GErnot und ILse

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Montag, 29. August 2016

55. WoMo-Fahrt "Reparaturfahrt Kolbermoor"

55. WoMo-Fahrt "Reparaturfahrt Kolbermoor"
12. August 2016 - 249km


Freitag, 12. August 2016 

Wenn man als leidenschaftliche Wohnmobil-Camper mitten in der Saison plötzlich ohne Wohnmobil dasteht, ist das natürlich ein ziemlich hartes Los. So ist es uns ergangen – die Kupplung unseres Schneckchens hat nach über 185.000 Kilometern tadelloser Arbeit urplötzlich und lautstark ihren Dienst quittiert. Steht dem guten Teil auch zu – der Begriff „Verschleißteil“ ist ja nicht zufällig entstanden.
Also mussten wir unser WoMo unmittelbar nach der Rückfahrt aus Südtirol bei unserer Werkstätte im Stubaital abgeben.
Nun ist es ja nicht so, dass der Tausch einer Kupplung für eine Fachwerkstätte ein schwerwiegendes Problem darstellt, ist aber ein wichtiges Teil nicht mehr verfügbar, so sieht das gleich anders aus. Und so war es halt leider auch bei unserem Schneckchen, eine unscheinbar aussehende Rückholfeder war nur sehr schwer aufzutreiben – letztendlich wurde unsere Werkstatt in Polen (!) fündig. Der von leichtem, gegenseitigem Argwohn begleitete Bezahlvorgang und der Post-Transport dauerten dann auch noch ein paar Tage und schließlich waren wir beinahe zwei Wochen lang ohne WoMo. Echt hart.
Umso größer war die Freude, als wir unser geliebtes Wohnmobil wieder von der Werkstatt in Mieders abholen konnten – die Rechnung war mit ca. 1.150 Euro schon weit weniger erfreulich. Na ja – eine durchgebrannte Lampe wurde immerhin auch noch getauscht und unser Motorrad-Träger einer genaueren Prüfung unterzogen. Nützt nix. Jedenfalls hat Schneckchen jetzt Kupplung genug für den Rest seines Lebens – bis dass der Schrotthändler uns dereinst scheidet…
Mit unserem reparierten WoMo haben wir gleich am nächsten Tag, es war Freitag, der 12. August, eine so genannte Reparaturfahrt angetreten. Unser Ziel war der Ort Kolbermoor nahe Rosenheim, ca. 115 Kilometer von Innsbruck entfernt. Dort gibt es die Firma „Schrempf & Lahm“, die sind spezialisiert auf Hymer-Camper und betreiben ein umfangreiches Ersatzteillager. Und wir brauchen für unsere Fenster spezielle Stopper, die verhindern, dass die Scheiben seitlich aus ihrer Führung ausbrechen können. Ein paar dieser Leichtmetall-Teilchen sind im Laufe der Jahre verlustig gegangen, andere bei der bloßen Berührung zerbröselt. Schon wieder ein Verschleißteil also…
Ilse hat schon Tage vorher telefonisch und per Mail Kontakt mit „Schrempf & Lahm“ aufgenommen, Fotos geschickt und – jawohl, die Dinger sind lagernd. Also nix wie hin.
Nach Kolbermoor sind wir wenig einfallsreich über die Inntal-Autobahn gefahren und haben dank unseres Navigationsgerätes namens Ilse die Firma auch auf Anhieb gefunden. Dort wurden wir von einer ausnehmend bemühten Dame äußerst freundlich und kompetent bedient – hiermit soll eine ausdrückliche Empfehlung für „Schrempf & Lahm“ ausgesprochen werden. Weil wir schon da waren, haben wir ein weiteres, klassisches Verschleißteil erworben – die Arretierung unserer WoMo-Tür war ausgeleiert, schon das leichteste Windchen wehte uns die Tür zu. Jetzt kann ein Orkan toben oder auch ein Sturm wüten, die Tür bleibt beinhart offen. Eher hat sich unser „Problem“ ins Gegenteil verkehrt, denn jetzt lässt sich unsere Tür nur noch mit einer speziellen Technik und mit einem gehörigen Kraftaufwand entriegeln, aber das wird sich sicher auch irgendwann wieder verschleißen…
Für unsere acht Fensterstopper (jeweils Männchen und Weibchen) und die zweiteilige Tür-Arretierung bezahlten wir keine 6 Euro – sehr fein.
Nach dem Werkstatt-Besuch war uns gleich klar – zurückbrettern über die Autobahn ist laaaangweilig – also sind wir von Kolbermoor Richtung Tegernsee abgebogen. Die Fahrtroute wählten wir ausschließlich über Bundesstraßen und kleine Landstraßen, ein schöner Test für unsere neue Kupplung. Die funktioniert erwartungsgemäß ausgezeichnet, auf die Firma Krünes in Mieders kann man sich eben verlassen und wir werden das mit Sicherheit auch weiterhin tun.
Der malerisch schöne Tegernsee und der gleichnamige Ort begrüßten uns mit kilometerlangem Stopp-and-Go-Verkehr, keine Überraschung in einer Tourismus-Hochburg. Völlig überraschend hingegen waren für uns die Treibstoffpreise an den Tankstellen in und rund um Tegernsee – fast alle hatten den Diesel mit unter einem Euro im Angebot – Rekord-Tiefpreis 0,971!! An einen derart tiefen Preis in Deutschland können wir uns gar nicht erinnern, das muss jedenfalls schon viele Jahre her sein. Wahrscheinlich haben damals Modern Talking oder Milli Vanilli die Hitparaden angeführt und Gerhard Schröder hat noch am Tor zum Kanzleramt gerüttelt… Direkt schade, dass wir das Angebot wegen unseres zu dreiviertel vollen Tanks nicht nutzen konnten.
Von Tegernsee sind wir dann in Richtung Achensee weitergefahren, der Verkehr wurde spürbar schwächer und zeitweise hatten wir das Gefühl, alleine auf den Straßen unterwegs zu sein.
In Achenkirch sind wir dann bei einem Lebensmittelmarkt kurz eingekehrt – haben uns dort über eine famos unverschämte Verkäuferin kurz geärgert und anschließend im WoMo köstliche Fleischkäse-Semmeln vertilgt.
Derart gestärkt, haben wir dann die letzten Kilometer nach Innsbruck absolviert, ab Wiesing dann wieder über die Autobahn, die Bundesstraßen in Tirol mit den zahlreichen Ortsdurchfahrten kennen wir wirklich schon zur Genüge.

Schon am frühen Nachmitttag waren wir dann wieder zu Hause – aber nicht für lange Zeit. Denn schließlich ist immer noch Hochsaison für WoMo-Camper, also auch Hochsaison für uns. Die nächste Fahrt ist schon geplant, also in groben Zügen zumindest – wie üblich…

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