GErnot und ILse

GErnot und ILse

Sonntag, 2. Oktober 2016

61. WoMo-Fahrt "wahrscheinlich endgültig abcampen"

61. WoMo-Fahrt  "wahrscheinlich endgültig abcampen"
23. September bis 26. September 2016
Vill-Innsbruck-Zirl-Kesselberg-Innsbruck - 158km


Freitag, 23. September 2016
 
Als wir vor zwei Wochen nach unserer 60. WoMo-Reise unser treues Häuschen zurück in seine Garage brachten, hätte das ohne weiteres die letzte Fahrt für heuer sein können. Hätte! Denn das Wetter versprach an diesem Wochenende so schön zu werden, dass wir Schneckchen noch einmal ans Tageslicht beförderten.
Ilse hatte am Freitag noch bis 13:15 Unterricht zu halten, also ist sie von Gernot mit dem reisefertigen WoMo direkt vom Schulhaus abgeholt worden. Unser Ziel war klar – noch einmal zum Kesselberg, noch einmal raus zu Gitti und Luis an den Kochelsee. Wir haben auch ein kleines Geschenk mit – Gernot hat ja bereits angekündigt, dass er einmal eine „Ode an die Haxe“ schreiben würde, um die außergewöhnliche Grill-Kunst von Luis entsprechend zu würdigen. Im Laufe der vergangenen Woche hat Gernot seine Ankündigung in die Tat umgesetzt, wir haben die „Ode an die Haxe“ ausgedruckt und gerahmt, sie hängt jetzt in der Grillhütte vom Luis.
...wenn ihr riechen könntet  hmmmmmm

Ode an die Haxe
  
Entschuldige, Du liebes Schwein,
aber man musste Dich erschießen.
Denn lebend, ich hoffe Du siehst das ein,
kann ich Dich nicht genießen.

Ich mag fast jedes Teil von Dir,
am wenigsten noch die Flachsen.
Und am allerbesten schmecken mir,
Deine knusprig gegrillten Haxen.

Stundenlang wirst Du gebraten
und um die eigene Achse gedreht.
Nur dann kannst Du so gut geraten,
dass mir Hören und Sehen vergeht.

Natürlich braucht es auch einen Meister,
der Dich gekonnt grillt, aber auch schonend.
Am Kesselberg gibt’s den, Luis Perkmann heißt er,
ein Besuch dort ist wirklich lohnend.

So gut wie der Luis grillt wirklich keiner,
das braucht man selber gar nicht probieren.
Und nach dem Essen fragt sich mancher einer:
Wie lang muss man dafür trainieren?

Und liegst Du Haxe vor mir auf dem Teller,
mit Deinen knusprig gebratenen Schwarten,
dann schlägt mein Gourmet-Herz höher und schneller
und ich will nicht mehr länger warten.

Es klingt fast wie eine Explosion,
wenn ich Deine Schwarte durchtrenne,
für mich ist dieser krachende Ton,
einer der schönsten, den ich kenne.
  
Und sofort erfüllst Du den ganzen Raum,
mit Deinem so herrlichen Duft.
Deine Röst-Aromen sind wirklich ein Traum
und liegen noch lang in der Luft.

Kaum hab ich den ersten Bissen im Mund,
nimmt Dein Geschmack mich voll in Beschlag.
Und das ist sicherlich auch der Grund,
warum ich Dich Haxe so mag.

Dein Fleisch, liebe Haxe, ist derart zart,
das lässt sich nur ganz schwer beschreiben.
Das fiele sogar dem Herrn Goethe hart,
darum lass ich es besser bleiben.

Haxe, Du bist kalorienreich,
das weiß jeder, der auf Dich steht.
Und deshalb sag ich es lieber gleich:
Du eignest Dich nicht als Diät.

Dich Haxe genießen, ist ein Gedicht
doch Du bist Alptraum für jeden Veganer.
Es isst Dich auch der Vegetarier nicht
und schon gar nicht der Mohammedaner.

Die wissen wohl nicht, was ihnen entgeht,
aber zum Genuss kann man niemanden zwingen.
Und wer sich als Hauptmahlzeit Schwarzwurzeln brät,
lässt sich nie eine Schweins-Haxe bringen.

Doch ich will weiter Dein Liebhaber sein,
werde die Lust auf Dich niemals verlieren.
Danke noch mal, Du liebes Schwein,
leider kann ich mich nicht revanchieren.

Unsere Lieblings-Campingplatz-Betreiber haben sich über unser Mitbringsel gefreut, das ist die Hauptsache.
Kaum hatten wir uns am Campingplatz häuslich eingerichtet, mussten wir schon wieder umparken, denn ausgerechnet unser Platz war reserviert. Kein Problem, wir mussten ja nur das Stromkabel abstecken, die Fenster schließen und ein paar Mal reversieren.
An diesem Wochenende sind wir wieder mal direkt zum See runter gefahren, sonst stehen wir lieber in der Nähe des Sanitärhauses, das erspart uns weite Wege.
Gleich einmal nach unserer Ankunft haben wir einen gemütlichen Pasch gemacht und uns danach ein wenig niedergelegt. Das Wetter ist schön, die Sonne scheint, von Sommerhitze ist aber natürlich nichts mehr zu spüren – ist ja auch schon Herbst.
Am Abend sind wir dann essen gegangen, Ilse ist an den Schinkennudeln  nicht vorbeigekommen, Gernot hat sich ein Cordon Bleu einverleibt. Beides sehr gut. Übrigens wird es morgen nicht – wie am Samstag üblich – Hendl und Haxe geben, Luis hat die Grillsaison für dieses Jahr beendet, es sind einfach zu wenige Gäste am Platz. Wurscht – die Speisekarte gibt auch sonst noch genug her.
Nach einem kleinen Verdauungsspaziergang über den Platz sind wir dann ins Häuschen zurück, haben gequatscht, Musik gehört und natürlich später noch einen Pasch ausgespielt. Die Nacht verspricht einigermaßen frisch zu werden, im Radio reden sie von ca. 8 Grad Frühtemperatur. Uns kann’s egal sein, mit unserer Heizung sind wir auf der sicheren Seite.

Samstag, 24. September 2016

Tatsächlich ist die Temperatur in der Nacht auf 8 Grad abgesackt, wenigstens 8 Grad Plus. Gleich nach dem ersten Aufwachen hat Ilse die Heizung aufgedreht und binnen kürzester Zeit hatten wir im Schneckchen mollige 23 Grad. Fein!
Draußen ist es total neblig, man sieht keine 50 Meter, trotzdem lässt sich schon erahnen, dass das auch heute ein schöner Tag werden wird. Frühstück nehmen wir immer im Restaurant zu uns und danach sind wir erst mal zurück ins warme Häuschen.
Im Lauf des Vormittags haben sich dann auch die letzten Nebelschwaden verzogen und die Sonne strahlte ungetrübt vom Himmel. Das nutzten wir für einen kleinen Spaziergang – wir haben ein wenig den Kletterern zugeschaut und sind mindestens 800 Meter zu Fuß gegangen. Chapeau!
Nach einem Vormittags-Pasch haben wir uns dann wieder ins Restaurant verfügt, Ilse hat sich Bratkartoffeln mit Spiegeleiern bestellt und Gernot hat dem Seelachs in der Kartoffel-Panade den Vorzug gegeben. Wieder ausgezeichnet – doch beim Servieren merkten wir überdeutlich, dass vor allem Luis endgültig urlaubsreif ist – denn er legte Ilse das Besteck gleich doppelt auf. Aber Gitti und Luis haben es für heuer bald geschafft, knapp drei Wochen noch und dann können die beiden wieder eine Zeit lang durchschnaufen.
Den Nachmittag verbrachten wir gemütlich im WoMo, wir haben Radio gehört, gespielt und uns dann wie üblich ein wenig niedergelegt. Campen darf ruhig auch einmal erholsam sein, man muss der Welt nicht jeden Tag mit Gewalt einen Haxen ausreißen, wie man so sagt…
Dann war eh schon wieder Zeit zum Abendessen – heute ist der Luis der Küchenchef, quasi der „Maestro della Cucina“, denn Köchin Elisabetta hat bereits die Heimreise in Richtung Polen angetreten. Gernot hat sich die Menüwahl heute einfach gemacht und auch am Abend den Seelachs gegessen, Ilse hat sich mit einer Currywurst zufrieden gegeben.
Dann sind wir ins WoMo zurück, erst mal das Essen ein wenig sacken lassen. Direkt neben uns hat sich im Laufe des Abends dann eine Gruppe VW-Bus-Camper formiert, alles Allrad-Fahrzeuge. Sie haben sich schnell eine Art „Wagenburg“ eingerichtet und dann ist es ziemlich hoch hergegangen – mit Bier, Wein und Lagerfeuer.
Prinzipiell haben wir allergrößtes Verständnis für feierwillige Camper, sozialer Lärm stört uns praktisch nie, lautes Lachen finden wir höchstens ansteckend. Was bei VW-Bus-Campern aber zum veritablen Alptraum werden kann, sind die Schiebetüren ihrer Fahrzeuge. Luis hat das mal so auf den Punkt gebracht: „Für mich hört es sich immer so an, als hätte jeder VW-Bus 50 Schiebetüren.“ Vor allem natürlich deshalb, weil VW-Bus-Camper die Angewohnheit haben, diese Schiebetüren alle paar Minuten zu öffnen und unmittelbar danach wieder mit dem bekannten Geräusch ins Schloss fallen zu lassen. Drei VW-Busse mit 50 Schiebetüren, das ergibt 150 Möglichkeiten, sich dieses ätzende Geräusch unzählige Male am Tag anzuhören.
Und so war es dann auch – bis knapp vor Mitternacht vergingen nie zehn Minuten, in denen KEINE Schiebetür zugeworfen wurde – echt nervig. Dazu kommt noch das Lagerfeuer am Platz – jedes Fahrzeug hier hat Flüssiggas an Bord, da wirkt heftiger Funkenflug nicht sehr beruhigend. Wie auch immer – kurz vor 24 Uhr ist Luis dann angeradelt gekommen und hat dem Spuk – höflich aber bestimmt – ein jähes Ende bereitet. Brav!
So konnten wir dann endlich unseren Schlaf finden und eine ruhige Nacht verbringen.

Sonntag, 25. September 2016

 Heute ist es weit weniger neblig als gestern, schon ab 9 Uhr scheint die Sonne vom Himmel. Wir starten in diesen schönen Tag mit einem Frühstück im Restaurant – das wird für heuer mit Sicherheit unser letzter Tag am Campingplatz Kesselberg sein. Wir plaudern ausgiebig mit Gitti und Luis, es ist wie gesagt nicht mehr allzu viel los am Platz, also haben die beiden ein wenig mehr Zeit, um sich zu unterhalten.
Später kommt dann noch die Polizei auf den Platz, sie suchen einen französischen Camper, der mit seinem WoMo einen Unfall gehabt und Fahrerflucht begangen hat. Sie finden ihn aber nicht, also ziehen sie unverrichteter Dinge wieder ab.
Wir verbringen unsere letzten Stunden mit einem Pasch, räumen danach unser Häuschen zusammen und ziemlich genau um 12 Uhr rauschen wir ab.
Die Fahrt zurück nach Innsbruck ist reine Routine, wir sind diesen Weg mehr als dreißig Mal gefahren, da kann uns nichts mehr wirklich überraschen. Der Verkehr ist vor allem in Richtung Deutschland ziemlich stark, wir haben hingegen keinerlei Probleme und fahren ohne jeden Stau nach Hause.

Als wir unser Schneckchen in seiner Garage parken, wissen wir immer noch nicht, ob das jetzt für heuer die letzte Fahrt gewesen ist. In knapp zwei Wochen ist in Hard/Vorarlberg ein Konzert, das wir uns anschauen werden. Und wenn das Wetter passt, dann fahren wir mit dem WoMo raus – mal sehen. Noch schaut der Wetterbericht relativ gut aus, aber für zwei Wochen im Voraus gibt’s natürlich keine sicheren Prognosen…

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