Montag, 2. Dezember 2019

INDIEN - Tag 41, Fahrt Coorg/Madikeri nach Mangalore

Montag, 2. Dezember 2019
Wir stehen für unsere Verhältnisse recht spät auf, erst so gegen 8 Uhr 30. Die ganze Nacht über hat es stark geregnet, aber jetzt ist mal Pause. Die nützen wir und machen uns auf die Suche nach einem Frühstück. Zwar wäre das sogar im Hotelpreis inbegriffen, aber vor 9 Uhr 30 geht nichts, bedauert der Manager. Außerdem gibt’s nur Chai und indisches Frühstück, also no Toast, Butter, Jam and no Coffee, sorry Sir. Wurscht, ein Käffchen und ein schwarzer Tee werden sich wohl finden lassen. Mit unseren Anoraks sind wir gut bedient, denn es wird kaum 20 Grad haben. Die Suche nach einem Frühstück wird dann zu einem mittleren Stadtrundgang durch Coorg, denn hier heroben ticken die Uhren etwas anders, denn auch noch weit nach 9 Uhr hat höchstens ein Drittel der Geschäfte geöffnet. Einmal waren wir knapp dran, wir sahen an einem Stand zahlreiche Inder Tee trinken. Aber leider - no black Tea und der Kaffee war leider schon vorgezuckert. Doch dann bekamen wir von einem Shop-Betreiber den entscheidenden Tipp und bald darauf ließen wir die ersehnten Heißgetränke in uns reinrinnen. Passt, und somit sind wir - etwas spät, aber doch noch - gut in den Tag gestartet. Wir haben inzwischen beschlossen, dass wie nach Möglichkeit noch heute von hier abhauen werden. Es wird auch die nächsten Tage mit 90 - 100-prozentiger Wahrscheinlichkeit regnen - und das fast den ganzen Tag über. Das brauchen wir nicht, für Starkregen sind wir nicht ausgerüstet und nur mit einem Regenschirm in der Hand herumzulaufen taugt uns auch nicht besonders. Uber kann uns leider kein Fahrzeug vermitteln, wäre hier heroben eher nur ein Zufall gewesen. 
Also verhandelt Gernot mit ein paar Taxifahrern über den Preis für eine Fuhre nach Mangalore. Zwar schleift sich der Preis recht schnell von 4.000, 3.800 und 3.500 auf 3.300 RP ein, aber eine offizielle Preisliste - die nebenbei bemerkt, JEDER Taxler per Gesetz im Fahrzeug mitzuführen hat - zeigt niemand her. Auch egal, deswegen werden wir nicht zu streiten anfangen, 3.300 RP sind eh nicht unleistbar. Wir nutzen dann noch ein bisschen die regenfreie Zeit und machen eine mittelgroße Runde durch Madikeri/Coorg. Prinzipiell ist das kein unguter Ort und die Gegend hier ist sowieso fantastisch. Aber halt nicht im Dauerregen. Wir holen uns vom ATM wieder einmal frisches Geld, obwohl wir noch lange nicht ohne Scheine dastehen. Aber wir probieren lieber frühzeitig Geld abzuheben, denn höchstens ein Drittel aller Bankomaten akzeptiert unsere Karten. Und wie jeder weiß - bei Geld ist vor allem wichtig, dass man rechtzeitig drauf schaut, dass man eins hat, wenn man eins braucht. Oder so ähnlich …#


Am Weg zurück ins Hotel sind wir dann natürlich gleich von mehreren Taxlern „überfallen“ worden, denn natürlich hatte sich inzwischen herumgesprochen, dass wir nach Mangalore fahren möchten. Mit einem netten Mittvierziger sind wir dann handelseins geworden - 3.000 RP. Er gab uns noch seine Telefonnummer und wir gingen auf unser Zimmer. Die Sachen sind heute sehr schnell zusammengepackt, es ist ja fast alles in den Taschen geblieben. Alles ist klamm und fast ein wenig feucht, kein Wunder bei dem Dauerregen. Dann checkt uns Ilse gleich noch ein Hotelzimmer in Mangalore, wir werden im Hotel „Bombay Regency“ absteigen und buchen für zwei Tage. Wir rufen dann um ca. 10 Uhr unseren Taxler an und schon fünf Minuten später „kratzt“ er an der Tür. Schnell noch dem Hotelmanager ein freundliches „Namaste“ zugerufen und zack - schon waren wir wieder auf der Landstraße. Bereut haben wir den „“Ausflug“ hierher nicht, schade halt, dass das Wetter nicht gepasst hat. Nach Mangalore sind es von Madikeri/Coorg 138 Kilometer und wir haben das Gefühl, dass es andauernd nur abwärts geht. Das gilt natürlich in erster Linie für die ersten gut 40 Kilometer, denn da schraubt sich die Straße in zahllosen Kurven steil nach unten. Unser Taxler ist ein sehr besonnener und wirklich perfekter Fahrer, später erfahren wir, dass er 15 Jahre lang in Dubai tätig war. 

Das erzählt er uns bei einem Stopp nach gut einer Stunde Fahrt. Übrigens ist er der erste Taxler, der bei der erstbesten Gelegenheit stehengeblieben ist, als wir ihn darum gebeten haben. 
Zu unserem Glück sind wir bei einer Cafeteria gelandet, mitten in der Pampa! Und die hatten erstklassigen „Cappuccino Classico“ im Angebot, was für ein Genuss. Gernot hat sich gleich noch zwei Samosas dazu bestellt, ein wunderbares Frühstück. Unser Fahrer - er heißt übrigens Ali - hat nichts gegessen und auch nichts getrunken, obwohl wir ihn natürlich eingeladen hätten. Jeder wie er will. Die Fahrt war wirklich lässig und sehr angenehm, wir sind durch zahlreiche Orte und einige größere Städte durchgekommen. Das nie enden wollende Verkehrschaos, die bunten Bilder, die schrecklichen Bilder, die fantastischen Gerüche, der üble Gestank, die vielen verschiedenen Tiere auf und abseits der Straße - das ist alles nicht wirklich in Worte zu fassen. Indien halt …



Wir sind dann noch einmal kurz stehengeblieben und gegen 13 Uhr 20 sind wir dann vor unserem Hotel eingetroffen. Wir sind hier mitten im Moslem-Viertel, das „Bombay Regency“ liegt genau gegenüber einer großen Moschee und die Mohammed Ali Road, in der sich das Hotel befindet, ist höchstwahrscheinlich nicht nach Cassius Clay benannt 😊 Ist uns natürlich wurscht, ein Muezzin nervt uns auch nicht mehr als Kirchenglocken. Anders halt … Das Zimmer ist voll in Ordnung, wir haben eine 1a Klimaanlage und das heiße Wasser sprudelt ab der ersten Sekunde aus der Dusche. Super. 
Wir stellen uns gleich mal unter die Brause und machen danach einen ersten Erkundungsspaziergang. Ausgerechnet rund um unser Hotel gibt es keine befestigte Straße, da heißt es doppelt aufpassen, denn bei den groben Steinen knickt man schnell einmal um. Alles tropft vor Nässe, es hat sicher noch bis vor kurzem geregnet und es schaut ganz nach neuerlichem Regen aus. Wir kommen an einen Fluss, von dem aus eine Fähre aufs andere Ufer übersetzt. Von dort ist es dann nicht mehr weit bis ans Meer. Allzu weit entfernen wir uns lieber nicht von unserem Hotel und wie es dann zu regnen beginnt, sind wir froh darüber. Wir „retten“ uns ins hoteleigene Lucky Bombay Restaurant“ und essen dort ausgezeichnet. Wir sitzen im AC-Bereich, ist auch notwendig, denn es hat gut 30 Grad draußen, bei einer Luftfeuchtigkeit von über 80 Prozent. Da hast du dann auch eher die Fische in der Mausefalle … Bei einer kleinen Rast im Hotel schmieden wir dann unsere weiteren Pläne. Wir werden von hier aus einen großen „Hüpfer“ machen und nach Delhi fliegen - also von Süd- nach Nordindien. Der Flug dauert 2 Stunden 40 und sollte uns pro Nase um die 8.000 RP kosten, laut Internet. Wie das dann im „Reisebüro“ ausschaut, sehen wir noch. 
Um ca. 16 Uhr haben wir uns dann zu einem kleinen Rundgang durch unser Viertel aufgemacht. Es regnet nicht mehr, das ist ja schon mal was. Wir kommen bei einem großen Geschäftshaus vorbei, in dem sich gleich mehrere „Travel Agencys“ befinden. Wir gehen in das Büro mit dem größten Flugzeug am Werbeplakat und landen einen absoluten Volltreffer. Die nahezu vollverschleierte, junge Angestellte bedient uns sehr freundlich und professionell, bei einigen Details hilft ihr der Chef. Und so haben wir keine Viertelstunde später unsere beiden Tickets nach Delhi in der Hand, sowie die Bestätigung der Fluglinie auf unserem Handy. Und sonderbarerweise haben wir dafür noch um 100 RP weniger bezahlt, als wir für die billigsten Flüge im Internet ausgelegt hätten. Na das ist doch super! Wir fliegen übrigens übermorgen, also am Mittwoch, um 17 Uhr 30 in Mangalore ab und landen um 20 Uhr 10 in Delhi. Für den erfolgreichen Ticketkauf haben wir uns anschließend mit zwei Bier für Gernot, sowie mit Cola und Lays-Chips für Ilse belohnt und im Zimmer eine kleine Siesta gemacht. Bis uns halt ein kleiner Hunger noch mal ins „Lucky Bombay“ gehen hat lassen. Wieder haben wir super gegessen, irgendwas mit Hühnchen und Fried Rice. Danach haben wir noch einen ausgiebigen Spaziergang durch unsere Nachbarschaft gemacht und am Retourweg zum Hotel noch einmal zwei „Kingfisher Premium“ mitgenommen. Als Schlaftrunk quasi, denn außer ein wenige Channel-Surfen im großen Flat-TV (Sylvester Stallone, Bruce Willis und Arnold Schwarzenegger auf Hindi - köstlich!!) haben wir heute nicht mehr viel zusammengebracht …

Sonntag, 1. Dezember 2019

INDIEN - Tag 40, Fahrt nach Coorg/Madikeri

Sonntag, 1. Dezember 2019
Wir sind schon um 8 Uhr wach und keine halbe Stunde später sitzen wir schon auf der Bank vor „unserem“ Tea-Stall. Natürlich brauchen wir auch heute nichts bestellen, der Chef grinst nur und gibt den Auftrag nach hinten durch. Auch heute sind einige Schulkinder unterwegs, wenngleich höchstens ein Viertel der sonstigen Menge. Wir gehen zurück ins Hotel, kriegen unsere Wäsche geliefert und können nun alles zusammenpacken. Bald darauf sind unsere fünf Gepäckstücke reisefertig und damit auch wir - also rufen wir uns ein Uber-Taxi. Das kommt schon nach drei Minuten daher und weg waren wir, das war um 9 Uhr 40. Tschüss, du lässiges Mysore. Unser Fahrer war ein recht junger Typ, ist aber nicht zu risikoreich gefahren. Dafür hat es wieder das übliche „Theater“ gegeben, weil der Herr Taxler wieder nicht stehenbleiben wollte, als wir ihn darum gebeten haben. Es mag zwar wie eine Kleinigkeit anmuten, ist aber echt immer wieder nervig. Also mussten wir erneut laut werden, bis er endlich beleidigt angehalten hat. Eh wurscht irgendwie, sparen wir uns die ins Auge gefassten 300 RP Trinkgeld …Die Gegend gier ist fast überall sattgrün, die Kühe grasen auf saftigen Wiesen, anstatt im Müll einer Stadt nach Essbarem zu suchen. 
Wir kommen wieder durch ein Natur-Reservat, das erkennen wir vor allem an den zahlreichen Verbotsschildern. Die letzten paar Dutzend Kilometer nach Coorg/Madikeri geht es in unzähligen Kurven nach oben, denn die Stadt liegt über 1.100 Meter hoch. Wir kommen um 12 Uhr 30 bei unserem Ziel an, noch in Mysore haben wir uns im „Coorg Recidency“ vorangemeldet. Allerdings sind wir schnell wieder aus der Hütte draußen, verschimmelte Zimmer tun wir uns nicht an. Also ein höfliches „Namaste“ hinterlassen, den Taxler bezahlt und dann erst einmal direkt nebenan essen gegangen. Für unser Gepäck fanden wir einen guten Platz neben einem Tisch und bestellten uns „Dal Fry with Butter Naan“, viel anderes hat es auch nicht gegeben, dazu Pepsi. Das in einem silbernen Metall-Kübelchen Dargebrachte war dann ultrascharf, dafür verantwortlich waren wahrscheinlich die überdimensionalen Chilischoten, die obenauf schwammen. Trotzdem wars gut und wir (das heißt eigentlich nur Gernot) haben fast alles aufgegessen.

Währenddessen hat Ilse eine weitere Adresse zur Hand genommen, die sie sich noch in Mysore rausgeschrieben hat. Dort haben wir angerufen, der versprochene Rückruf ist aber nicht gekommen. Also noch ein Versuch, der endete mit einem vielversprechenden „Yes Sir, rooms are available“. Wir haben uns eine Rikscha gestoppt, der überaus sympathische Bursche konnte kein Wort Englisch. Aber er konnte lesen, also hat er die Adresse kurz studiert und ist dann mit uns losgefahren. Dieses - am Ende nutzloses - Suchen nach dem „Family Homestay“ war eines dieser Erlebnisse, das kannst du nicht erzählen, da muss man dabei gewesen sein. Schon nach fünf Minuten befanden wir uns abseits fester Straßen und der Weg ist immer steiler und enger geworden. Der junge Bursche hat seiner Rikscha echt alles abverlangt, wir hätten niemals geglaubt, dass die Dinger derart leistungsfähig und vor allem wendig sind. Die können buchstäblich ums Eck fahren, auch wenn danach eine 30-prozentge Steigung kommt. Unfassbar und auch unfassbar geil! Gefunden haben wir die Lodge wie gesagt trotzdem nicht. Also haben wir dem Wallah mit Händen und Füßen und viel „Hotel, Hotel!“ erklärt, er soll einfach in die Zivilisation zurückfahren. Bei einem halbwegs gutaussehenden Hotel haben wir dann anhalten lassen und Gernot hat die Lage gecheckt. Passt - sauberes Zimmer, gepflegter Sanitärbereich, mehr brauchen wir nicht. Der Preis für die Nacht war mit 2.300 wohlfeil, im Internet steht die Nacht mit 3.500 RP drinnen. Soll uns recht sein.

Wir gehen ausgiebig duschen und legen uns ein wenig flach, da hören wir schon, wie es draußen zu regnen beginnt. Wir pennen dann weg und wie wir aufwachen regnet es draußen in Strömen - aber echt. Wir gehen trotzdem raus, ja wir müssen - denn im Haus gibt es kein Restaurant. Wir gehen höchstens 100 Meter weit zum „Top of Town“ Restaurant und sind dort die einzigen Gäste. Wurscht - wir essen Fried Rice und Pommes, Softdrinks gibt es keine, also trinken wir Wasser. Passt. Das Essen war voll okay, wie immer in Indien. Draußen regnet es jetzt wirklich heftig, wir haben wenigstens unsere Schildkappen auf und die Anoraks an. Wir suchen dann noch nach einem Chai-Shop um Cola und Wasser zu kaufen, danach retten wir uns ordentlich eingeweicht in unser Zimmer. Na servas - das ist ein Regen! Tja, da wird es uns wohl nicht allzu lange halten in Coorg, denn für die nächsten Tage ist das gleiche bzw. noch schlechteres Wetter angesagt. Wir werden sehen - jetzt legen wir uns erst einmal nieder und genießen die gute Luft von Madikeri/Coorg.

Samstag, 30. November 2019

INDIEN - Tag 36, 37, 38, 39 - Mysore

Mittwoch, 27. bis Samstag, 30. November 2019
Unsere weiteren vier Tage in Mysore fassen wir wieder in einem Blogbeitrag zusammen. Am Mittwoch sind wir als erstes in den „Beer Garden“ frühstücken gegangen, die Speisekarte erfüllt uns diesbezüglich zum Glück alle Wünsche. Und so starten wir mit Toast, Butter, Jam, Black Tea, Coffee, double-fried Eggs, Cornflakes und Orangenjuice in den Tag. Derart gestärkt sind wir gleich zu Fuß zum Hotel zurückgegangen, unterwegs haben wir bei einem Bankomaten (ATM) frisches Geld geholt. Im Hotel dann nur schnell Handtücher und Leintuch gewechselt, schon waren wir wieder unterwegs. Vorerst nur zu unserem Tea-Stall-Wallah am Eck, auf ein schnelles Käffchen und einen Tee. Er sieht uns kommen, steht sofort auf und richtet unsere Bestellung her. Die wir aber gar nicht aufgegeben haben, ein „Hi!“ hat genügt. Schon sehr lässig. Wir haben uns dann ein Uber-Taxi gerufen und sind für 240 RP auf die Chamundi-Hills raufgefahren, ca. 15 Kilometer vom Zentrum Mysores entfernt. Die Chamundi-Hills zählen zu den 8 heiligsten Hügeln Indiens, dementsprechend groß ist der Andrang, wir überholen dutzende Busse. Oben am Berg angekommen sind wir an unzähligen Marktständen vorbeispaziert und haben uns viele Tempel angeschaut.  Letztendlich haben wir den riesigen Haupttempel umrundet, der einen großen Teil des Geländes einnimmt. Bei einem kleineren Tempel haben wir viele Affen gesehen, eines der Tiere, ein Weibchen, hatte keine Hände mehr. Die wird’s auch nicht leicht haben … 
Den kilometerlangen Marsch zur großen Nandu-Statue haben wir uns dann erspart, wir sind keine Mittfünfziger mehr …😊Stattdessen sind wir essen gegangen, der lange Spaziergang hat uns hungrig gemacht. Gernot hat sich ein ausgezeichnetes Thali bestellt, Ilse war mit einem Cola zufrieden. 
Danach sind wir noch weiter herumflaniert und irgendwann hat Gernot zufällig unseren Taxler gesehen. Der hat sozusagen auf uns gewartet, aber wir hätten schon längst weiter oben ein anderes Taxi nehmen können. Er ist mit uns dann noch beim so genannten „View Point“ stehen geblieben und Gernot hat schnell ein Foto geschossen. Hat dann 30 RP (!) gekostet, weil es dort auch Ferngläser gegeben hat, die man für den Eintritt benutzen durfte. Wurscht, das Bild „Mysore von oben“ ist wenigstens halbwegs was geworden …Wir haben uns dann vom Taxi gleich in den „Beer Garden“ bringen lassen, kleine Zwischenmahlzeit einnehmen und ein Bierchen genießen. Für Gernots hats noch „Palak Paneer“ gegeben, köstlicher Spinat mit Käsestückchen. Ilse wagte sich erneut über ein Eis, diesmal einen Bananensplit. Danach mit der Rikscha ins Hotel und ruhen. 
Gegen 20 Uhr sind wir dann noch einmal (!!) in den „Beer Garden“ gefahren und haben wieder ausgezeichnet gegessen und kaltes Bier getrunken. Aber dann nix wie zurück ins Hotel und zack - Licht aus und weg waren wir. Der Donnerstag hat dann für Ilse nicht besonders gut angefangen - Schnupfnase! Aber richtig - natürlich wegen der Klimaanlage. Wir nehmen am Tea-Stall am Eck unser kleines Frühstück zu uns, heute mit einem Schokokuchen. Wir sind danach zu Fuß zum „Beer Garden“ spaziert, dort auf einen kleinen Einkehrschwung kurz Halt gemacht und danach zu Fuß zu einer großen Mall, ca. 2 Kilometer entfernt. Das so genannte „Einkaufszentrum“ hat nicht viel hergegeben, nur Bekleidung, Elektronik und Krimskrams, aber nicht einmal Lebensmittel. Dafür einen McDonalds und allein schon wegen dem eiskalten Coca-Cola mit Eiswürfeln und den Pommes mussten wir hingehen. Hat geschmeckt wie erwartet. Weit besser war hingegen der Cappuccino einen Stock darunter, der war wirklich gut. Wir haben ihn auf einer Terrasse genossen, eine sehr gemütliche halbe Stunde war das. Aber - wir sind ja nicht ganz ohne Grund hierhergefahren, Ilse braucht dringend Taschentücher. Leider gibt es im ganzen Haus keine zu kaufen, später vergessen wir dann darauf. Von der Mall sind wir dann über lustvolle Umwege zu unserem Hotel zurückgegangen und haben uns niedergelegt. Viel haben wir dann an diesem Tag nicht mehr zusammengebracht, wir sind noch einmal in den „Beer Garden“ zum Essen gefahren und haben uns dort „Fish and Chips, sowie Chicken 65“ kommen lassen. Bei der Zahl 65 handelt es sich übrigens um die Anzahl der verwendeten Gewürze. Ein Traum! Danach nur noch ins Hotel und ruhen.

Am Freitag wieder als erstes zum Tea-Stall, heute mit Zitronenkuchen. Danach haben wir uns gleich wieder niedergelegt und bis gut 13 Uhr wunderbar gedöst. Aber dann haben wir einen - für unsere Verhältnisse - mächtigen Spaziergang hingelegt, deutlich über sechs Kilometer weit. Wir sind zur Mall rüber gegangen, wo wir schon eingekauft haben. Dort hat es dann Taschentücher in der erwünschten Qualität gegeben. Und Chips und Süßigkeiten obendrein. Danach sind wir einfach so herumgelatscht und haben eine wirklich feine Zeit gehabt. Wir sind an einem großen Markt vorbeigekommen, da haben wir eine Frau gesehen, die aus einem Kübel Wasser in nagelneue „Bisleri“ Trinkwasser-Flaschen umfüllte und zuschraubte. Na servas, auf so was will man lieber nicht reinfallen …!
Das Wetter ist wie geschaffen zum Flanieren, es hat höchstens 28 Grad, es ist stark bewölkt und es weht ein feines Lüftchen. Mit einer Rikscha sind wir dann ins Hotel zurück, ein bisschen den Blog auf Vordermann bringen und dann ein wenig schlafen. Abends sind wir dann wieder in den „Beer Garden“ gefahren, erwartungsgemäß haben wir wieder gut getafelt. Ilse ist erneut nicht am „Chicken 65“ vorbeigekommen, übrigens gibt es auch ein „Chicken 95“ auf der Karte. Doch beim 95er wird mit einem + vor großer Schärfe gewarnt und das mag in Südindien wahrlich etwas heißen. Gernot kann das bestätigen, denn seine „Veg. Spaghetti“ waren höllisch scharf. Beim Servieren hat er eh noch gehofft, das Rote käme von den Tomaten, so kam es denn aber doch vom überreichlich verwendeten Chili. Passt schon, brennt nach dem Essen nur kurz weiter, das hält man schon aus.
Der Samstag war dann unser letzter voller Tag in Mysore. Eigentlich wollten wir heute schon weiterfahren, aber wir denken, am Sonntag sollten wir leichter ein Zimmer kriegen, als an einem Samstag. Unser nächster Weg wird uns nach Coorg führen, ebenfalls eine Hill-Station, auch das „Schottland Indiens“ genannt. Die Stadt ist auch als Madikeri bekannt, mal schauen, was uns dort erwartet. Vorerst sind wir aber noch in Mysore, die Stadt ist wirklich ein Ort, an dem man gerne länger bleibt. Sie ist für indische Verhältnisse wirklich eine saubere Großstadt und es wird auch drauf geschaut. Die Leute, denen wir begegnet sind, waren alle freundlich, von den vielen Rikscha-Wallahs, über den Tea-Stall-Besitzer, die Kellner, die VerkäuferInnen bis hin zum Hotel-Personal. Alle nett, nicht aufdringlich oder lästig. Sehr angenehm das Alles und deshalb werden wir immer gerne an Mysore zurückdenken.
Nach dem obligaten kleinen Frühstück beim Tea-Stall sind wir zu Fuß zum „Freedom-Fighter“ Park spaziert, der soll nicht mehr als einen Kilometer weit entfernt sein. 
Der Park selber ist sehr großzügig angelegt und wirklich sehr sauber. Wir kommen gleich zu seiner Hauptattraktion, einem wirklich beeindruckenden Denkmal von Gandhis Salzmarsch. Das hat ein echter Meister angefertigt, die Figuren sind ungemein realistisch dargestellt. Wir können uns lange nicht von diesem Kunstwerk losreißen und machen natürlich zahlreiche Fotos davon. Sehr, sehr lässig. Leider haben wir von anderen Freedom-Fightern nichts gesehen, nur noch ein eher erbärmliches Denkmal eines unbekannten Soldaten. Im Internet wird der Park ganz anders dargestellt und es werden Skulpturen gezeigt, die nicht da sind. Egal, alleine schon das Salzmarsch-Denkmal ist den Weg hierher mehr als nur wert gewesen. Über weite Umwege sind wir dann zu unserem Hotel zurückmarschiert, zwischendurch haben wir uns für ein Viertelstündchen auf eine Treppe gesetzt, genau gegenüber von einem kleinen Hindu-Tempel. 
Das permanente Kommen und Gehen dort, die Rituale beim Eintreten, die Gesten und Verbeugungen usw. waren schon sehr interessant. Einmal ist ein Rikscha-Wallah genau vor dem Eingangstor stehen geblieben und hat von seinem Three-Wheeler aus eine kurze Puja gemacht - 20 Sekunden und weg war er wieder. Später haben wir dann eine Familie beobachtet, wie sie zu viert mit einem kleinen Mofa weggefahren sind. Ilse hat eh ein kleines Video davon gemacht, ist sehr nett geworden. Bei uns daheim landest du mit so einer Aktion am Titelblatt der „Tiroler Tageszeitung“ … 😊 Im Hotel haben wir uns dann ein feines Schläfchen gegönnt und wieder ein wenig den Blog frisiert. Dann haben wir uns von der Rikscha zu „Domino’s“ bringen lassen, einer Pizzeria-Kette, die wir bisher auf allen unseren Stationen gesehen haben. Die Pizza war um einiges besser als erwartet, vor allem der Teig war wunderbar knusprig. Danach sind wir zu Fuß zum Hotel zurückmarschiert, insgesamt sind wir heute über 10 Kilometer weit gegangen.
Deshalb haben wir uns auch zum Abendessen fahren lassen, wie könnte es auch anders sein, wieder in den „Beer Garden“. Heute zum letzten Mal, also gönnen wir uns etwas, was wie noch nicht kennen - Frühlingsrollen. Einmal Veg. und einmal mit Chicken. Hat wunderbar geschmeckt, überhaupt ist das Essen in diesem Lokal wirklich sehr gut. Sonst wären wir auch nicht so oft hergekommen und hätten die hohen Preise akzeptiert. Ilse verpasst sich dann als krönenden Abschluss noch einmal einen Bananen-Split, auch weil sie den gestrigen noch nicht „bereut“ hat. Morgen geht’s nach Coorg, wir werden uns dafür ein Uber Taxi nehmen. Kostet keine 3.000 RP für die fast 140 Kilometer - an dieser Form des bequemen Reisens lässt sich sehr rasch Gefallen finden …