GErnot und ILse

GErnot und ILse

Sonntag, 17. Juli 2016

52. WoMo-Fahrt - 5. Hochzeitstag in Hallstatt

52. WoMo-Fahrt nach Hallstatt zu unserem 5. Hochzeitstag
8. Juli bis 12. Juli 2016
Innsbruck-Mondsee-Hallstatt-Innsbruck; 557km

Freitag, 8. Juli 2016

Sommerferien! Ilse hat gestern ihren letzten Arbeitstag in diesem Schuljahr absolviert und hat jetzt fesche neun Wochen Zeit, sich zu erholen.
Normalerweise fahren wir traditionell schon am letzten Schultag mit unserem WoMo in den Urlaub, in den vergangenen Jahren immer direkt vom Schulhaus weg. Aber heuer hatten wir aber beide am Freitag noch Termine. Am Abend haben wir dann unser Schneckchen aus seinem riesigen Holzhäuschen geholt und für die kommenden Tage eingeräumt. Dann haben wir noch unsere Vespa auf den Motorradträger gewuchtet – fertig. 
Um den Urlauber-Reiseströmen in Richtung Süden zu entgehen, sind wir dann gegen 21 Uhr 30 in Innsbruck aufgebrochen, unser Ziel ist die Raststation Mondsee an der A1 in Oberösterreich. Wir sind tadellos vorangekommen, die Grenzkontrolle in Kufstein haben wir – mehr zufällig – umfahren, weil wir kurz bei der Autobahnraststätte stehen geblieben sind. 
Ohne eine Sekunde Stau sind wir dann in Mondsee angekommen, da wird es knapp nach Mitternacht gewesen sein. Gleich danach haben wir uns niedergelegt und feinen Schlaf gefunden, auch ein heftiges Gewitter hat uns nicht wirklich stören können.

 


Samstag, 9. Juli 2016  

Heute ist unser Hochzeitstag, vor fünf Jahren haben wir uns in Hallstatt das Ja-Wort gegeben, deshalb ist dieser malerische Ort im Salzkammergut auch unser Ziel.
Nach einem Guten-Morgen-Kaffee sind wir dann die vielleicht 65 Kilometer nach Hallstatt angegangen und knapp eineinhalb Stunden später haben wir uns am dortigen Campingplatz für die kommenden drei Tage eingebucht. Der Platz hat sich ziemlich verändert, es gibt zahlreiche neue Stellplätze und wo vor fünf Jahren noch grüne Wiese war, ist heute ein großer Parkplatz für Tages-Gäste eingerichtet. Sonst ist alles gleich geblieben – die bescheidenen, wenngleich stets sauberen Sanitäranlagen ebenso, wie der eher mürrische Campingplatz-Betreiber. Von seinem schwarzen Humor gab er uns gleich eine Kostprobe, als er von Bergwanderen verlangte, sie mögen doch bitte im Voraus bezahlen, denn nicht alle würden aus den Bergen auch wieder heil zurückkommen…
Schnell haben wir unser WoMo für den mehrtägigen Aufenthalt hergerichtet und dann unsere Vespa vom Träger gelassen. Das schöne Wetter lässt eine Ausfahrt zu, also los. Heute ist hier in der Gegend beinahe Ausnahmezustand, es wird eine „Mountainbike-Challenge“ ausgefahren, mit unfassbaren 4.000 Teilnehmern. Dementsprechend ist Betrieb auch auf der Bundesstraße, denn ein kleines Stück dürfen die Biker über Asphalt brettern, bevor es wieder auf die verschlammten Bergstrecken geht. Unglaublich, wie dreckig sich Menschen machen können und trotzdem sichtlich Spaß daran haben – jedem das seine.
Nach ein paar Kilometern Fahrt sind wir dann in den Nachbarort Obertraun gekommen und haben dort ein paar Einkäufe gemacht, hauptsächlich Zutaten für Spaghetti Bolognese und ein paar Süßigkeiten. Vorher waren wir schon in einem Lebensmittelgeschäft in Hallstatt, aber da waren die Preise so hoch, wie die Qualität niedrig (das Faschierte schillerte in mehreren Farben).
Anschließend sind wir zum Campingplatz zurück, haben einen Pasch gemacht und uns anschließend noch ein klein wenig niedergelegt.
Gegen 18 Uhr hat uns dann der Hunger aufbrechen lassen und wir sind zu Fuß den knappen Kilometer ins Zentrum von Hallstatt gegangen. Im „Bräuhaus Lobisser“ haben wir vor fünf Jahren unser Hochzeits-Essen gehabt. also sind wir auch heute hier eingekehrt.
Das einzig Positive an diesem Besuch gleich vorweg: wir haben den letzten Tisch im Gastgarten ergattern können. Sonst gäbe es nur wirklich Negatives zu berichten und nachdem jammern nicht unsere bevorzugte Art ist, nur ein paar Stichworte: Essen mäßig, Bestellung auf Österreichisch unmöglich, sämtliche Kellner sind Deutsche oder Osteuropäer. Also kein „Weißer Spritzer süß“, sondern „Weißwein Schorle“. Richtig ärgerlich und unappetitlich war dann das Essverhalten der unzähligen chinesischen Gäste zu beobachten, das man nur als ekelhaft bezeichnen kann. Würde man als Einheimischer derart „grausig fressen“ (was nicht schmeckt, wird wie selbstverständlich auf den Boden geschmissen), jeder Wirt würde einen hochkant rausschmeißen. Zu Recht! Aber den zahlungskräftigen Chinesen macht man in Hallstatt den Kotau, Geld stinkt bekanntlich nicht. Jedenfalls ist Hallstatt kein Platz mehr für „normale“ Touristen, kein Urlauber aus dem Westen kann sich hier noch wohlfühlen, eine derart brutale touristische Prostitution haben wir noch nirgendwo erlebt. Wer es nicht mit eigenen Augen gesehen hat, wird das nur schwer glauben können. So ist uns etwa beim Spazierengehen eine junge Chinesin entgegengekommen, hat ihr Getränk ausgetrunken und die Plastikflasche wie selbstverständlich in hohem Bogen über den Zaun in einen Garten geworfen. Zum Schämen – Hallstatt nennt sich Weltkulturerbe und ist heute nichts mehr anderes als eine ekelhafte Müllhalde, an der ein paar Einheimische kräftig verdienen. Für uns steht fest – nie wieder Hallstatt.
Nach dem Essen sind wir zum Matthias und seiner Familie gegangen, die schräg gegenüber vom Campingplatz ein Haus haben. Matthi ist ein langjähriger Best-Friend von Gernot und auch der Grund, warum wir uns hier haben trauen lassen. Zufällig war auch Alex aus Innsbruck zu Besuch, den haben wir auch schon länger nicht gesehen. Es ist dann ein netter Abend geworden, mit viel Wein, Bier und Quatschen – es war schon nach Mitternacht, als wir die paar Meter zu unserem WoMo zurückschlurften. In die Betten, Zack und weg!

Sonntag, 10. Juli 2016

Heute am Abend wird das Finale der Fußball-Europameisterschaft ausgespielt, das können wir uns natürlich nicht entgehen lassen. Matthi hat schon vor Tagen einen Tisch im „Gasthaus Mühle“ bestellt, der Wirt dort ist ein absoluter Fußball-Fanatiker, also der ideale Ort für ein kleines „Public Viewing“.
Wir haben den Sonntag sehr gemütlich angehen lassen, Gernot ist mit der Vespa zur Bäckerei gefahren, Ilse hat derweil Kaffee gemacht. Nach dem Frühstück haben wir uns auf unser rotes Mopedchen gesetzt und sind einfach Richtung Steiermark losgefahren. Zuerst galt es den bis zu 23 Prozent steilen Koppen-Pass zu bezwingen, eine Monsteraufgabe für unseren 11PS „starken“ Motorroller. 
Mit letzter Kraft schafften wir es dann doch bis zur Passhöhe und mussten dort eine Abkühl-Pause einlegen. Dann ging’s weiter – zuerst nach Bad Aussee und dann ein paar Kilometer weiter bis zum Altausseer See. Dort haben wir es uns auf einem Bootssteg bequem gemacht, eine Kleinigkeit getrunken und den Tausenden Fischen beim Schwimmen zugeschaut. Sehr entspannend und wirklich lässig.


Dann wieder rauf auf den Roller, wie wir bei Google-Maps gesehen haben, brauchen wir nicht mehr über den Koppen-Pass zurückfahren, sondern wir umrunden sozusagen den Hallstätter-See in einem großen Kreis.
Zwischendurch bleiben wir auf einem Parkplatz stehen, Ilse soll ein paar Fahrübungen machen. Sie macht ja in ein paar Tagen den Motorrad-Führerschein und da will sie nicht ganz ohne Praxis sein. Das Fahren funktioniert auch ganz gut, beim Stehenbleiben unterschätzt Ilse aber die mehr als 100 Kilogramm unserer Vespa, kann das Gewicht nicht halten und – Bumm – liegt sie samt Roller am Boden. Wie durch ein Wunder hat die Vespa gar nix abgekriegt, nur der Bremshebel hat sich verbogen. Ilse hat ein paar blaue Flecken mehr an Armen und Beinen, vor allem ihr kleiner Zeh hat sich ordentlich verfärbt. Aber alles halb so schlimm, das hätte auch böse enden können, der Motor der Vespa wird ja glühend heiß, damit ist Ilse aber zum Glück nicht in Berührung gekommen. Nach dieser Schrecksekunde sind wir nach Hallstatt zurückgekommen und haben uns erst mal ein wenig niedergelegt. Dann einen feinen Pasch gemacht und gegen 18 Uhr sind wir ins Zentrum Hallstatt rüber. Dort haben wir gestern bereits einen Verkaufswagen „entdeckt“ und lassen uns ein halbes Hühnchen (Gernot) und einen Hot-Dog (Ilse) schmecken. Eine gute Unterlage ist heute wichtig, es wird wohl einiges an Alkohol fließen. Das Essen war sehr gut, die türkischen Betreiber des Standes total nett und die Rechnung angenehm niedrig. Dann sind wir rauf zur „Mühle“ und waren dort die ersten Gäste. Der Wirt hat einen großen Flat TV und eine noch viel größere Leinwand für seinen Video-Beamer hergerichtet, das EM Finale Frankreich gegen Portugal konnte also kommen. Der Gastraum füllte sich dann zusehends, am Nebentisch freuten sich ein paar junge Franzosen auf das Spiel, für Stimmung war also gesorgt. Schließlich ist dann noch Matthi gekommen und wir haben einen sehr feinen Abend verbracht. Das Spiel endete mit einem doch überraschenden Sieg für Portugal, das entscheidende Tor zum 1:0 ist ein paar Minuten vor dem Ende gefallen. Kurzer Schlussapplaus, schnell noch unsere letzten Getränke geleert und weg waren wir.
Wieder ist es dann nach Mitternacht geworden, bis wir unsere müden Häupter auf die weichen Pölster betteten und augenblicklich einen feinen Schlaf gefunden haben.

Montag. 11. Juli 2016

Aufgewacht sind wir kurz vor 8 Uhr früh, aufgeweckt hat uns einer unserer Nachbarn, der den Motor seines WoMos im Stand laufen hat lassen. Nach einigen Minuten ist dann Gernot zu ihm hingegangen und es hat sich herausgestellt, dass der Spanier doch tatsächlich wegen der Klima-Anlage den Wagen gestartet hat. Das muss man sich vorstellen – damit seine fünf Mitreisenden nicht im Inneren des WoMos schwitzen müssen, sollen alle anderen am Platz den Lärm und den Gestank hinnehmen. Wie hirnlos, egoistisch und gefühllos muss man eigentlich sein, um auf eine solche Idee zu kommen? Jedenfalls hat Gernot dem Voll-Trottel ordentlich die Meinung gesagt und schließlich hat der Spanier seine Klapperkiste abgedreht. Keine Hilfe gab es übrigens vom Campingplatz-Betreiber, dem ist das vollkommen egal gewesen. „Der versteht mich eh nicht“, war sein einziger Kommentar. Für uns ist dieses Verhalten ein Grund mehr, nie mehr bei ihm zu campieren, der Mann interessiert sich schlicht einen Scheiß um seine Gäste, der hat ausschließlich seinen Vorteil im Auge. Das macht ihn für uns unsympathisch, auch dass er jeden Tag ab 18 Uhr von seinem Platz abhaut und die Camper sich selber überlässt, taugt uns nicht. Entweder ganz oder gar nicht – Teilzeit-Chefs können uns gestohlen bleiben.
Nach der kurzen Aufregung wegen dem verblödeten Spanier haben wir unser Moped gestartet und sind einfach wieder losgefahren – diesmal halt in die andere Richtung. Nach ein paar Kilometern wählten wir spontan die Abzweigung nach Gosau und sind dorthin gefahren. Die Strecke war die meiste Zeit mäßig steil, leicht zu bewältigen für unsere Vespa. Bald waren wir in Gosau angekommen und bewunderten dort das herrliche Bergpanorama des Dachsteins. Wir sind dann bis zum Gosauer-See weitergefahren, der am Talschluss liegt. Der Ausblick dort ist atemberaubend schön, fast schon kitschig.
Lang haben wir uns aber nicht am See aufgehalten und nach kurzer Rast sind wir zuerst zurück nach Gosau und dann nach Bad Goisern weitergefahren. Von dort sind es noch knapp 10 Kilometer bis Bad Ischl, also nix wie hin in die berühmte Stadt. Das Wetter war sehr schön und mit 33 Grad ordentlich heiß. In Bad Ischl haben wir einen ausgedehnten Stadtbummel gemacht, Gernot war zum ersten Mal hier, Ilse hat der Stadt vor gut 40 Jahren den letzten Besuch abgestattet. Natürlich hat sich alles völlig verändert, die Stadt ist aber in jedem Fall einen Rundgang wert.
Danach sind wir nach Hallstatt zurückgebrettert, heute sollten wir nicht zu lange unterwegs sein, denn für den Abend werden überall in der Region (und übrigens auch in ganz Österreich) schwere Unwetter erwartet.
Am späten Nachmittag hat sich dann Gernot als Koch betätigt und eine ordentliche Portion Spaghetti Bolognese zubereitet – wir hätten wohl fünf, sechs weitere Personen mitessen lassen können. Das Essen war dann sehr gut, wir haben ja auch noch köstlichen Parmesan-Käse dabei und Ilse machte uns einen schmackhaften grünen Salat dazu. 
Und später war es dann soweit, stundenlanger Starkregen und schwere Gewitter haben uns ins Innere unseres Schneckchens gezwungen, die Menschen in ihren Zelten waren in dieser Nacht beileibe nicht zu beneiden. Wir hingegen haben gut geschlafen – wie eigentlich immer.

Dienstag, 12. Juli 2016

Heute reisen wir von Hallstatt ab – unser nächstes Ziel wäre eigentlich Thalham und anschließend der Ossiacher-See gewesen. Wäre – denn schon in den Nachrichten am frühen Morgen hören wir, dass es überall im Land schwere Unwetterschäden zu verzeichnen gibt, zahlreiche Straßen sind gesperrt, auch solche, auf denen wir unsere Fahrt geplant hatten. Zudem ist der Wetterbericht äußerst schlecht, es wird auch in den kommenden Tagen überall im Land regnen, es wird weitere Unwetter geben und ab 2.000 Metern Seehöhe ist mit Schnee (!!) zu rechnen. Also beschließen wir spontan, hier und jetzt unseren Urlaub abzubrechen und nach Innsbruck zurückzufahren. Gesagt – getan – wir bezahlen die knapp 100 Euro für drei Tage Aufenthalt und Tschüss Hallstatt. 
Die knapp 250 Kilometer nach Innsbruck fahren wir einfallslos über die Autobahn – am Weg dorthin sehen wir mancherorts, was die Unwetter gestern angerichtet haben. Da sind wir wirklich gut dran gewesen, denn in Hallstatt hat es zumindest keine Äste von den Bäumen gerissen wie anderswo. Glück gehabt.
Mit einigen Pausen sind wir dann nach knapp vier Stunden daheim angekommen – die nächste Fahrt wird nicht lange auf sich warten lassen. Wir haben da schon so eine Idee…









                


  
  







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