Sonntag, 24. September 2017

73. WoMo-Fahrt "Dienstfahrt"

73. WoMo-Fahrt "Dienstfahrt"
vom 23. September bis 24. September 2017
von Innsbruck-Kesselberg-Garmisch-Innsbruck
183km



Samstag, 23. September 2017

Unsere 72. WoMo Reise nannten wir „Einmal noch an den Kochelsee“ und eine Reise später gilt dieser Titel schon gar nicht mehr, denn wir fahren tatsächlich noch einmal zum Campingplatz Kesselberg zu Luis und Gitti. Dienstlich sozusagen.
Es hat sich nämlich ergeben, dass Gernot den Luis interviewen wird, für eine Südtiroler Zeitschrift. Die nennt sich „Südtiroler in der Welt“ und befasst sich mit ausgewanderten Landsleuten. Da gehört der Luis natürlich dazu und er hat diese Zeitschrift abonniert. Vor geraumer Zeit fragte Luis an, ob Gernot – mit seinen Connections als Journalist – eventuell ein Portrait über ihn als ausgewanderter Südtiroler einfädeln könne. Also hat Gernot mit der Redaktion in Bozen Kontakt aufgenommen und ein paar Tage später dann grünes Licht für ein Interview bekommen. Jetzt könnte man das Gespräch auch via E-Mail, WhatsApp oder – ganz Old School – auch per Telefon führen. Aber – warum nicht das Nützliche mit dem Angenehmen verbinden? Eben – und so haben wir am Samstag ein paar Kleinigkeiten zusammengepackt und sind mit unserem WoMo raus zum Kesselberg.
Für die Strecke brauchen wir etwas mehr als eine Stunde, der Verkehr war zwar stark, hat uns aber nicht aufgehalten. Das Wetter war durchaus schön, Sonnenschein und Temperaturen von gut 20 Grad. Ohne irgendwelche Zwischenfälle sind wir dann bei Luis und Gitti eingetroffen, haben uns auf den erstbesten Platz gestellt und 5 Minuten später sind wir schon im Restaurant gesessen. Zu unserer Überraschung wird Luis heute noch einmal grillen, ein Hendl und eine Haxe hat er für uns bereit eingeplant. Er freut sich sehr darüber, dass er für die „Südtiroler in der Welt“ interviewt wird und dass sein Portrait in der Zeitung erscheint. Zu Mittag ist schon sehr viel los in der Gaststube, also verlegen wir unser Gespräch auf später. Passt.
Wir essen eine Kleinigkeit, Ilse lässt sich Weißwürste schmecken, Gernot greift zum wiederholten Male zum gebackenen Seelachs. Wieder sehr gut, wie immer.
Nach einem ersten Pasch am Kochelsee haben wir uns dann ein wenig niedergelegt – der Begriff „ein wenig“ passt perfekt dafür. Denn keine halbe Stunde später klingelte das Telefon – Luis hätte jetzt Zeit. Na dann – rauf in den Gastgarten.
Nach einer dreiviertel Stunde hat Gernot genügend Interessantes aus dem Leben von Luis aufgeschrieben, um daraus ein fesches Interview zu machen. Ilse hat viele Fotos geschossen, später kommt für einige Bilder noch Gitti dazu – es sind wirklich sehr nette Aufnahmen geworden. Kommende Woche wird dann Gernot das Ergebnis nach Bozen mailen und in eine der nächsten Ausgaben wird dann der Luis aus dem Blatt lachen. Sehr lässig. Übrigens – Gernot hat von der Redaktion kein Honorar verlangt, das ist ein reiner Freundschaftsdienst am Luis. Der hat sich dann gleich erkenntlich gezeigt und uns auf unseren Aufenthalt hier eingeladen – Stellplatz gratis, Hendl und Haxe ebenfalls. Jo hoi! Danke Luis, Danke Gitti!
Nach dem Interview sind wir dann ins WoMo zurück und haben uns noch einen Pasch ausgespielt. Und dann haben wir Besuch vom Gustl bekommen, dem schönen schwarz-.weißen Platzkater vom Kesselberg. Der ist uns gegenüber schon lange nicht mehr schüchtern und ohne Umschweife ist er in unser WoMo hereinspaziert. Wie gut, dass wir immer einen Vorrat an Katzenfutter mit an Bord haben – das verbindet! Gustl hat die angebotene Packung „Knuspertaschen“ auf einen Satz leergefressen und sich danach einen gemütlichen Platz für das Verdauungs-Schläfchen gesucht. Zuerst hat er sich überhaupt auf Ilses Kuscheldecke niedergelassen – die hat ihn dann samt Decke auf das Bett übersiedelt. Sofort ist der Kater weggedöst und hat sich auch vom Klappern der Pasch-Würfel nicht stören lassen. Sehr süß!

Ziemlich genau um 18 Uhr 30 waren wir dann mit unserem Spiel fertig und sind pünktlich zum Abendessen geschritten. Die Gaststube war rammel-voll, wir haben uns sogar auf einen bereits besetzten Tisch dazusetzen müssen. Kein Problem natürlich, mit unseren Tischnachbarn sind wir gleich ins Gespräch gekommen – bis dann halt das Essen zu Tisch gebracht worden ist. Ab diesem Moment war dann nur noch das Klappern des Bestecks zu hören, unterbrochen höchstens von einem leisen: „Mmmhh!“, „Unglaublich guat!“ oder „Köstlichst!“ Luis hat sich mal wieder selber übertroffen, er ist ein wahrer Grillmeister.
Mit vollem Bauch sind wir danach in unser WoMo zurück und haben uns noch ein Gute-Nacht-Match am Pasch-Ring geliefert. Draußen ist es empfindlich kühl geworden, wir messen um 22 Uhr keine 12 Grad mehr, unser kleiner Elektro-Ofen leistet uns gute Dienste.
In der Nacht hat es dann teilweise heftig geregnet, so richtig brutal kalt ist es aber dann doch nicht geworden. Gefroren hat natürlich keiner von uns, wir haben jede Menge Decken mit dabei.

Sonntag, 24. September 2017

Was für eine feine Nacht – so fein, dass wir erst knapp vor 9 Uhr aufwachen. Schnell ist mit dem Heizlüfter eine angenehme Temperatur im WoMo angerichtet und wir gehen frühstücken. Wir bleiben eine gute Stunde lang sitzen, genießen Butter, Marmelade, Käse, Schinken, Salami und weichgekochte Eier – dazu trinken wir Unmengen Kaffee, bestellen sogar noch eine Kanne nach.
Dann stöpseln wir den Strom ab und verabschieden uns von unseren Freunden. Ende Oktober treffen wir uns beim Törggelen in Südtirol wieder und alle freuen sich schon drauf.
Wir werden heute nicht den üblichen Heimweg über den Kesselberg nehmen, sondern vorher noch nach Garmisch fahren. Dort kennen wir einen VW-Händler und wir wollen schauen, ob der einen günstigen Bus oder Camper anzubieten hat. Nadja und Christian fahren ja nächstes Jahr nach Kanada, den USA und Südamerika und wollen dort mit einem eigenen Auto unterwegs sein.
Die Fahrt führt uns zuerst nach Murnau, dort fahren wir für ein paar Kilometer auf die Autobahn, anschließend bringt uns die Bundesstraße nach Garmisch. Der Verkehr aus der Gegenrichtung ist gigantisch, im Prinzip herrscht die ganze Fahrt über Kolonnenverkehr, letztlich bis zurück zur Inntalautobahn (!). Wir haben es gemütlicher und rollen mit einem 80er dahin.
In Garmisch parken wir uns dann beim VW-Händler ein – er hat wirklich ein paar sehr gute Angebote ausgestellt – darunter ein echtes Schnäppchen. Einen blauen VW-Bus, Baujahr Juni 2013, 80.000 km, um 16.850 Euro. Zwar kein Camper, aber mit voll isoliertem Innenraum, Fenster in der Schiebetür und in der Heckklappe. Die Leasing-Bedingungen sind durchaus annehmbar – 4.000 Euro Anzahlung, 54 x 199 Euro und abschließend noch 3.500 Euro Restzahlung. Rechnet man dann noch die in Österreich fällige NOVA dazu (13 Prozent) dann wäre das eine leistbare Option. Aber – Google sagte uns später, dass Österreicher in Deutschland kein Fahrzeug leasen dürfen, welches dann in Österreich angemeldet wird. Schade – müssen wir alle gemeinsam weitersuchen…
Genau gegenüber vom VW-Händler hat dann ein MC-Donalds-Restaurant ein spontanes, kleines Hungergefühl bei uns ausgelöst – Werbung wirkt! Doch beim Eintritt sahen wir schon das große Selbstbedienungs-Paneel und kehrten auf den Absätzen um. Wir werden uns auch in Zukunft die Burger nicht selber zusammenstellen und uns dann mit einer Nummer in eine lange Warteschlange einreihen. Entweder Bedienung am Kassenpult oder gar nicht. Wir müssen nicht jeden Scheiß mitmachen und können auch ohne das Essen von McDonalds problemlos weiterexistieren.
Die Heimfahrt nach Innsbruck ist dann eine sehr gemütliche gewesen, auch den Zirlerberg hat unsere Schnecke anstandslos bewältigt. Obwohl es hinunter um einiges anstrengender und mühsamer ist, als hinauf. Vor allem für Gernot, der die Temperatur der Bremsen gut im Auge haben muss, denn das Gefälle ist mit 16 Prozent wirklich grenzwertig.
In Innsbruck war unser Häuschen dann schnell in seiner Garage verstaut, wir mussten ja nur den Pasch und ein paar wenige Kleidungsstücke mitnehmen. Die übrig gebliebenen Bier-Dosen bleiben gleich im WoMo – einmal wollen wir ja noch weg, an den Gardassee. Wenn alles passt… 



Sonntag, 10. September 2017

72. WoMo-Fahrt "einmal noch Kesselberg"

72. WoMo-Fahrt "Einmal noch Kesselberg"
vom 9. September bis 10. September 2017
von Innsbruck-Kesselberg-Innsbruck
152km



Samstag, 9. September 2017

Langsam aber sicher neigt sich unsere 10. WoMo-Saison ihrem Ende zu, noch ist Schneckchen aber nicht endgültig für den Winter garagiert. Weil wir Lust auf eine knusprige Haxe haben und unsere Freunde Luis und Gitti wiedersehen möchten, machen wir uns auf zum Kochelsee.
Die Vespa bleibt diesmal daheim, wir werden wenig bis gar nichts unternehmen und uns nur verwöhnen lassen. So ist der Plan. Bereits am Freitag haben wir ein paar Getränke eingekauft, der Rest ist sowieso noch im Wohnmobil. Im Prinzip müssen wir nur die Kennzeichen vom Ford Fiesta auf unser WoMo montieren und sind dann schon abfahrbereit.
Gegen 10 Uhr sind wir dann auf die Autobahn aufgefahren, unsere 2-Monats-Vignette gilt ja noch. Es herrscht schon ordentlicher Rückreiseverkehr, jetzt gehen ja endgültig auch die letzten Sommerferien zu Ende. Wir kommen aber gut voran, den Zirlerberg meistert unser Häuschen ohne Pause und gemütlich rollen wir nach Krün hinaus. Dort bleiben wir kurz bei ALDI stehen und kaufen ein paar Kleinigkeiten für daheim.
Von Krün an den Kochelsee ist es dann nur mehr ein Katzensprung, den Kesselberg spürt unser WoMo nicht einmal richtig, die Temperaturanzeige bewegt sich keinen Millimeter vorwärts. 
Gut so.
Weit vor Mittag fahren wir bei Luis und Gitti vor, wir werden herzlich begrüßt und suchen uns zwanglos unseren Platz. Die Saison ist auch hier am Campingplatz Kesselberg bald vorbei, das merken wir allein schon daran, das Luis heute nicht seinen Grill anwerfen wird, denn bei so wenigen Gästen rentiert sich das nicht wirklich. Schade und wurscht gleichzeitig – die Speisekarte gibt auch so noch einiges her.
Wir schreiten dann bald einmal zum Mittagstisch und essen hervorragend wie immer. Gernot gibt dem Tafelspitz in der Kren-Sauce den Vorzug, Ilse entscheidet sich für die „Fleisch-Pflanzerl“, wie die Faschierten Laibchen bzw. die Buletten in Bayern genannt werden. Wirklich ein gutes Essen.
Dermaßen gestärkt haben wir dann im WoMo einen Pasch auf den Teller geklopft und bald einmal im Laufe des Nachmittages hat es dann zu regnen begonnen. Das überraschte uns aber gar nicht, denn schließlich können wir Wetterberichte lesen und die prognostizierten den Kaltwettereinbruch punktgenau. Zum Sonnenbaden sind wir ja eh nicht hergekommen, also machen wir es uns im Häuschen herinnen gemütlich.
Später haben wir uns dann ein wenig aufs Ohr gelegt und danach im Radio die Deutsche Fußball Bundesliga verfolgt. Noch ein schnelles Päschchen und dann war eh schon wieder Zeit fürs Abendessen. Ilses kleiner Hunger hat sich dann mit einer Eierspeise mit Schinken zufrieden gegeben, für Gernot bedurfte es dafür den überaus schmackhaften Seelachs in der Kartoffelpanade plus Kartoffelsalat. Super gut.
Später ist dann Sohn Bene gekommen, der Arme hat vor kurzem sein geliebtes Motorrad in einen Totalschaden verwandelt – ausgerechnet bei uns in Tirol. Dabei hat er bei seinem Sturz noch großes Glück gehabt, denn er ist mit ein paar Prellungen davon gekommen. Aber wie sagte weiland schon die Tante Jolesch so treffend: „Gott bewahre uns vor allem, was noch ein Glück ist!“ Dem ist nichts hinzuzufügen…
Übrigens wird Bene heuer nicht mit zum Törggelen nach Südtirol kommen, dafür haben wir mit Luis und Gitti jetzt den Termin dafür endgültig fixieren können. Später haben wir dann gleich noch am Tommele-Hof angerufen und uns fürs Töreggelen und Übernachten angemeldet. Neben den Perkmanns und uns zweien kommen noch Nadja und Christian mit und heuer wird auch der liebe Steve mit von der Partie sein. Denn dem schenken wir das Törggelen zum 30er, den wir kommendes Wochenende gebührend feiern werden.
Nach dem Abendessen haben wir uns dann noch einen weiteren Pasch ausgespielt und bei angenehmen Temperaturen (Danke Heizung!) eine feine Zeit verbracht. Der Regen hat nicht mehr aufgehört, draußen messen wir keine 14 Grad mehr, heute wird es wohl eine besonders frische Nacht geben. Völlig wurscht – wir haben zusätzlich zu den Federbetten noch unsere Kuscheldecken mit an Bord – es kann uns also nicht einmal theoretisch zu kalt werden. Fein…

Sonntag, 10. September 2017

Als Gernot kurz nach 8 Uhr die Augen öffnete, war es im WoMo schon wohlig warm. Ilse war schon eine halbe Stunde vorher aufgewacht und hatte bereits die Heizung auf Volllast gestellt – inklusive Gebläse. Sehr fein.
Wie immer sind wir dann ins Restaurant zum Frühstück geschritten und haben uns damit einen perfekten Start in den Tag gegönnt. Sicher länger als eine Stunde sind wir zusammengesessen und haben uns mit Gitti und Luis unterhalten. Und wir haben natürlich auch geblödelt. So hat Gernot, nur um einen anderen Gast zu verdutzen, zu Luis gesagt: „Geh Luis, sei so nett und schick mir dann deine Thailändische Masseuse zu mir ins WoMo, ich hab‘s ein bisserl mit den Kreuz.“ Und der Luis antwortete spontan: „Das geht leider nicht, die hat’s selber mit dem Kreuz…“ Der Gast hat’s ja überhaupt nimmer geglaubt…
Nach dem guten Kaffee und der Butter-Semmel-Wurst-Schinken-Käse Kombi sind wir dann zurück ins WoMo und haben uns einen Vormittagspasch ausgespielt. Die Kälte im Inneren haben wir mit unserem Elektro-Ofen vertrieben – den führen wir schon lange mit und ab und zu darf er zum Einsatz kommen. Wir müssen ihn aber stets auf Sparflamme halten, denn auf Höchststufe würde er unser WoMo innerhalb kürzester Zeit auf jenseits der 30 Grad Marke aufheizen.
So ist es dann langsam Mittag geworden und wir haben uns für den Aufbruch vorbereitet. Das ging natürlich wie immer ruck-zuck und nach ein paar Minuten konnten wir schon zur allgemeinen Verabschiedung schreiten. Küche-Fee Elisabetha werden wir erst kommendes Jahr wiedersehen, Luis und Gitti ja schon in fünf Wochen in Südtirol.
Die Heimfahrt nach Innsbruck ist ja schon längst Routine, wir fahren die Strecke nun schon zum 30. Mal, wenn nicht noch öfter. Einziges Kriterium ist eh nur der Zirlerberg und weil heute ziemlicher Verkehr geherrscht hat, sind wir vor der Ortsdurchfahrt von Leithen stehen geblieben und haben ein verkehrsarmes Fenster abgewartet. Denn die steile Strecke lässt sich dann am besten meistern, wenn wir unser eigenes Tempo fahren können, einen Vielbremser können wir da überhaupt nicht brauchen. Sonst werden unsere Bremsen zu heiß und das kann schnell gefährlich werden.
Die letzten Kilometer zurück nach Innsbruck führen dann wieder über die Inntal-Autobahn und um ca. 13 Uhr 30 parkten wir vor unserem Haus ein.
Lässig war es wieder am Campingplatz Kesselberg, wir wissen schon, warum wir immer wieder so gerne da raus fahren. Sich mit Freunden treffen und sich rundherum kulinarisch verwöhnen lassen – was kann es viel Schöneres geben?
Übrigens – die diesjährige WoMo-Saison ist für uns immer noch nicht beendet, mindestens einmal werden wir heuer noch wegfahren. Und zwar an den schönen Gardasee – wahrscheinlich übernächstes Wochenende. Wenn das Wetter halbwegs passt – mal schauen, wir sind allerdings guten Mutes. Der „goldene Herbst“ kann ruhig kommen.