
Herausforderung des Vespa-Aufladens – heute flutscht unser Moped wieder einmal
wie von selbst auf seinen Träger. Zuletzt stecken wir den Strom ab und gehen in
aller Ruhe duschen.
Bezahlt
haben wir schon gestern und als ACSI-Karteninhaber mussten wir für 3 Tage
gerade einmal 45 Euro ablegen, einen kleinen Obolus für die Kurtaxe noch
obendrauf. Sehr fein und sehr günstig, in der Hochsaison zahlt man mehr als das
Dreifache!
Weil
die Ausfahrt im „La Ca“ zu den steilsten Ausfahrten überhaupt gehört, machen
wir einen kleinen Umweg, damit wir beim Herausfahren aus unserem Stellplatz
nicht aufsitzen. Dann geht’s mit Schwung die weit über 20 Prozent-Steigung
hinauf und weg sind wir.
| Madonna della Corona |
Schnell
sind wir auf der Autobahn, später werden wir bei Rovereto von einem 4 Kilometer-Stau
ein wenig in unserem Vorwärtsdrang gestoppt, aber letztendlich kommen wir die
ganze Fahrt über ohne Probleme voran.
Zur
Abwechslung bleiben wir heute kein einziges Mal stehen, den Rest vom Kaffee
genießen wir während der Fahrt. In Sterzing erfreut uns dann, dass wir uns als
viertes Auto bei der Mautstelle einreihen, hier kann es im
Urlauber-Reiseverkehr zu sehr schmerzhaften Verzögerungen kommen.
Den
Brenner-Pass glüht unser WoMo wie gehabt durchgehend im 5. Gang hinauf – und
das mit der Vespa am Träger, Chapeau!
Nach
nicht einmal 4 Stunden Fahrtzeit für die knapp 300 Kilometer rollen wir dann
bei unserer WoMo-Garage ein und tauschen die Fahrzeuge. Gernot darf dann noch
mit der Vespa nach Innsbruck fahren, Ilse nimmt dazu unseren kleinen Ford
Fiesta.
So
geht eine feine WoMo Fahrt zu Ende und wir wissen bereits jetzt, dass es nicht
die letzte in diesem Jahr gewesen sein wird…
Sonntag, 28. August 2016
58. WoMo-Fahrt "Die originale Tulpenvase"
Innsbruck-Roermond-Innsbruck
22.8. bis 28.8.2016 - 1582km
Es
gibt Wohnmobil-Fahrten, die derart spontan entstehen, dass wir uns über uns
selber wundern müssen. Aber das passt natürlich so. Ausgangspunkt unserer Fahrt
nach Holland war eine Frage von Ilse: „Wo kriegen wir denn für die Sigrid eine
schöne Tulpen-Vase her?“ Sigrid ist Ilses Schwester und hat Geburtstag. Gernot
antwortete ohne lange nachzudenken: „Sicher in Holland. Da kommen schließlich
auch die Tulpen her.“ Wir mussten beide über diesen Vorschlag lachen und
begannen gleichzeitig unsere Reise nach Holland zu planen.
Als
Ziel haben wir uns die holländische Stadt Roermond auserkoren, da waren wir
schon einmal mit Nadja und Christian. Damals haben wir nur wenig von der Stadt
gesehen, diesmal wollen wir uns auch die Gegend rundherum etwas genauer
anschauen.
22.8. bis 28.8.2016 - 1582km
Montag, 22. August 2016
Ausnahmsweise
haben wir unser WoMo diesmal gar nicht aus seiner Garage abholen müssen, denn
wir haben es seit unserer Fahrt in die Schweiz noch gar nicht gegen unseren
kleinen Ford Fiesta ausgetauscht. Wir mussten nur ein paar frische
Kleidungsstücke einpacken, Getränke kaufen und letztendlich noch unsere Vespa
auf den Motorrad-Träger hieven. Dann noch schnell dem Bankomaten ein bisschen
Geld rausgemolken, vollgetankt und um ca. 15 Uhr ab auf die Autobahn.
Nach
Roermond sind es von Innsbruck aus ca. 800 Kilometer, der Weg führte uns erst
über den Fernpass nach Reutte und von dort auf die deutsche Autobahn. Den Weg
kennen wir mehr als gut, wird wohl das achte oder neunte Mal sein, dass wir
heute nach Holland fahren.
Ohne
nennenswerten Verkehr und ohne jeden Stau sind wir gut vorangekommen, meistens
sind wir mit knapp über 80 km/h im LKW Verkehr mitgeschwommen. Wenn die Dichte
der Brummis dann mal wieder eine zu hohe war – zack – einmal kurz aufs Gaspedal
gedrückt, in kaum 25 Sekunden auf 110 km/h beschleunigt und schon haben wir die
ganze Elefanten-Herde hinter uns gelassen. Bis zum nächsten Konvoi halt…
Wie
üblich haben wir alle eineinhalb Stunden eine kleine Pause eingelegt, Füße
vertreten und so. Mittlerweile kennen wir wahrscheinlich jede
Autobahn-Raststätte und jeden zweiten Parkplatz auf dieser Strecke.
Bei
einbrechender Dunkelheit bemerkten wir, dass wir offenbar anderen Autofahrern
ziemlich in die Rückspiegel hineinblenden, ein paar Mal haben sich welche mit
der Warnblinkanlage beschwert. Wir sind aber natürlich nicht mit dem
Aufblend-Licht unterwegs, es ist nur so, dass unsere Vespa mit ihren gut 110
Kilo das WoMo hinten etwas niederdrückt und wir deshalb vorne ein klein wenig
in den Himmel hinauf leuchten. Zwar gibt es – theoretisch – einen Regler, mit
dem man so etwas ausgleichen könnte, aber wie gesagt, nur theoretisch.
Praktisch hat dieser Drehregler nie funktioniert, beim ÖAMTC hat uns der WoMo
Fachmann erklärt, dieses Teil sei beim Fiat Ducato meist schon bei der
Auslieferung unbrauchbar, das Ding sei viel zu kompliziert konstruiert. Wie
auch immer – es tut uns leid, wenn wir andere Autofahrer damit ein bisschen
nerven, aber wir können wohl nicht dagegen tun.
Nach
etwas über 500 Kilometern Fahrt wird bei unserem WoMo ein Tankstopp fällig,
also steuerten wir die nächstgelegene Zapfsäule an. Zwar wäre es meistens um
einige Euro billiger, wenn wir fürs Tanken kurz die Autobahn verlassen würden,
aber fast immer siegt die Bequemlichkeit. Heute waren wir über die Preise an
der Tankstelle sehr überrascht, richtiggehend verdutzt sogar. Denn die
ausgepreisten 1,089 Euro für den Liter Diesel mochten wir erst gar nicht
glauben, auf anderen Tankstellen lag der Preis durchwegs bei 1,30 Euro. Glück
gehabt, denn sogar auf der Diskont-Tankstelle in Innsbruck haben wir heute
Nachmittag um 0,005 Euro je Liter mehr bezahlt.
Nach
dem Tankstopp sind wir noch gut 100 Kilometer weitergefahren und haben uns dann
am Rasthaus Mosel eingeparkt. Für heute reicht’s, außerdem bringt es nichts,
wenn wir mitten in der Nacht in Roermond ankommen.
Schnell
noch ein Gute-Nacht-Bierchen, dann Katzenwäsche am Waschbecken und ab in die
Betten. Wir stehen direkt neben der Tankstelle auf dem PKW-Parkplatz, kein LKW
weit und breit, nur aus der Ferne wummern leise die Aggregate der
Kühl-Transporter vor sich hin.
Dienstag, 23. August
2016
Wir
haben eine ruhige Nacht verbracht und sind gegen 8 Uhr aus unseren Betten
gekrochen. Ein guter Kaffee hat uns schnell auf die Füße geholfen und nach
einer bescheidenen Morgentoilette haben wir uns dann wieder auf den Weg
Richtung Niederlande gemacht.
![]() |
| Roermond |
Roermond
liegt ja nur wenige Kilometer von der deutschen Grenze entfernt und weil wir
schon gestern den Großteil der 800 Kilometer-Fahrt hinter uns gebracht haben,
sind wir gegen 11 Uhr am Campingplatz eingetroffen. Der liegt sehr zentrumsnah
direkt an der Maas, ein schöner Platz.
Wir
checkten ein und suchten uns einen Platz auf der großen Wiese. Schatten war
nicht viel zu finden, jedes noch so kleine Bäumchen hatte bereits einen Nutzer.
Wurscht – wir stellten uns ganz in die Nähe des Stromverteilers, zum Sanitär-Haus
hatten wir es auch nicht weit. Wobei – Sanitärhaus ist etwas übertrieben, es
waren lediglich einige WCs und Duschen in Containern eingebaut. Aber alles
sauber und gepflegt, das ist auch während unseres Aufenthaltes stets so
geblieben. Zwar gibt es am Platz auch ein großes und relativ modernes
Wasch-Haus, das ist uns Bequemlingen zu weit entfernt, an die 200 Meter werden
es wohl sein...
Schnell
war auch die Vespa vom Träger geholt und schon in der ersten Stunde unseres
Aufenthaltes machten wir eine kleine Ausfahrt. Zuerst einmal nach Roermond
rüber, in die Innenstadt. Lustigerweise ist ausgerechnet heute Jahrestag
unseres Strafmandates, das wir vor zwei Jahren hier ausgefasst haben. Wir haben
uns damals die Freiheit genommen, die 97,50 Euro nicht zu bezahlen, vor allem
deshalb, weil das billiger kommt. Und die Holländer haben auch nie versucht,
die Summe einzutreiben, also haben wir es dabei bleiben lassen. Wahrscheinlich
verjährt das Knöllchen genau heute, kann uns aber wurscht sein, wir sind ja eh
nicht mit dem WoMo unterwegs.
Roermond
ist eine nette, kleine Stadt mit einer Fußgängerzone, in der stets mächtig
Betrieb ist. Eine der Hauptattraktionen der Stadt sind seine riesigen
Outlet-Center, die von kaufwilligen, ja geradezu kaufwütigen Menschenmassen
regelrecht gestürmt werden. Nix für uns, Danke – wir brauchen nichts…
Nach
dem Kurzbesuch in Roermond sind wir zuerst zum Platz zurückgefahren haben ein
kleines Päuschen gemacht und sind dann anschließend mit unserem Roller wieder
ins Umland von Roermond hinausgeritten. Es ist immer wieder herrlich, kreuz und
quer durch die Landschaft zu cruisen, kleine Dörfer zu durchfahren und immer
wieder spontan auf kleine und winzige Sträßchen und Wege abzubiegen. Immer
wieder gehen wir auf Feldwegen verloren, immer wieder finden wir den Weg zurück
auf größere Straßen, unsere beiden Landkarten leisten gute Dienste.
Nach
ein paar Stunden Fahrt hatten wir dann genug – irgendwo sind wir dann auf eine
autobahnartige Schnellstraße aufgefahren und mit einem guten Hunderter die
Strecke nach Roermond in wenigen Minuten zurückgebrettert.
Am
Platz sind wir dann als erstes unter die Dusche, dann war ein wenig Siesta
angesagt, natürlich haben wir später auch noch einen Pasch gemacht – Urlaub,
wie wir ihn mögen.
![]() |
| Vario mobil = nein danke! |
In
unmittelbarer Nähe zu uns steht ein Wohnmobil, das in etwa so groß ist wie ein
ausgewachsener Reisebus. In der riesigen Heckgarage transportiert der Besitzer
nicht nur eine fette Harley Davidson, sondern auch ein ordentliches
Schlauchboot mit Außenbord-Motor. Und natürlich ein E-Bike, falls der gute Mann
mal kacken gehen muss… Das WoMo hat sicher jenseits der 200.000 Euro gekostet,
ohne Harley und Boot, versteht sich. Uns freut es immer zu sehen, wenn es
Menschen finanziell gut geht, das gilt natürlich auch für diesen Camper. Der
grüßt uns immer ausnehmend freundlich, zu anderen Campern ist er unterkühlter.
Ilse meint, unser altes WoMo und unsere kleine Vespa erinnern den Mann
vielleicht daran, dass er auch einmal klein angefangen hat… Jedenfalls ist er
nicht unsympathisch und wir haben auch nicht den Eindruck, dass er seinen
Besitz zu sehr zur Schau stellt – seine tolle Habe lässt sich halt schlecht
verstecken. Übrigens ist er alleine unterwegs, auch wenn er immer zwei Stühle
bzw. zwei Liegen aufstellt…
Zum
Abendessen auszugehen sparen wir uns – wir sind zu lasch dafür und jausnen
lieber ein weiteres Mal Salami, Parmesan und Brot. Morgen kaufen wir uns dann
was ein, mal sehen.
Mittwoch, 24. August
2016
Die
Nacht war wieder sehr fein, heute zeigt sich das Wetter von seiner schönsten
Seite, schon am Morgen ist keine Wolke am Himmel zu sehen. Also war schon nach
dem Kaffee klar, dass wir wieder eine Ausfahrt machen werden.
Gesagt
– getan, bald nach 9 Uhr waren wir schon wieder unterwegs, diesmal sind wir vom
Campingplatz einfach in eine andere Richtung abgebogen. Es würde zu sehr ins
Detail gehen, welche Orte, Örtchen, Weiler und Weilerchen wir durchfahren
haben, es war einfach wieder total lässig, Auf dem Moped ist man ja völlig
unabhängig, kann sich auf die schmalsten Pfade wagen, mit dem WoMo wäre das
undenkbar. Zwischendurch müssen wir unsere Vespa auftanken, die Tankwarte
grinsen immer, weil gerade einmal vier Literchen in den Tank passen.
| DFG in Holland |
Zu
Mittag sind wir dann wieder zum Platz zurückgefahren, wir sind ja nie weiter
als 20 Kilometer von Roermond weg. Ein richtiges Mittagessen haben wir
ausfallen lassen, stattdessen haben wir ein bisschen was gejausnet, in der
Hitze ist man ja nie so wirklich hungrig.
Nach
der obligaten Siesta sind wir wieder auf unseren Roller gestiegen und haben
rund um Roermond weitere Kilometer abgespult, einfach ein Traum.
Später
am Nachmittag sind wir dann wieder in die Innenstadt von Roermond gefahren,
dort haben wir gestern schon einen JUMBO Supermarkt entdeckt. Viel haben wir
nicht eingekauft, ein paar Bratwürste, kleine Tomätchen und Brot. Die Würste
haben wir uns dann später im WoMo abgebraten, ein sehr gutes Abendessen.
Danach
haben wir wieder einmal einen Pasch geklopft und unter Scherzen, Lachen und
Blödeln ist es dann Mitternacht geworden. In die Betten – zack und weg. Wie
immer…
Donnerstag, 25. August
2016
Gestern
noch haben wir unseren Sonnenschutz am WoMo angebracht, denn vom frühen
Nachmittag an uns brennt die Sonne ganz ordentlich vors Häuschen. Viel bringt
die Markise nicht, aber am Vormittag bis gegen Mittag sitzen wir jetzt fein im
Schatten.
![]() |
| wir machen immer und überall eine gute Figur |
Nach
dem Frühstück hält es uns wieder nicht lange am Platz und wir rauschen erneut
ins Umland von Roermond hinein. Mit unserer wendigen Vespa fühlen wir uns wie
Queen und King of the Road und genießen den Fahrspaß in vollen Zügen.
Zu
Mittag fahren wir Richtung Roermond zurück und statten einem der Outlet-Center
einen Besuch ab. Uns locken aber nicht Versace, Swarovski oder Nike, sondern
schlicht und ergreifend das große, gelbe M für McDonalds. Direkt vor dem
Fastfood-Tempel stellen wir unser Moped ab und werden abgefüttert, wie man sich
das erwarten darf. Im Gegensatz zu Liechtenstein wird auch keiner unserer
Burger vergessen und auch die Rechnung für unser Essen beträgt nicht einmal die
Hälfte dessen, was wir vor ein paar Tagen im Fürstentum bezahlt haben.
Gesättigt
schwingen wir uns wieder auf unser treues Pferdchen und reiten erneut aus. Wir
können vom Herumfahren kaum genug kriegen, wir kommen mit der Vespa in
Gegenden, wo wir sonst niemals hingekommen wären. Wirklich lässig. Auch das
Wetter spielt voll mit, es ist wolkenlos, aber nicht brutal heiß, auch wenn
manche Thermometer bis 35 Grad anzeigen. Aber der ständige Fahrtwind lässt uns
das spielend leicht ertragen.


Am
späten Nachmittag fahren wir dann wieder auf unseren Campingplatz, der sich
mittlerweile – es geht ja aufs Wochenende zu – mehr und mehr zu füllen beginnt.
Noch ist Platz genug und wir haben uns ohnehin so hingestellt, dass wir
ungestört campen können.
Später
treibt und der Hunger noch einmal nach Roermond, hinein, mit ein, zwei Burgern
muss man schließlich nicht über den ganzen Tag kommen. Wir stellen unser Moped
direkt am Rande der Fußgängerzone ab und machen uns auf die Suche nach einem
Restaurant. Auf unserer ganzen Runde hat uns aber keines der Lokale wirklich
angesprochen, also landen wir am Ende in einem Pizza/Kebab Laden. Eine sehr
gute Wahl übrigens – der Wirt und das Personal (Türken?) waren sehr nett und freundlich,
das Essen (Kebab-Teller und Döner) wirklich gut und das Cola und das Bier
eiskalt. Was will man mehr?
Obwohl
vielleicht notwendig, verzichten wir auf einen Verdauungs-Spaziergang, heute
waren wir bereits genug unterwegs. Ach ja – eine Tulpen-Vase für Sigrid ist uns
auch noch nicht unter die Augen gekommen, auch wenn wir schon ein wenig danach
Ausschau gehalten haben. Aber das wird schon noch werden…
Am
Campingplatz haben wir dann noch einen Spätabend-Pasch im Freien gemacht, die
letzten Würfe absolvierten wir in nahezu völliger Dunkelheit. Auch heute sind
die zahlreichen Fliegen wieder ziemlich lästig, aber da kann man nix machen.
Wenigsten Fliegen und keine Moskitos oder Wespen, trösten wir uns mit der
Fliegen-Klatsche in der Hand…
Freitag, 26. August 2016
Nach
einer guten Nacht haben wir einen mindestens so guten Kaffee zu uns genommen.
Dann sind wir am Vormittag an den Lap-Tops gesessen und haben ein wenig an
unserem Blog und den Fotos gearbeitet, Ilse war zudem ein bisserl im Internet
unterwegs.
Dann
war wieder Vespa-Time und wir sind zum gefühlten fünfzehnten Mal ins Umland von
Roermont hinausgefahren. Bald einmal haben wir uns auf der Autobahn
wiedergefunden – auf einer richtigen. Das ist natürlich nur was für den
Notfall, unser Mopedchen geht allerhöchstens 95 km/h, da fühlen wir uns nicht
wirklich wohl. Also sind wir nach gut 12 Kilometer die nächstbeste Ausfahrt
raus, das war Montfort. Nettes Städtchen prinzipiell, es war uns aber nicht
besonders nach Sightseeing, also weiter. Wieder sind wir herrlich verloren
gegangen, haben uns auf Mini-Sträßchen wiedergefunden und als wir genug
Moped-Spaß gehabt haben, sind wir dem erstbesten Schild Richtung Roermond
gefolgt. Ein Traum – der Wind chillt herrlich, die 35 Grad spüren wir höchstens
an Kreuzungen.
![]() |
| die Türme von Roermond |
Wir
kehren zum Campingplatz zurück, parken unsere brave Vespa und schmeißen uns
unter die Dusche.
In
unmittelbarer Nachbarschaft haben wir eine Art mobile Frittenbude, mit Bänken,
Tischen, Sonnenschirmen und allem Drum-und-dran. Die hat zwar nur am Wochenende
offen – aber hey, wir haben Freitag und das gilt auch in Holland als
Wochenende! Die Frittenbude hat natürlich auch noch ganz andere Sachen zu
bieten als Fritten– Hot Dogs, Bratwurst und Burgers etwa. Vor allem auch
mega-riesige Cevapcici, die hier Frikadell XXXXL heißen und im Prinzip ein fast
schon grotesk langes Würstchen aus ca. 400 Gramm Hackfleisch sind – ungelogen.
Dazu Unmengen Zwiebel, Ketchup, Majo, die volle Dröhnung! Ein Wahnsinn – und
dazu nimmt sich Gernot auch noch eine Riesenportion Pommes – o.k., er hat ja
bei der Bestellung dieses Frikadellen-Ungetüms noch nichts von dessen wahrer
Dimension ahnen können. Ilse gibt sich mit Pommes allein zufrieden – gute Wahl.
Gernot teilt seine Hackfleisch-Überdosis dann noch ein bisschen mit Paula,
einem netten Hund, der mit seinen Frauchens und Herrrchens unter dem Nebentisch
Platz genommen hat.
Pappsatt
rollen wir an unseren Platz zurück und machen erst mal ein kleines Verdauungsschläfchen.
Später
fängt es dann rund um uns an, richtig laut zu werden – eine Runde
erlebnishungriger Damen hat sich in ihren Zelten angesiedelt und sie sind
unüberseh- und vor allem unüberhörbar voll auf Party gebürstet. Sofort fließt
der Hugo in Strömen, man hat zu wenige freie Hände für das ununterbrochen gereichte
Bier, die Witze werden von Minute zu Minute derber und die allgemeine
Lautstärke steigt indirekt proportional zur rasant schwindenden Nüchternheit.
Damenabend halt – voll o.k. Einmal muss Ilse ein bisschen knurren, weil eine
der Feierwütigen fünf Meter neben uns ihren PKW gestartet hat – sie fürchtete,
sonst nicht die Luftmatratze mittels Batteriestrom aufblasen zu können. Passt –
für die zwei Minuten wollen wir ein Auge zudrücken, denn ansonsten ist das
Laufenlassen eines Motors am Campingplatz ein absolutes No-go, sollte
eigentlich jedem denkenden Menschen klar sein.
Jedenfalls
störte uns die Damenrunde – alles späte Mädchen zwischen 45 und baldiger Rente
– relativ wenig, ihrem fortgeschrittenen Alter angemessen sind sie allesamt
Dank Hitze, Hugo und Holsteiner Pilsener recht rasch in Morpheus Armen gelegen.
So
wie auch wir – wahrscheinlich war es noch gar nicht Mitternacht, als wir die
letzten Lichter im WoMo ausknipsten.
Samstag, 27. August 2016
Heute
ist unser letzter Tag in Holland, es wird also wirklich Zeit, dass wir unsere
Mission erfüllen. Es gilt, eine originale, holländische Tulpen-Vase für Sigrid
zu kaufen – das wird doch wohl zu machen sein.
Für
unseren Beutezug stärken wir uns vorerst mit einem gepflegten Kaffee, danach
brechen wir nach Roermond auf.
Den
Weg in die kleine Stadt findet unsere Vespa mittlerweile fast schon alleine,
bereits nach zehn Minuten parken wir uns nahe der Fußgängerzone ein. Nach ein
paar wenig erfolgreichen Angriffen in verdächtige erscheinenden Geschäften,
kriegen wir von einer Einheimischen den Geheimtipp zugeraunt, dass es am
Bahnhof einen Blumenladen geben würde. Und wie wir aus lebenslanger Erfahrung
wissen, lassen sich in Blumenläden mitunter auch Blumenvasen finden – also auf
zum Bahnhof. Und tatsächlich haben die dort im Blumenladen derart viele Vasen
lagernd, dass sie geradezu gezwungen sind, diese zu verkaufen. Das ist unsere
Chance – wir wählen behutsam und sorgfältig aus, wägen die unterschiedlichen Modelle
gegeneinander ab und schlagen schließlich ebenso überraschend wie glashart zu.
Schnell werden wir mit der freundlichen Verkäuferin handelseins und eine
originale, holländische Tulpen-Vase – ganz in zeitlos elegantem, durchsichtigem
Glas gehalten – wechselt den Besitzer. Und sie wechselt von den Niederlanden
nach Österreich, möglicherweise war ihr rascher Auslands-Transfer bei ihrer
Entstehung noch gar nicht eingeplant. Wurscht – wir haben das
Geburtstagsgeschenk für Sigrid – Mission erledigt.
Mit
unserer filigranen Ware fahren wir bewusst vorsichtig zum Campingplatz zurück
und gönnen uns ob unseres Kauf-Erfolges erst mal eine kleine Pause. Wir haben
übrigens nicht nur die Tulpen-Vase gekauft, sondern auch noch ein paar
Kleinigkeiten für die Rückfahrt – Milch zum Beispiel und einen Marmor-Kuchen.
Wir gönnen uns ein kleines Käffchen und sind dann bereit für den Aufbruch.
Die
Pseudo-Vollgas-Party-Party-Truppe nebenan ist auch schon zum Großteil aus ihren
mittlerweile völlig überhitzten Zelten gekrochen – im Gegensatz zu einem
traditionellen Junggesellen-Abschied wird der vielfach vorhandene Brand aber
nicht mit Bier, sondern mit Mineralwasser und Kopfwehtabletten bekämpft.
Jedenfalls
ist das Lachen deutlich leiser und seltener geworden, etwas später restaurieren
sich alle und machen sich in die Stadt auf.
Auch
wir werden aktiv, packen alles zusammen, hieven unser Moped auf seinen Träger,
zahlen die Rechnung und machen uns sprichwörtlich vom Acker.
Noch
vor 16 Uhr sind wir vom Platz weg und jetzt heißt es für uns und unser Häuschen
Kilometer machen, denn Innsbruck liegt fast punktgenau 800 Kilometer entfernt.
| flinke Regen und Hagel war angesagt |
Normalerweise
lässt sich über eine lange Autobahnfahrt wenig Interessantes berichten, heute
ist das anders. In der Nähe von Kerpen geraten wir in das heftigste Unwetter,
dem wir mit unserer Schnecke je ausgesetzt waren. Bald wurde der sintflutartige
Regen von Hagel abgelöst, die Hagelkörner waren mindestens so groß wie reife
Kirschen – mindestens. Natürlich war die einzige Unterführung in unserer Nähe
sofort besetzt, der Verkehr ist augenblicklich stillgestanden. Der Lärm im
Fahrzeuginneren war gleichzeitig gigantisch und erschreckend, unsere drei
Plexiglas-Dachhauben mussten sich einem echtem Härtetest unterziehen. Schnell
war die Fahrbahn von unzähligen Hagel-Schlossen übersät, die Dinger sind einen
halben Meter und höher wieder aufgesprungen. Schon geil auch! Und geil vor
allem auch deshalb, weil uns nix passiert ist. Also – fast nix. Denn
tatsächlich hat uns der Hagel eine Gummileiste vom Alkhoven aus ihrer
Führungsschiene heraus gehämmert, wir haben es erst bemerkt, als das Ding vom
Fahrtwind gegen das Blech gepeitscht wurde. Kein Problem für uns –
Mechaniker-Fachkraft Ilse ist mittels Hochbett-Leiter zum Alkhoven
hochgeklettert und hat die Gummileiste wieder dorthin befördert, wo sie
gefälligst hin gehört.
| Reparatur beendet, es kann weitergehen |
So
rund um Mitternacht sind wir dann nahe Ulm auf einen Rastplatz gefahren und
haben uns für ein paar Stunden hingelegt. Innsbruck ist nur mehr knapp 300
Kilometer entfernt, nicht einmal 300.
Sonntag, 28. August 2016
Wir
haben es nicht eilig, vielleicht sind wir deshalb erst gegen halb 9
aufgestanden. Nach einem wunderbaren Kaffee sind wir dann wieder zurück auf die
Autobahn – bald werden wir daheim sein.
![]() |
| Skyline in Reutte |
Das
„bald“ hat sich dann leider als Wunschgedanke entpuppt – schon einige Kilometer
vor dem Füssener Tunnel war Schluss mit Lustig – Blockabfertigung. Der Stau hat
sich dann bruchlos über Reutte bis hin zum Fernpass durchgezogen, erst ab dem
Holzleiten-Sattel hatten wir wieder freie Fahrt. Wir werden wohl an die zwei
Stunden Zeit verloren haben – aber wir sind ja nicht auf der Flucht, sondern
auf der Fahrt. Auch wenn die Fahrt sich manchmal durchaus ziehen kann.
Jedenfalls
sind wir gut in Innsbruck angekommen – schon auf der Herfahrt haben wir neue
Reisepläne geschmiedet. Wann es weitergeht? Nur so viel sei verraten – wir
holen nicht mal unsere Vespa vom Motorradträger…
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