Dienstag, 12. Juli 2016

52. WoMo-Fahrt "5. Hochzeitstag in Hallstatt"

8. Juli bis 12. Juli 2016
Innsbruck-Mondsee-Hallstatt-Innsbruck; 557km

Freitag, 8. Juli 2016
Sommerferien! Ilse hat gestern ihren letzten Arbeitstag in diesem Schuljahr absolviert und hat jetzt fesche neun Wochen Zeit, sich zu erholen.
Normalerweise fahren wir traditionell schon am letzten Schultag mit unserem WoMo in den Urlaub, in den vergangenen Jahren immer direkt vom Schulhaus weg. Aber heuer hatten wir aber beide am Freitag noch Termine. Am Abend haben wir dann unser Schneckchen aus seinem riesigen Holzhäuschen geholt und für die kommenden Tage eingeräumt. Dann haben wir noch unsere Vespa auf den Motorradträger gewuchtet – fertig. 
Um den Urlauber-Reiseströmen in Richtung Süden zu entgehen, sind wir dann gegen 21 Uhr 30 in Innsbruck aufgebrochen, unser Ziel ist die Raststation Mondsee an der A1 in Oberösterreich. Wir sind tadellos vorangekommen, die Grenzkontrolle in Kufstein haben wir – mehr zufällig – umfahren, weil wir kurz bei der Autobahnraststätte stehen geblieben sind. 
Ohne eine Sekunde Stau sind wir dann in Mondsee angekommen, da wird es knapp nach Mitternacht gewesen sein. Gleich danach haben wir uns niedergelegt und feinen Schlaf gefunden, auch ein heftiges Gewitter hat uns nicht wirklich stören können.
 


Samstag, 9. Juli 2016  
Heute ist unser Hochzeitstag, vor fünf Jahren haben wir uns in Hallstatt das Ja-Wort gegeben, deshalb ist dieser malerische Ort im Salzkammergut auch unser Ziel.
Nach einem Guten-Morgen-Kaffee sind wir dann die vielleicht 65 Kilometer nach Hallstatt angegangen und knapp eineinhalb Stunden später haben wir uns am dortigen Campingplatz für die kommenden drei Tage eingebucht. Der Platz hat sich ziemlich verändert, es gibt zahlreiche neue Stellplätze und wo vor fünf Jahren noch grüne Wiese war, ist heute ein großer Parkplatz für Tages-Gäste eingerichtet. Sonst ist alles gleich geblieben – die bescheidenen, wenngleich stets sauberen Sanitäranlagen ebenso, wie der eher mürrische Campingplatz-Betreiber. Von seinem schwarzen Humor gab er uns gleich eine Kostprobe, als er von Bergwanderen verlangte, sie mögen doch bitte im Voraus bezahlen, denn nicht alle würden aus den Bergen auch wieder heil zurückkommen…
Schnell haben wir unser WoMo für den mehrtägigen Aufenthalt hergerichtet und dann unsere Vespa vom Träger gelassen. Das schöne Wetter lässt eine Ausfahrt zu, also los. Heute ist hier in der Gegend beinahe Ausnahmezustand, es wird eine „Mountainbike-Challenge“ ausgefahren, mit unfassbaren 4.000 Teilnehmern. Dementsprechend ist Betrieb auch auf der Bundesstraße, denn ein kleines Stück dürfen die Biker über Asphalt brettern, bevor es wieder auf die verschlammten Bergstrecken geht. Unglaublich, wie dreckig sich Menschen machen können und trotzdem sichtlich Spaß daran haben – jedem das seine.
Nach ein paar Kilometern Fahrt sind wir dann in den Nachbarort Obertraun gekommen und haben dort ein paar Einkäufe gemacht, hauptsächlich Zutaten für Spaghetti Bolognese und ein paar Süßigkeiten. Vorher waren wir schon in einem Lebensmittelgeschäft in Hallstatt, aber da waren die Preise so hoch, wie die Qualität niedrig (das Faschierte schillerte in mehreren Farben).
Anschließend sind wir zum Campingplatz zurück, haben einen Pasch gemacht und uns anschließend noch ein klein wenig niedergelegt.
Gegen 18 Uhr hat uns dann der Hunger aufbrechen lassen und wir sind zu Fuß den knappen Kilometer ins Zentrum von Hallstatt gegangen. Im „Bräuhaus Lobisser“ haben wir vor fünf Jahren unser Hochzeits-Essen gehabt. also sind wir auch heute hier eingekehrt.
Das einzig Positive an diesem Besuch gleich vorweg: wir haben den letzten Tisch im Gastgarten ergattern können. Sonst gäbe es nur wirklich Negatives zu berichten und nachdem jammern nicht unsere bevorzugte Art ist, nur ein paar Stichworte: Essen mäßig, Bestellung auf Österreichisch unmöglich, sämtliche Kellner sind Deutsche oder Osteuropäer. Also kein „Weißer Spritzer süß“, sondern „Weißwein Schorle“. Richtig ärgerlich und unappetitlich war dann das Essverhalten der unzähligen chinesischen Gäste zu beobachten, das man nur als ekelhaft bezeichnen kann. Würde man als Einheimischer derart „grausig fressen“ (was nicht schmeckt, wird wie selbstverständlich auf den Boden geschmissen), jeder Wirt würde einen hochkant rausschmeißen. Zu Recht! Aber den zahlungskräftigen Chinesen macht man in Hallstatt den Kotau, Geld stinkt bekanntlich nicht. Jedenfalls ist Hallstatt kein Platz mehr für „normale“ Touristen, kein Urlauber aus dem Westen kann sich hier noch wohlfühlen, eine derart brutale touristische Prostitution haben wir noch nirgendwo erlebt. Wer es nicht mit eigenen Augen gesehen hat, wird das nur schwer glauben können. So ist uns etwa beim Spazierengehen eine junge Chinesin entgegengekommen, hat ihr Getränk ausgetrunken und die Plastikflasche wie selbstverständlich in hohem Bogen über den Zaun in einen Garten geworfen. Zum Schämen – Hallstatt nennt sich Weltkulturerbe und ist heute nichts mehr anderes als eine ekelhafte Müllhalde, an der ein paar Einheimische kräftig verdienen. Für uns steht fest – nie wieder Hallstatt.
Nach dem Essen sind wir zum Matthias und seiner Familie gegangen, die schräg gegenüber vom Campingplatz ein Haus haben. Matthi ist ein langjähriger Best-Friend von Gernot und auch der Grund, warum wir uns hier haben trauen lassen. Zufällig war auch Alex aus Innsbruck zu Besuch, den haben wir auch schon länger nicht gesehen. Es ist dann ein netter Abend geworden, mit viel Wein, Bier und Quatschen – es war schon nach Mitternacht, als wir die paar Meter zu unserem WoMo zurückschlurften. In die Betten, Zack und weg!

Sonntag, 10. Juli 2016
Heute am Abend wird das Finale der Fußball-Europameisterschaft ausgespielt, das können wir uns natürlich nicht entgehen lassen. Matthi hat schon vor Tagen einen Tisch im „Gasthaus Mühle“ bestellt, der Wirt dort ist ein absoluter Fußball-Fanatiker, also der ideale Ort für ein kleines „Public Viewing“.
Wir haben den Sonntag sehr gemütlich angehen lassen, Gernot ist mit der Vespa zur Bäckerei gefahren, Ilse hat derweil Kaffee gemacht. Nach dem Frühstück haben wir uns auf unser rotes Mopedchen gesetzt und sind einfach Richtung Steiermark losgefahren. Zuerst galt es den bis zu 23 Prozent steilen Koppen-Pass zu bezwingen, eine Monsteraufgabe für unseren 11PS „starken“ Motorroller. 
Mit letzter Kraft schafften wir es dann doch bis zur Passhöhe und mussten dort eine Abkühl-Pause einlegen. Dann ging’s weiter – zuerst nach Bad Aussee und dann ein paar Kilometer weiter bis zum Altausseer See. Dort haben wir es uns auf einem Bootssteg bequem gemacht, eine Kleinigkeit getrunken und den Tausenden Fischen beim Schwimmen zugeschaut. Sehr entspannend und wirklich lässig.

Dann wieder rauf auf den Roller, wie wir bei Google-Maps gesehen haben, brauchen wir nicht mehr über den Koppen-Pass zurückfahren, sondern wir umrunden sozusagen den Hallstätter-See in einem großen Kreis.
Zwischendurch bleiben wir auf einem Parkplatz stehen, Ilse soll ein paar Fahrübungen machen. Sie macht ja in ein paar Tagen den Motorrad-Führerschein und da will sie nicht ganz ohne Praxis sein. Das Fahren funktioniert auch ganz gut, beim Stehenbleiben unterschätzt Ilse aber die mehr als 100 Kilogramm unserer Vespa, kann das Gewicht nicht halten und – Bumm – liegt sie samt Roller am Boden. Wie durch ein Wunder hat die Vespa gar nix abgekriegt, nur der Bremshebel hat sich verbogen. Ilse hat ein paar blaue Flecken mehr an Armen und Beinen, vor allem ihr kleiner Zeh hat sich ordentlich verfärbt. Aber alles halb so schlimm, das hätte auch böse enden können, der Motor der Vespa wird ja glühend heiß, damit ist Ilse aber zum Glück nicht in Berührung gekommen. Nach dieser Schrecksekunde sind wir nach Hallstatt zurückgekommen und haben uns erst mal ein wenig niedergelegt. Dann einen feinen Pasch gemacht und gegen 18 Uhr sind wir ins Zentrum Hallstatt rüber. Dort haben wir gestern bereits einen Verkaufswagen „entdeckt“ und lassen uns ein halbes Hühnchen (Gernot) und einen Hot-Dog (Ilse) schmecken. Eine gute Unterlage ist heute wichtig, es wird wohl einiges an Alkohol fließen. Das Essen war sehr gut, die türkischen Betreiber des Standes total nett und die Rechnung angenehm niedrig. Dann sind wir rauf zur „Mühle“ und waren dort die ersten Gäste. Der Wirt hat einen großen Flat TV und eine noch viel größere Leinwand für seinen Video-Beamer hergerichtet, das EM Finale Frankreich gegen Portugal konnte also kommen. Der Gastraum füllte sich dann zusehends, am Nebentisch freuten sich ein paar junge Franzosen auf das Spiel, für Stimmung war also gesorgt. Schließlich ist dann noch Matthi gekommen und wir haben einen sehr feinen Abend verbracht. Das Spiel endete mit einem doch überraschenden Sieg für Portugal, das entscheidende Tor zum 1:0 ist ein paar Minuten vor dem Ende gefallen. Kurzer Schlussapplaus, schnell noch unsere letzten Getränke geleert und weg waren wir.
Wieder ist es dann nach Mitternacht geworden, bis wir unsere müden Häupter auf die weichen Pölster betteten und augenblicklich einen feinen Schlaf gefunden haben.

Montag. 11. Juli 2016
Aufgewacht sind wir kurz vor 8 Uhr früh, aufgeweckt hat uns einer unserer Nachbarn, der den Motor seines WoMos im Stand laufen hat lassen. Nach einigen Minuten ist dann Gernot zu ihm hingegangen und es hat sich herausgestellt, dass der Spanier doch tatsächlich wegen der Klima-Anlage den Wagen gestartet hat. Das muss man sich vorstellen – damit seine fünf Mitreisenden nicht im Inneren des WoMos schwitzen müssen, sollen alle anderen am Platz den Lärm und den Gestank hinnehmen. Wie hirnlos, egoistisch und gefühllos muss man eigentlich sein, um auf eine solche Idee zu kommen? Jedenfalls hat Gernot dem Voll-Trottel ordentlich die Meinung gesagt und schließlich hat der Spanier seine Klapperkiste abgedreht. Keine Hilfe gab es übrigens vom Campingplatz-Betreiber, dem ist das vollkommen egal gewesen. „Der versteht mich eh nicht“, war sein einziger Kommentar. Für uns ist dieses Verhalten ein Grund mehr, nie mehr bei ihm zu campieren, der Mann interessiert sich schlicht einen Scheiß um seine Gäste, der hat ausschließlich seinen Vorteil im Auge. Das macht ihn für uns unsympathisch, auch dass er jeden Tag ab 18 Uhr von seinem Platz abhaut und die Camper sich selber überlässt, taugt uns nicht. Entweder ganz oder gar nicht – Teilzeit-Chefs können uns gestohlen bleiben.
Nach der kurzen Aufregung wegen dem verblödeten Spanier haben wir unser Moped gestartet und sind einfach wieder losgefahren – diesmal halt in die andere Richtung. Nach ein paar Kilometern wählten wir spontan die Abzweigung nach Gosau und sind dorthin gefahren. Die Strecke war die meiste Zeit mäßig steil, leicht zu bewältigen für unsere Vespa. Bald waren wir in Gosau angekommen und bewunderten dort das herrliche Bergpanorama des Dachsteins. Wir sind dann bis zum Gosauer-See weitergefahren, der am Talschluss liegt. Der Ausblick dort ist atemberaubend schön, fast schon kitschig.
Lang haben wir uns aber nicht am See aufgehalten und nach kurzer Rast sind wir zuerst zurück nach Gosau und dann nach Bad Goisern weitergefahren. Von dort sind es noch knapp 10 Kilometer bis Bad Ischl, also nix wie hin in die berühmte Stadt. Das Wetter war sehr schön und mit 33 Grad ordentlich heiß. In Bad Ischl haben wir einen ausgedehnten Stadtbummel gemacht, Gernot war zum ersten Mal hier, Ilse hat der Stadt vor gut 40 Jahren den letzten Besuch abgestattet. Natürlich hat sich alles völlig verändert, die Stadt ist aber in jedem Fall einen Rundgang wert.
Danach sind wir nach Hallstatt zurückgebrettert, heute sollten wir nicht zu lange unterwegs sein, denn für den Abend werden überall in der Region (und übrigens auch in ganz Österreich) schwere Unwetter erwartet.
Am späten Nachmittag hat sich dann Gernot als Koch betätigt und eine ordentliche Portion Spaghetti Bolognese zubereitet – wir hätten wohl fünf, sechs weitere Personen mitessen lassen können. Das Essen war dann sehr gut, wir haben ja auch noch köstlichen Parmesan-Käse dabei und Ilse machte uns einen schmackhaften grünen Salat dazu. 
Und später war es dann soweit, stundenlanger Starkregen und schwere Gewitter haben uns ins Innere unseres Schneckchens gezwungen, die Menschen in ihren Zelten waren in dieser Nacht beileibe nicht zu beneiden. Wir hingegen haben gut geschlafen – wie eigentlich immer.

Dienstag, 12. Juli 2016
Heute reisen wir von Hallstatt ab – unser nächstes Ziel wäre eigentlich Thalham und anschließend der Ossiacher-See gewesen. Wäre – denn schon in den Nachrichten am frühen Morgen hören wir, dass es überall im Land schwere Unwetterschäden zu verzeichnen gibt, zahlreiche Straßen sind gesperrt, auch solche, auf denen wir unsere Fahrt geplant hatten. Zudem ist der Wetterbericht äußerst schlecht, es wird auch in den kommenden Tagen überall im Land regnen, es wird weitere Unwetter geben und ab 2.000 Metern Seehöhe ist mit Schnee (!!) zu rechnen. Also beschließen wir spontan, hier und jetzt unseren Urlaub abzubrechen und nach Innsbruck zurückzufahren. Gesagt – getan – wir bezahlen die knapp 100 Euro für drei Tage Aufenthalt und Tschüss Hallstatt. 
Die knapp 250 Kilometer nach Innsbruck fahren wir einfallslos über die Autobahn – am Weg dorthin sehen wir mancherorts, was die Unwetter gestern angerichtet haben. Da sind wir wirklich gut dran gewesen, denn in Hallstatt hat es zumindest keine Äste von den Bäumen gerissen wie anderswo. Glück gehabt.
Mit einigen Pausen sind wir dann nach knapp vier Stunden daheim angekommen – die nächste Fahrt wird nicht lange auf sich warten lassen. Wir haben da schon so eine Idee…









                


  
  







Montag, 27. Juni 2016

51. WoMo-Fahrt "wieder eine Jubiläum...20. Mal Kesselberg"

24. bis 26. Juni 2016
Innsbruck-Kochelsee-Innsbruck; 161km

Freitag, 24. Juni 2016
Der Sommer ist da – und wie! Schon am Donnerstag wurden in Innsbruck gut 35 Grad gemessen, das ist eindeutig zu viel Hitze in der Stadt. Also raus.
Wir werden zum Campingplatz Kesselberg am Kochelsee fahren, von Innsbruck nur knapp 70 Kilometer entfernt. Es wird übrigens unser 20. Besuch dort sein, öfter waren wir natürlich noch auf keinem Campingplatz.
Ilse wird mit dem gepackten Wohnmobil direkt nach dem Unterricht von der Schule abgeholt und los geht’s vorerst Richtung Zirlerberg. Wenn etwas in Tirol „Berg“ heißt, dann  ist es üblicherweise auch ein Berg und der Zirlerberg ist wirklich „giftig“. Für unseren dicken Nasenbären sind die 20 Prozent Steigung immer wieder eine echte Herausforderung, darum bleiben wir auch meistens bei der Raststätte stehen um unserem alten Schneckchen eine Pause zu gönnen. Dann aber weiter und in einem Zug raus zum Kochelsee.
Das Wetter ist traumhaft schön, als wir am Kesselberg ankommen, ist kein Wölkchen am Himmel zu sehen. Die Betreiber Luis und Gitti umarmen uns zur Begrüßung und wir suchen uns einen Stellplatz.
Bald sind wir häuslich eingerichtet und schreiten zum Mittagstisch. Gernot gönnt sich eine hervorragende Curry-Wurst, Ilse bestellt sich einen abgebratenen Leberkäse mit Kartoffelsalat.
Danach ist Siesta angesagt, wir schlafen sogar ein Stündchen. Nach dem Aufwachen machen wir einen feinen Pasch und dann ist eh schon Essenszeit. 


Ilse isst einen Schweizer Wurstsalat, Gernot verdrückt ein Wiener Schnitzel.
Der Verdauungsspaziergang führt uns runter zum See, alles wie gehabt – er ist nass und von der Wassertemperatur her ziemlich frisch, um das Wort „arschkalt“ zu vermeiden.
Im WoMo machen wir noch einen gemütlichen Pasch, gehen gar nicht rauf zu Luis, obwohl ein Spiel des Fußball EM übertragen wird.
Gegen Mitternacht, wir schlafen schon, bricht dann ein ordentliches Gewitter los, von Unannehmlichkeiten wie Sturm oder gar Hagel bleiben wir aber verschont. Gernot verschläft das Himmelstheater sogar, was ihn am nächsten Morgen folgenden schönen Satz sagen lässt: „Warum hast Du mich denn nicht geweckt? Du weißt doch, dass ich bei einem Gewitter nicht schlafen kann…“

Samstag, 25. Juni 2016 
Manchmal wundern wir uns selber, mit wie wenig an Aktivität man über einen ganzen Tag kommen kann. Nach dem Aufwachen schreiten wir zuerst zur Dusche und anschließend zum Frühstück. Der Kesselberg ist der einzige Campingplatz, bei dem wir regelmäßig im Restaurant frühstücken, sonst kochen wir uns unseren Kaffee immer selber. Und der Kaffee von Luis und Gitti ist auch nicht der Grund dafür, es hat sich halt einfach so eingebürgert. Nach dem Frühstück machen wir einen Pasch, danach gehen wir eine Runde über den Platz. Wir treffen auf ein Paar, das mir seiner Katze unterwegs sind. Das süße Tier ist an eine Laufleine angebunden und macht einen durchaus munteren Eindruck. Muss man halt von klein auf dran gewöhnen, mit unserer Zugeh-Katze wäre das natürlich nichts…
Dann wagen wir ein paar Schritte aus dem Campingplatz hinaus und gehen gut und gern 250 Meter weit zu einem Baum, von dessen Schatten aus wir ein paar Kletterern zuschauen. Dann zurück zum Schneckchen und im Freien machen wir einen weiteren Pasch.
Dann bekommt Ilse einen kleinen, aber effizienten Energieanfall und reinigt alle unsere Fensterscheiben – und zwar innen und außen. Sehr brav!
Anschließend legen wir uns ein wenig hin, es gilt Kraft zu sammeln für das heutige Abendessen. Luis hat – wie jeden Samstag – seinen Grill angeworfen und schon um 17 Uhr wabern die herrlichen Düfte von Knusper-Hühnchen und Schweins-Haxe über den Platz.
Um 18 Uhr 30 sind wir dann soweit und das Essen ist einfach unbeschreiblich gut. Natürlich kann man sich nicht jede Woche eine gigantische Schweine-Haxe reinziehen – aber alle paar Monate… Ilse ist mit ihrem Hendl auch mehr als zufrieden, wieder einmal sind wir bei Luis und Gitti ausgezeichnet verköstigt worden. Und das zu absoluten Sensationspreisen – denn bei 7 Euro für ein halbes Knusper-Hendl mitsamt Beilage fällt uns kein anderes Wort dafür ein. Proppenvoll rollen wir zum Häuschen zurück – schaffen tatsächlich noch einen Pasch und betten dann unsere müden Häupter. Müde von was? Vom herrlichen Dolce Vita.

Sonntag, 26. Juni 2016 
Nach dem Aufwachen schlurfen wir unter die Dusche und gehen dann wie immer frühstücken. Die ganze Nacht über hat es geregnet und das Wetter schaut auch am Morgen nicht freundlich aus. Wurscht – wir fahren eh nach Hause. 











Nach dem Frühstück klopfen wir einen gepflegten Pasch, dann beginnt Ilse mit den Routine-Maßnahmen zur Abreise.  Geht wie immer alles flott vonstatten und 
Gernot obliegt es abschließend, das Stromkabel einzuholen. Dann noch Verabschiedung von unseren Lieblings-Campingplatzbetreibern, auch die Küchen-Perle Elisabetta ist vom Kurzurlaub zurück und freut sich über 15 Kilogramm Rezepte, die ihr Ilse mitgebracht hat.

Die Heimfahrt nach Innsbruck starten wir im Regen, kurz vor Seefeld brauchen wir aber schon wieder unsere Sonnenbrillen und unsere Heimatstadt grüßt uns im strahlenden Sonnenschein.
So geht ein Kurz-Trip zu Ende, der zwar relativ ereignislos verlaufen ist, der aber trotzdem total erholsam war. Vielleicht sogar deswegen…




Sonntag, 29. Mai 2016

50. WoMo-Fahrt "Jubiläumsfahrt im wahrsten Sinne des Wortes"

Innsbruck-Wien/Floridsdorf-Kahlenberg-Steinakirchen am Forst-Innsbruck
1222km
  
 Mittwoch, 25. Mai 2016
 Heute starten wir unsere Jubiläumsfahrt – zum 50. Mal holen wir unser braves „Schneckchen“ aus seiner Garage. Eigentlich wecken wir es zum mindestens 65. Mal aus seinem Tiefschlaf, aber die zahlreichen Ein-Tages-Fahrten zählen wir nicht zu den „echten“ WoMo-Reisen.
Wir haben am ersten Tag gleich eine ordentliche Etappe vor uns – es geht nach Wien und wir haben mehr als 500 km abzuspulen. Dort in der österreichischen Hauptstadt wird am Freitag unser guter Freund Michael seine Barbara heiraten und wir sind schon voller Vorfreude auf dieses Fest.
Bis zur Abfahrt um 14 Uhr 30 war der Mittwoch noch mit einigen Terminen gepflastert, Gernot musste noch arbeiten, dann das WoMo holen, die letzten paar Sachen einräumen, Nummerntafeln ummontieren und dann rauf nach Zirl (ca. 20 km von Innsbruck entfernt), um Ilse von der Schule abzuholen. Dann noch schnell vollgetankt (wieder weniger als 10 Liter verbraucht!) und dann ab und rauf auf die Autobahn.
Das Wetter ist ideal zum Reisen – trocken und nicht zu heiß. Der Stau in Kufstein wegen der Grenzkontrollen fiel erstaunlich bescheiden aus, keine zehn Minuten Zeitverzögerung.
Dann haben wir unserem Häuschen ein wenig die Sporen gegeben und mit stets über 100 km/h „fraßen“ wir Kilometer um Kilometer. Bis auf einen unbedeutenden Stau bei der Stadt Salzburg hatten wir auf der ganzen Strecke keinerlei Verkehrsverzögerungen und ziemlich genau um 21 Uhr passierten wir das Ortsschild „Wien“. Schnell noch unser Häuschen aufgetankt – Dank Gernots Bleifuß zeigte sich unser WoMo durstiger als gewöhnlich und genehmigte sich knapp über 11 Liter auf 100 Kilometer – voll o.k.
In Wien führte uns der Weg zu unserer lieben Freundin Elle, die mit ihrem Steff in Floridsorf ein hübsches Haus bewohnt. In unmittelbarer Nähe zu Elles Haus (keine 50 Meter) befindet sich ein großer Parkplatz, sehr praktisch. Weil wir keine Lust hatten noch auszugehen, haben wir uns vom Lieferservice unsere Abendessen bringen lassen – Wiener Schnitzel natürlich, wie könnte es in Wien auch anders sein.
Nach ein paar Schlummerdrinks sind wir dann gegen Mitternacht zu unserem WoMo geschlurft und haben schnell einen wunderbaren Schlaf gefunden.

Donnerstag, 26. Mai 2016
Ganz entgegen unserer sonstigen Gewohnheiten sind wir erst nach 9 Uhr früh das erste Mal aufgewacht und haben gleich noch mal eine halbe Stunde nachgedöst. Dann ist Elle gekommen und wir haben gemeinsam im WoMo gefrühstückt.
Danach aber nix wie raus ins Wiener Verkehrsgewühl, zuerst noch zum Karl-Marx-Hof, um Martina abzuholen, eine Freundin von Elle. Danach sind wir zum Sieveringer Friedhof gefahren, das Grab unseres Freundes Wolfgang zu besuchen, der uns Anfang Jänner verlassen hat müssen.
Der nächste Weg führte uns zum Wiener Kahlenberg, von den Einheimischen liebevoll „Monte Glatzo“ genannt. 
 Dort verfügten wir uns in ein urwienerisches Gasthaus mit dem Namen „Häuserl am Stoan“ und haben vorzügliche Hausmannskost gespeist und sind bis zum Nachmittag dortgeblieben. Später haben wir dann Elle und Martina zurück nach Floridsdorf kutschiert und sind dann erneut auf den Kahlenberg hinauf, denn dort wird morgen die Hochzeit von Michael und Barbara stattfinden.

Jetzt muss man wissen, der Kahlenberg ist für Wohnmobile eine de facto No-Go-Area, man darf also nirgendwo über Nacht stehen, die Polizei kontrolliert das streng. Aber – dank Ilses Voraussicht hatten wir eine Spezialgenehmigung (bereits Tage zuvor ausgehandelt) und durften den Hotel-eigenen Parkplatz benutzen, übrigens exakt 30 Meter vom Ort der Hochzeit entfernt. Supergeil!
Schnell waren wir für unseren zweitägigen Aufenthalt eingerichtet, genossen den herrlichen Blick auf Wien und machten uns im WoMo einen feinen Abend.
 

Freitag, 27. Mai 2016
Wunderbar ausgeruht haben wir den Tag ganz gemütlich angehen lassen, ausgiebig gefrühstückt und immer wieder mal in die Stadt Wien hinuntergeschaut. Zu Mittag besuchten wir eine der zahlreichen Verkaufsbuden am Kahlenberg und haben eine kleine Mahlzeit zu uns genommen. Gernot hat dem angebotenen Pferde-Leberkäse nicht widerstehen können, eine Wiener Spezialität, die in Tirol kaum bis gar nicht erhältlich ist.
Dann – nach einem feinen Pasch – wurde es schon früher Nachmittag und nach und nach trudelten die Hochzeitsgäste ein – insgesamt mehr als hundert Personen. 

Viele davon sind im einzigen Hotel am Kahlenberg untergebracht und das nützten wir aus, indem wir uns für eine halbe Stunde ein Zimmer „geliehen“ haben. So konnten wir in Ruhe ausgiebig duschen und uns für das Fest ordentlich herrichten. Dann hinein in die Feier-Roben und ab zur Hochzeit.

Die Zeremonie war einfach gehalten, die Standesbeamtin ist extra auf den Kahlenberg gereist und hat Michael und Barbara würdevoll und mit viel Humor verheiratet.
Über dem Rest des Abends und über dem phantastischen Essen liegt natürlich ein gar nicht so kleiner Schleier des Alkohols – Gernot hat nach dem ersten Dutzend eisgekühlter Biere aufgehört zu zählen. Trotzdem sind wir gegen 2 Uhr 30 aufrecht schwankend ins WoMo zurück – glücklich, dass nun auch die allerletzten unserer engen Freunde erfolgreich unter der Haube sind…
 

Samstag, 28. Mai 2016
Obwohl wir gestern mehr das Bewusstsein verloren haben, als eingeschlafen zu sein, sind wir des Morgens erstaunlich fit. Kein Kopfweh, keine Übelkeit – sehr gut.
Noch vor 10 Uhr vormittags sind wir nach einem guten Frühstück abfahrbereit und machen uns auf den Weg zur heutigen Etappe. Die ist nur etwas über 130 Kilometer lang, wir werden zu unseren Freunden Manu und Herwig ins niederösterreichische Steinakirchen am Forst fahren.
Wir kommen dort schon um die Mittagszeit an, da wir uns aber erst nachmittags angekündigt haben, bleiben wir in der Nähe auf einem schattigen Feldweg stehen und packen unseren Pasch aus. Danach – es wird so gegen 15 Uhr gewesen sein, fahren wir zum Haus von Herwig und Manu und werden dort freudig empfangen. Mit Kaffee, Bier und Zwetschkenkuchen „retten“ wir uns bis zum Abendessen – zuvor müssen wir vor einem kurzen Hagelschauer ins Hausinnere flüchten. Wir verbringen einen wirklich feinen Abend bei unseren Freunden und weil wir uns nur ein, zwei Mal pro Jahr sehen, gibt’s natürlich eine ganze Menge zu erzählen. Trotzdem – die Hochzeit von gestern lastet noch leicht auf uns, also begeben wir uns schon vor Mitternacht in unser WoMo. Heftiger Regen prasselt auf uns nieder – aber nicht ein Tröpfchen Wasser findet den Weg ins Innere…
Susi hat einen neuen Lieblingsplatz gefunden
 



Sonntag, 29. Mai 2016
Nach einer ausgesprochen feinen Nacht wachen wir gegen 9 Uhr auf und schreiten unmittelbar danach zum fürstlich gedeckten Frühstückstisch. Herwig und Manu haben sogar Schinken und Salami eingekauft, obwohl sie beide Vegetarier sind. DAS ist gelebte Gastfreundschaft. Nach einigen Tassen Kaffee wird es dann Zeit für uns zum Aufbruch und wir verabschieden uns. Aber nur bis Mitte August, denn da kommen Manu und Herwig zu uns nach Innsbruck und wir werden ein paar lässige Tage verbringen – vielleicht sogar gemeinsam auf einen Campingplatz fahren.
In Steinakirchen tanken wir unser Häuschen voll – der Verbrauch ist wieder deutlich unter die 10 Liter Marke gefallen, schon erstaunlich für unseren 26 Jahre alten, gut drei Tonnen schweren „Nasenbären“.
Über die A 1 Westautobahn fahren wir bis Salzburg-Stadt, dann biegen wir auf die A 10 Tauernautobahn ein. Wir wollen den einstündigen Stau wegen der Grenzkontrollen umfahren, nehmen dafür lieber knapp 100 Kilometer Umweg in Kauf. Zudem ist die Strecke über das so genannte „Deutsche Eck“ – also der Weg über Salzburg-Rosenheim-Inntal – nicht besonders attraktiv. Megaverkehr, keine Pannenstreifen und beide sind wir dort schon hunderte Male gefahren – mit einem Wort: laaaangweilig!
Da ist die Strecke über Bischofshofen, Zell am See und Lofer schon um einiges lässiger – Ilse kennt die Route gar nicht, zumindest nicht seit dem gigantischen Ausbau in den letzten Jahrzehnten.
Die Fahrt ist wunderschön, auch vom Wetter her – nur kurz vor St. Johann geraten wir in ein fulminantes Unwetter und können auf der Bundesstraße gerade mal 40 km/h fahren – weiter reicht die Sicht nicht.
Ohne Komplikationen geht’s dann bis nach Innsbruck, wo wir gegen 17 Uhr ankommen.

So geht unsere Jubiläumsfahrt zu Ende – 50 Fahrten sind also bereits absolviert und eines steht ganz. ganz sicher fest: es werden noch sehr viele Reisen dazukommen…

Sonntag, 8. Mai 2016

49. WoMo-Fahrt "Südtirol einmal anders"

vom 6. Mai bis 8. Mai 2016
Innsbruck-Reschenp8. Mai 2016ass-Schlanders-Cavalese-Predazzo/Valle di Fiemme-Innsbruck - 502km


Freitag, 6. Mai 2016 
Mittlerweile sind wir gut neun Jahre lang mit dem Wohnmobil unterwegs und in all dieser Zeit sind wir kein einziges Mal bewusst auf einen Stellplatz gefahren – wir haben also immer auf Campingplätzen übernachtet. Zwar haben wir manchmal auf Raststätten geschlafen (z. B. mindestens 4 x in Pforzheim), vor allem bei langen Etappen, aber sonst wie gesagt nur Campingplätze.
Also haben wir zur Abwechslung beschlossen, an diesem Wochenende Campingplätze auszulassen und mal den einen oder anderen Stellplatz abzuchecken.
Wir holten unser Schneckchen am Vormittag des 6. Mai aus seiner Garage, das Wetter zeigte sich von seiner schönsten Seite, es konnte wieder mal losgehen. Wir haben für dieses Jahr noch keine Autobahn-Vignette gekauft, also fuhren wir auf der Bundesstraße Richtung Westen, als grobes Reiseziel hatten wir uns Südtirol ausgewählt.

Gemütlich und ohne nennenswerten Verkehr gondelten wir mit unserem WoMo das Tiroler Oberinntal hinauf – in Pfunds tankten wir auf, der Diesel-Preis liegt heute bei (eh sehr günstigen) 1,04 Euro je Liter, hätten wir in Innsbruck aber noch billiger haben können. Kein Vergleich zu Italien, denn da geht unter 1,35 Euro gar nix. Dann sind wir die Reschen-Bundesstraße nach Nauders raufgefahren. Der Reschenpass ist ein völlig unproblematischer Alpen-Übergang, überhaupt nicht steil, wir können fast immer im 5. Gang fahren, unser Häuschen muss sich dabei nie wirklich anstrengen.
 
Natürlich haben wir am Reschen-See pausiert, der im Wasser stehende Kirchturm ist immer wieder ein schönes Fotomotiv. Für den Parkplatz wird jetzt ein Tarif eingehoben, die 50 Cent je Stunde scheinen uns aber durchaus vertretbar.
Nach der Rast fuhren wir ins wunderschöne Vinschgau hinunter, weit wir unsere heutige Fahrt nicht gehen, denn schon in Burgeis, ein paar Kilometer nach der Grenze, hat uns der ACSI-Stellplatzführer eine Übernachtungsmöglichkeit angeboten. Also steuerten wir den Haide-Park an, ein riesenhaft aufgeblasenes Landgasthaus mit angeschlossenem Shopping-Center. Zwei, drei WoMo`s standen schon auf den dafür ausgewiesenen Plätzen, grundsätzlich hätte es uns eh gefallen. Man darf dann hier übernachten, wenn man im Gasthaus konsumiert, also gingen wir ins Gasthaus, um uns anzumelden.
Schon fünf Minuten saßen wir wieder in unserem WoMo, der Wirt hat uns sofort klargemacht, dass er uns nicht schon am frühen Nachmittag haben möchte. Wir sollen um 17 Uhr wiederkommen, bei ihm zu Abend essen und dann könnten wir die Nacht über stehen bleiben. Aber jetzt würden wir ihm nur wertvollen Parkplatz weg nehmen (der Platz war nicht mal zur Hälfte voll). 

 
Also weiter – aber nicht wirklich weit. In Schlanders steuerten wir den beschriebenen Stellplatz am „Campo Sportivo“, also am Sportplatz an. Nach einem kleinen Umweg haben wir den Platz dann gefunden und er war uns auf Anhieb sympathisch. Wir stellten unser Häuschen direkt am Skater-Park ab und bezahlten am Automaten wohlfeile 3 Euro für die Nacht. Insgesamt waren ca. zehn WoMo`s versammelt, ein paar sind dann im Laufe des Tages noch dazugekommen.
Nach einem ausgedehnten Spaziergang durch Schlanders haben wir dann einen gemütlich Pasch im WoMo gemacht und dabei das Freilicht-Kino im Skater-Park beobachtet. Gruppen von Radfahrern, Kids mit Rollschuhen und natürlich mit Skateboards nutzten die Hindernisse der Bahn, um ihre Kunststücke zu zeigen.
Gleich nach unserer Ankunft machten wir noch eine überraschende Entdeckung: Wir stehen ja direkt an der Skater-Bahn und dort befindet sich ein großes, beleuchtetes Schild. Und siehe da – am unteren Ende des Beleuchtungskörpers befinden sich zwei fesche Steckdosen und beide funktionieren. Also sofort das Radio angesteckt und für Musik war gesorgt. Später haben wir noch unsere Handys dort aufgeladen und am nächsten Morgen steckten wir kurzerhand unseren Wasserkocher an – ist natürlich bequemer den Kaffee so zuzubereiten, als über den Gasflammen im WoMo. 
Danke an dieser Stelle noch mal an die Gemeinde Schlanders für den Gratis-Strom – Grazie Silandro!
Später am Abend wurde uns dann noch ein Fußballspiel geboten, erste Reihe fußfrei waren wir mit dabei. Auffallend – hunderte dicke Maikäfer fliegen herum, sie stören uns aber in keiner Weise, nicht einer von den Brummern verirrt sich ins Innere unseres Häuschen.
Nach einem Pasch betten wir dann unsere müden Häupter und bald einmal gehen am „Campo Sportivo“ in Schlanders endgültig die Lichter aus.

Samstag, 7. Mai 2016 
Nach einer feinen Nacht – die Temperatur fiel nie unter 10 Grad – sind wir ausgeruht aufgewacht. Nach einem wunderbaren Kaffee drückten wir uns noch ein Gratis-Ticket aus dem Automaten, denn drei Stunden lang darf man hier umsonst parken.
Wir haben den Tag gemütlich angehen lassen und gegen 10 Uhr starteten wir unser treues Häuschen und fuhren zuerst nach Meran runter. Dort angekommen verfügten wir uns auf die Schnellstraße Meran-Bozen, kurz MeBo. Die Stadt Bozen sind wir dann elegant umfahren und am Stadtrand haben wir bei einem DeSpar Market unsere Lebensmittelreserven aufgefüllt. Bewaffnet mit einem gigantischen Stück Parmesan, einer kleinen Salami und anderen Köstlichkeiten sind wir dann weiter Richtung Cavalese gefahren.
Das Wetter ist auch heute strahlend schön und die Temperatur liegt jenseits der 20 Grad Marke. Gemütlich cruisen wir durch den Tag, bleiben immer wieder mal für ein kleines Päuschen stehen – WoMo-reisen vom Feinsten.
In Tesero, ein paar Kilometer nach Cavalese, suchten wir vergeblich den beschriebenen Stellplatz – aber die Angabe „Am Ortsrand“ war nicht wirklich hilfreich, so ein Ort kann ja ganz schön viele Ränder haben…Jedenfalls war unsere Expedition in Tesero nicht von Erfolg gekrönt – wurscht – in Predazzo soll es auch einen Platz geben – sagt zumindest unser Stellplatz-Führer. Hier wurden wir schnell fündig, der Platz ist allerdings ein Witz, über den wir aber nicht lachen konnten. Erbärmlich klein, in ein reines Wohngebiet hinein gequetscht und noch dazu an diesem Wochenende gesperrt. Danke und Arrivederci.
 
Bei der Fahrt durch Predazzo sticht uns dann das Hinweis-Schild „Campo Sportivo“ ins Auge – Moment mal, das hatten wir doch schon…
Tatsächlich trafen wir eine perfekte Wahl, Sportanlagen haben es ja an sich, dass sie über großzügig dimensionierte Parkplätze verfügen, da werden sich doch ein paar Quadratmeter für unseren Nasenbären finden lassen. Und ein paar Minuten später war unser Häuschen schon eingeparkt, auf einem kleinen, völlig leeren Neben-Parkplatz, inmitten der Natur und schon wieder direkt an einem Skater-Park. Dieser war weit weniger besucht als der in Schlanders, den ganzen Tag über verirrten sich nur einzelne Kids hierher.
Nach einem feinen Mittagsschläfchen und einem kleinen Erkundungs-Spaziergang haben wir dann einen angenehm ruhigen Nachmittag verbracht, begleitet vom vielstimmigen Chor der unzähligen Vögel und Vögelchen am Platz.
Später ist dann noch ein WoMo zu uns auf den Platz gekommen, ein älteres, italienisches Paar – außer der Begrüßung sind wir aber nicht ins Gespräch gekommen – passt auch.

Schon kurz nach Sonnenuntergang war klar, dass das heute eine kühle Nacht werden würde, denn die Temperatur rasselte in den Keller und schon um 22 Uhr hatten wir draußen keine 10 Grad mehr. Drinnen sorgte unsere Heizung für wohlig warme 22 Grad und wir verbrachten einen lässigen Abend mit Quatschen und spielen. Übrigens sind insgesamt drei Mal Streifenwagen der Polizei bei uns vorbeigefahren, sie haben uns aber nicht einmal ignoriert.
 

Sonntag, 8. Mai 2016
 Die Nacht war kalt, aber im WoMo leicht auszuhalten, um 7 Uhr früh zeigte unser Außen-Thermometer gerade noch 6 Grad. Brrr. Also schnell die Heizung aufgedreht und kurze Zeit später frühstückten wir bei angenehmen Temperaturen bereits im T-Shirt.
Nach dem obligatorischen Kaffee machten wir uns dann auf den Weg in Richtung Innsbruck, das knapp 200 Kilometer entfernt ist. Gemütlich zuckelten wir die Bundesstraße entlang, wir hatten kaum Verkehr, während nebenan auf der Autobahn phasenweise Stop-and-Go angesagt war. Kurz vor Sterzing sind wir dann auf einem Parkplatz noch mal stehen geblieben, haben einen Pasch gemacht und einen gemütlichen Früh-Nachmittag verbracht. Dann rauf auf die Brenner-Autobahn und für 1 Euro 30 hinauf zum Brenner-Pass.
Für die Brenner-Autobahn auf österreichischer Seite haben wir eine Jahreskarte, also sind wir die 30 Kilometer bis zur Ausfahrt Patsch auf der A 13 geblieben.
Fazit unser ersten „Stellplatz-Fahrt“: alles bestens gelaufen, wir können mit unserem WoMo problemlos auch mehrere Tage autark stehen, Strom geht uns auch nicht ab und für ein, zwei Tage lässt sich die Körperpflege durchaus auch am Waschbecken bewerkstelligen. Also werden wir von jetzt an öfter mal diese Variante des WoMo-reisens ausprobieren – billiger ist das natürlich auf jeden Fall. Mal sehen…

Sonntag, 17. April 2016

48. WoMo-Fahrt "Kesselberg"

vom 16.o4. bis 17.o4.2016
Innsbruck-Kochelsee-Innsbruck - 153km


Ancampen 2016

Es ist immer wieder ein ganz besonderer Moment – die erste Ausfahrt mit unserem WoMo nach der Winterpause. Dieses Jahr dauerte diese WoMo-freie Zeit extrem lang, denn über sieben Monate lang war unser „Schneckchen“ in seiner Garage zum Nichtstun verdammt – und damit auch wir…
Aber am Samstag, den 16. April war es dann endlich soweit und wir holten unseren Camper aus dem Winterschlaf – vorglühen, noch mal vorglühen und in der ersten Sekunde springt der Motor an. Immer wieder geil!
Natürlich werden wir auch heuer am Kochelsee „ancampen“ – der Campingplatz „Kesselberg“ ist seit Jahren sozusagen unsere „Home-Station“, wir checkten also zum 19. Mal dort ein.

Großes Hallo wieder, von den Chefleuten Luis und Gitti werden wir herzlich umarmt und auch die Perle Elisabetha stürzt aus ihrer Küche und fällt uns um den Hals. Es ist beinahe so etwas wie heimkommen. Ein bisserl zumindest.
Die knapp 80 km von Innsbruck zum Kochelsee findet unser Hymer schon von selber, am Zirler-Berg mussten wir unserem mittlerweile 26 Jahre alten Herren aber eine Verschnaufpause gönnen, denn ein Betonmischwagen vor uns hat uns nur im ersten Gang fahren lassen und das mag „Schneckchen“ gar nicht so gern. Aber nach einer Viertelstunde Abkühlphase konnte es weiter gehen, wir suchten uns noch eine fesche Lücke im dichten Verkehr und konnten unser Häuschen dann im dritten Gang den steilen Berg hinauffahren.
Am Camping-Platz suchten wir uns dann einen Platz an der „Rue de Dusch“, so haben wir den Weg genannt, der zu den Sanität-Räumen führt. Alles ist wieder ein Stück moderner geworden, Luis und Gitti haben die erfolgreiche Vorsaison sofort wieder für kräftige Investitionen genutzt.
Gleichgeblieben ist die Qualität der Küche – viel besser haben wir noch auf keinem Camping-Platz gegessen. Billiger übrigens auch nicht, auch wenn die Preise ein klein wenig angezogen haben. Aber ein Frühstück mit Kaffee, 2 Semmeln, Butter, Marmelade, Schinken, Salami und Käse für 7 Euro ist immer noch günstig. Und ein Cordon-Bleu mit Pommes für 9 Euro ist auch voll o.k. Nur so als Beispiel.
Nach dem Mittagessen sind wir in unser Häuschen, einen Pasch machen und uns wieder ein wenig einleben als Camper. Das Wetter war einigermaßen durchwachsen, Sonne und Wolken lösten sich im Viertelstunden-Rhythmus ab, es blieb aber trocken.
Eigentlich ist trotz der frühen Jahreszeit gar nicht so wenig los am Platz, die ersten Mutigen zelten sogar schon, obwohl die Nacht auf Sonntag dann mit 5 Grad ziemlich unterkühlt gewesen sein dürfte…
Beim obligatorischen Spaziergang zum Ufer des Kochelsees haben sich die Schwäne noch nicht blicken lassen, aber die ersten Enten waren schon unterwegs.
Größere Ausflüge hatten wir an diesem Wochenende nicht geplant, darum haben wir auch unsere Vespa daheim gelassen. Mit einem Nachmittag im WoMo, mit gutem Essen bei Luis und Gitti und mit einer wunderbar kuscheligen Nacht im wohlig warm geheizten Häuschen waren wir mehr als zufrieden.
Nach einem ausgedehnten Frühstück und einem Vormittags-Pasch sind wir dann am Sonntag nach Mittag zur Heimfahrt aufgebrochen und nach Innsbruck zurückgefahren.

Das war jetzt unsere 48. Ausfahrt mit dem WoMo, das 50er Jubiläum steht also unmittelbar bevor. Wo wir das feiern werden – keine Ahnung. Und genau das lieben wir beim Campen am allermeisten…

Sonntag, 13. September 2015

Mittwoch, 2. September 2015

46. WoMo-Fahrt "Hochzeit Tom&Petra"

vom 28.08. bis 02.09.2015
Innsbruck-Hochzeit Tom&Petra/Mühlbach am Manhartsberg-Klosterneuburg-Steinakirchen-Innsbruck - 1110km

Diese Reise bringt uns tief nach Niederösterreich hinein. Auf dem Gut Gudenus wird die Hochzeit von unseren Freunden Tom und Petra stattfinden. Wir stehen frei im Gutshof, haben Strom und Sanitär sind vorhanden und unsere direkten Nachbarn sind die Bar, das Buffet, die Disco....aber keine Angst alles Freunde und eine märchenhafte Traumhochzeit.
CP Donaupark Klosterneuburg bei Wien ist dann noch unser weiteres Ziel. Dieser Platz ist ideal um Wien zu besuchen und die ACSI CampingCard wird auch akzeptiert.  
Auf dem Weg nachhause bleiben wir noch eine Nacht in Steinakirchen - freistehend.