Freitag, 12. August 2016

55. WoMo-Fahrt "Reparaturfahrt Kolbermoor"

Innsbruck-Kolbermoor-Innsbruck
12. August 2016 - 249km


Freitag, 12. August 2016 
Wenn man als leidenschaftliche Wohnmobil-Camper mitten in der Saison plötzlich ohne Wohnmobil dasteht, ist das natürlich ein ziemlich hartes Los. So ist es uns ergangen – die Kupplung unseres Schneckchens hat nach über 185.000 Kilometern tadelloser Arbeit urplötzlich und lautstark ihren Dienst quittiert. Steht dem guten Teil auch zu – der Begriff „Verschleißteil“ ist ja nicht zufällig entstanden.
Also mussten wir unser WoMo unmittelbar nach der Rückfahrt aus Südtirol bei unserer Werkstätte im Stubaital abgeben.
Nun ist es ja nicht so, dass der Tausch einer Kupplung für eine Fachwerkstätte ein schwerwiegendes Problem darstellt, ist aber ein wichtiges Teil nicht mehr verfügbar, so sieht das gleich anders aus. Und so war es halt leider auch bei unserem Schneckchen, eine unscheinbar aussehende Rückholfeder war nur sehr schwer aufzutreiben – letztendlich wurde unsere Werkstatt in Polen (!) fündig. Der von leichtem, gegenseitigem Argwohn begleitete Bezahlvorgang und der Post-Transport dauerten dann auch noch ein paar Tage und schließlich waren wir beinahe zwei Wochen lang ohne WoMo. Echt hart.
Umso größer war die Freude, als wir unser geliebtes Wohnmobil wieder von der Werkstatt in Mieders abholen konnten – die Rechnung war mit ca. 1.150 Euro schon weit weniger erfreulich. Na ja – eine durchgebrannte Lampe wurde immerhin auch noch getauscht und unser Motorrad-Träger einer genaueren Prüfung unterzogen. Nützt nix. Jedenfalls hat Schneckchen jetzt Kupplung genug für den Rest seines Lebens – bis dass der Schrotthändler uns dereinst scheidet…
Mit unserem reparierten WoMo haben wir gleich am nächsten Tag, es war Freitag, der 12. August, eine so genannte Reparaturfahrt angetreten. Unser Ziel war der Ort Kolbermoor nahe Rosenheim, ca. 115 Kilometer von Innsbruck entfernt. Dort gibt es die Firma „Schrempf & Lahm“, die sind spezialisiert auf Hymer-Camper und betreiben ein umfangreiches Ersatzteillager. Und wir brauchen für unsere Fenster spezielle Stopper, die verhindern, dass die Scheiben seitlich aus ihrer Führung ausbrechen können. Ein paar dieser Leichtmetall-Teilchen sind im Laufe der Jahre verlustig gegangen, andere bei der bloßen Berührung zerbröselt. Schon wieder ein Verschleißteil also…
Ilse hat schon Tage vorher telefonisch und per Mail Kontakt mit „Schrempf & Lahm“ aufgenommen, Fotos geschickt und – jawohl, die Dinger sind lagernd. Also nix wie hin.
Nach Kolbermoor sind wir wenig einfallsreich über die Inntal-Autobahn gefahren und haben dank unseres Navigationsgerätes namens Ilse die Firma auch auf Anhieb gefunden. Dort wurden wir von einer ausnehmend bemühten Dame äußerst freundlich und kompetent bedient – hiermit soll eine ausdrückliche Empfehlung für „Schrempf & Lahm“ ausgesprochen werden. Weil wir schon da waren, haben wir ein weiteres, klassisches Verschleißteil erworben – die Arretierung unserer WoMo-Tür war ausgeleiert, schon das leichteste Windchen wehte uns die Tür zu. Jetzt kann ein Orkan toben oder auch ein Sturm wüten, die Tür bleibt beinhart offen. Eher hat sich unser „Problem“ ins Gegenteil verkehrt, denn jetzt lässt sich unsere Tür nur noch mit einer speziellen Technik und mit einem gehörigen Kraftaufwand entriegeln, aber das wird sich sicher auch irgendwann wieder verschleißen…
Für unsere acht Fensterstopper (jeweils Männchen und Weibchen) und die zweiteilige Tür-Arretierung bezahlten wir keine 6 Euro – sehr fein.
Nach dem Werkstatt-Besuch war uns gleich klar – zurückbrettern über die Autobahn ist laaaangweilig – also sind wir von Kolbermoor Richtung Tegernsee abgebogen. Die Fahrtroute wählten wir ausschließlich über Bundesstraßen und kleine Landstraßen, ein schöner Test für unsere neue Kupplung. Die funktioniert erwartungsgemäß ausgezeichnet, auf die Firma Krünes in Mieders kann man sich eben verlassen und wir werden das mit Sicherheit auch weiterhin tun.
Der malerisch schöne Tegernsee und der gleichnamige Ort begrüßten uns mit kilometerlangem Stopp-and-Go-Verkehr, keine Überraschung in einer Tourismus-Hochburg. Völlig überraschend hingegen waren für uns die Treibstoffpreise an den Tankstellen in und rund um Tegernsee – fast alle hatten den Diesel mit unter einem Euro im Angebot – Rekord-Tiefpreis 0,971!! An einen derart tiefen Preis in Deutschland können wir uns gar nicht erinnern, das muss jedenfalls schon viele Jahre her sein. Wahrscheinlich haben damals Modern Talking oder Milli Vanilli die Hitparaden angeführt und Gerhard Schröder hat noch am Tor zum Kanzleramt gerüttelt… Direkt schade, dass wir das Angebot wegen unseres zu dreiviertel vollen Tanks nicht nutzen konnten.
Von Tegernsee sind wir dann in Richtung Achensee weitergefahren, der Verkehr wurde spürbar schwächer und zeitweise hatten wir das Gefühl, alleine auf den Straßen unterwegs zu sein.
In Achenkirch sind wir dann bei einem Lebensmittelmarkt kurz eingekehrt – haben uns dort über eine famos unverschämte Verkäuferin kurz geärgert und anschließend im WoMo köstliche Fleischkäse-Semmeln vertilgt.
Derart gestärkt, haben wir dann die letzten Kilometer nach Innsbruck absolviert, ab Wiesing dann wieder über die Autobahn, die Bundesstraßen in Tirol mit den zahlreichen Ortsdurchfahrten kennen wir wirklich schon zur Genüge.

Schon am frühen Nachmitttag waren wir dann wieder zu Hause – aber nicht für lange Zeit. Denn schließlich ist immer noch Hochsaison für WoMo-Camper, also auch Hochsaison für uns. Die nächste Fahrt ist schon geplant, also in groben Zügen zumindest – wie üblich…

Donnerstag, 4. August 2016

Das Lied vom Schneckchen

„Unser Schneckchen“

1
Unser allergrößtes Urlaubsglück,
ist ein hübsches Wohnmobil.
Wir geben „Schneckchen“ nie mehr zurück,
dafür bedeutet es uns viel zu viel.
2
Dabei wussten wir beide jahrelang nicht,
ob wir jemals ein Wohnmobil fahren.
Also erzähl ich in einhundert Reimen die Gschicht`,
wie das anfing vor gut zehn Jahren.
3
Als wir beide uns damals kennenlernten,
kannte noch keiner ein WoMo von innen.
Ein Jahr später schon waren wir auf Urlaub in Kärnten,
mit vielen Campern und Camperinnen.
4
Das erste Mobil haben wir ausgeborgt,
weil wir nicht sicher waren, ob‘s uns gefällt.
Doch wir haben uns völlig umsonst gesorgt,
denn Campen wurde schnell unsere Welt.
5
Wir bevorzugen mehr das einfache Leben,
waren noch nie im 5-Sterne-Hotel.
Luxus hat uns noch nie was gegeben
und das ändert sich auch nicht so schnell.
6
Ein weiches Bett und gutes Essen,
damit sind wir mehr als zufrieden.
Auf Haubenküche sind wir nicht versessen,
also haben wir uns fürs Campen entschieden.
7
Drei Jahre lang haben wir uns WoMos geliehen
und dafür geblecht wie die Affen.
Dann war die Idee weit genug gediehen,
uns selber eins anzuschaffen.
8
Also haben wir uns ein WoMo gekauft,
eins zu finden, war gar nicht so schwer.
Wir haben unseres „Schneckchen“ getauft
und geben es wohl nie wieder her.
9
Unser WoMo heißt Fiat Ducato Diesel,
gebaut vor einem Vierteljahrhundert.
Dass es anfangs nicht wirklich lief wie ein Wiesel,
hat uns Laien noch gar nicht gewundert.
10
Die Firma Hymer hat das WoMo gebaut
dabei sehr viel an Know-how reingesteckt.
Und wenn man sich unser „Schneckchen“ anschaut,
dann ist es ja fast schon perfekt.
11
Die Innenaufteilung ist grenzgenial,
wir haben mehr als genügend Raum.
Und stehen wir irgendwo länger mal,
dann stören wir uns gar nicht bis kaum.
12
Das Häuschen ist fünfeinhalb Meter lang,
und ragt drei Meter weit in die Höh‘
Doch bei diesen Maßen wird uns nicht bang,
denn gut fahren können wir ja eh.
13
Zu Beginn war unser WoMo nicht dicht,
also haben wir’s dicht machen lassen.
Ganz billig war die Geschichte ja nicht,
aber keine Rede von Geld verprassen.
14
Denn jetzt kann es wie aus Kübeln schütten,
das macht unserem „Schneckchen“ nichts aus.
Wir sitzen bequem in einer trockenen Hütten,
denn bei Regen geht keiner gern raus.
15
Dann machte auch noch der Motor schlapp,
also wurde fast alles getauscht.
Jetzt geht es locker bergauf und bergab,
dass es im Inneren nur mehr so rauscht.
16
Über den Brenner glühen wir im fünften Gang,
unser „Schneckchen“ geht Hundert und mehr.
Das wird auch so bleiben –  hoffentlich noch lang,
das wünschen wir uns wirklich sehr. 
17
Beim Diesel-Durst hält sich „Schneckchen“ zurück,
wir brauchen oft keine zehn Liter.
Das ist bei den Preisen auch wirklich ein Glück,
denn jeder Mehrverbrauch wär für uns bitter.
18
Unser Häuschen ist ein Alkoven Modell,
man schläft im ersten Obergeschoß.
Da funktioniert das Wegpennen unheimlich schnell,
denn das Doppelbett ist riesengroß.
19
Doch wir haben noch weitere Doppelbetten,
deren zwei, um genau zu sein.
Das wär praktisch, wenn wir mal Gäste hätten,
doch meistens fahren wir allein.
20
Zwar ist unser „Schneckchen“ nicht wirklich stark,
mit seinen knapp 90 PS.
Doch wir sind mit dem WoMo völlig autark
und noch niemals hatten wir Stress.
21
Wir kommen die wildesten Straßen hinauf,
sind noch niemals wo hängen geblieben.
Unser WoMo war wirklich ein super Kauf,
darum werden wir’s auch ewig lieben.
22
Zwar braucht unser schon betagtes Häuschen,
vor allem auf ganz steilen Strecken,
ab und zu ein kleines Päuschen,
sonst könnt’s doch tatsächlich verrecken.
23
Dann blubberts im Kühler und Wasser tritt aus,
doch dafür gibt’s einen Überlauf.
Und danach quält sich unsere brave Maus,
weiter die Steigung hinauf.
24
Manche spotten und nennen es „Nasenbär“,
weil`s einem Nasenbär’n tatsächlich gleicht.
Zwar gibt’s WoMos, die kommen eleganter daher,
doch hat uns „Schneckchen“ immer gereicht.
                                                             25
Wir brauchen keine verglasten Vitrinen
und keinen off’nen Kamin.
Das ist uns stets übertrieben erschienen
und kam uns gar nie in den Sinn.
26
Wir verzichten bewusst auf ein Klimagerät,
wenn’s zu heiß wird, gehen wir nach draußen.
Und wir werden uns – obwohl das geht,
auch niemals im Wohnmobil brausen.
27
Denn wir haben, wie gesagt, viel unternommen,
um die Feuchtigkeit draußen zu lassen.
Nässe soll nie mehr ins Häuschen kommen,
weil wir Wasser im WoMo hassen.
28
Wir brauchen im WoMo auch kein TV
und keine SAT-Antenne am Dach.
Denn dann – das wissen wir ganz genau,
liegen wir täglich spätabends noch wach.
29
Zwar schauen wir uns ab und zu Filme an,
die wir auf Festplatte mit uns führen.
Das passiert aber meistens eh nur dann,
wenn wir so was wie Langweile spüren.
30
Ganz wichtig sind uns Kühlschrank und Klo,
unsere Heizung und auch die Therme.
Denn erwacht man in den Alpen irgendwo,
fehlt es morgens manchmal an Wärme.
31
Die eigene Toilette ist natürlich sehr fein,
wenn wir mal frei in der Wildnis stehen.
Denn das kann es ja nun wirklich nicht sein,
dass wir in der Nacht nach draußen gehen.
32
Wir haben natürlich auch Wasser an Bord,
im Tank, aber auch in Flaschen.
So können wir bequem und vor Ort,
das Geschirr und uns selber waschen. 
33
Auch könnten wir nie ohne Gasherd sein,
schon allein wegen dem Kaffee am Morgen.
Etwas Kochen zu können ist wirklich fein,
denn fürs leibliche Wohl muss man sorgen.
34
Meistens gehen wir aber ohnehin speisen,
denn man gönnt sich ja sonst nichts im Leben.
Jedes Land auch kulinarisch bereisen –
was kann’s noch viel Schöneres geben?
35
Irgendwann kühlte dann unser Kühlschrank nicht mehr,
was bei seinem Alter niemand verwundert.
Aber die Kosten des neuen verwunderten sehr,
denn wir bezahlten doch glatt Dreizehnhundert!
36
Aber natürlich ist ein Eiskasten wichtig,
schon allein wegen der kalten Getränke.
Denn wenn schon WoMo, dann aber richtig,
das war immer schon unsere Denke.
37
Drum haben wir uns auch eine Markise gegönnt,
die wir anfangs noch gar nicht hatten.
Und wenn jetzt die Sonne vom Himmel brennt,
spendet uns die Markise himmlischen Schatten.
38
Doch übertrieben Luxus brauchen wir nicht
und wir werden auch nie danach streben.
Heizung, Kühlschrank, Gasherd und Licht,
was kann’s noch viel Wichtigeres geben?
39
Unser absolutes Lieblingsspiel,
ist und bleibt der Pasch.
Würfeln tun wir wirklich viel,
dazu sind wir niemals zu lasch.
40
So eine Pasch-Partie dauert eineinhalb Stunden,
wir spielen im Freien und auch herinnen.
Es gibt Tage da würfeln wir drei volle Runden,
jetzt denkt mancher vielleicht, dass wir spinnen.
41
Doch das Paschen ist ein Riesenvergnügen,
dass uns niemals langweilig wird.
Jeder von uns will den andern besiegen
und hofft, dass er nicht verliert.
42
Doch geht es nicht nur ums Siegen und Verlieren,
das Würfeln selbst ist der Spaß.
Und in jedem Wurf kann alles passieren,
so richtig spannend ist das.
43
Es gibt Tage, da strotzen wir vor Energie
und machen gleich tausend Sachen.
Da sind wir voll aktiv – Ende nie
und lassen es richtig krachen.
44
An anderen Tagen, das ist halt so,
dösen wir faul auf den Sonnenliegen
Und heben höchstens zum Essen den Po,
wenn wir irgendwann Hunger kriegen.
45
Wir lieben die Freiheit und auch das Fahren,
manchmal sechs, sieben Stunden am Stück.
Und an alle Orte, in denen wir waren,
denken wir oft und gerne zurück.
46
Wir haben schon halb Europa bereist,
auch der Rest kommt sicher noch dran.
Wann – das weiß nur der Heilige Geist,
aber ganz garantiert irgendwann.
47
Die ersten paar Jahre zog’s uns nach Norden,
sind sechs Mal nach Meck-Pomm gefahren.
Beinahe schon wären wir Piefkes geworden,
weil wir so oft in Deutschland waren.
48
Aber Deutschland ist wirklich wunderschön,
das Land braucht sich echt nicht verstecken.
Wir haben noch lange nicht alles gesehen,
es gibt da noch viel zu entdecken.
49
Wir kennen auch Holland, Belgien, die Schweiz
und wir waren schon droben bei den Dänen.
Jedes Reiseziel hat seinen eigenen Reiz,
aber das muss man nicht extra erwähnen.
50
Frankreich hat uns sehr gut gefallen,
besonders die Cote d‘ Azur.
Zwar können wir auf Französisch nur lallen,
doch da kann Frankreich ja nix dafür.
51
Die Stadt Harlingen liegt in den Niederlanden
und wir waren schon sehr oft dort.
Wir sind immer am gleichen Platz gestanden,
einem wirklich sehr schönen Ort.
52
De Zeehove nennt sich das Areal,
die Atmosphäre ist dort sehr entspannt.
Drum fahren wir immer wieder einmal,
auf Urlaub in dieses Land.
53
In Holland gibt’s zahlreiche Coffee-Shops,
für diejenigen, die das halt brauchen.
Zwar bekommt man da drin keine sauren Drops,
dafür etwas Grünes zu rauchen.
54
Wir waren auch sehr oft in Amsterdam,
unsere Besuche sind nicht mehr zählen.
Und ohne dieses ganze Weltstadt Tam-Tam,
tät uns im Urlaub doch einiges fehlen.
55
Bis jetzt wurden wir niemals Opfer von Dieben,
unser Häuschen verspricht wenig Beute.
Das ist auch in Sizilien so geblieben,
wir trafen stets nur ehrliche Leute.
56
Sizilien ist einfach nur wunderbar
und wir haben jede Stunde genossen.
Wir haben die Insel – das ist wirklich wahr,
ganz fest in unser Herz geschlossen.
57
Wir kommen sicher noch einmal hier her,
im Herbst dann halt, wegen der Hitze.
Denn mit jedem Urlaubstag spürten wir’s mehr:
Sizilien ist einsame Spitze!
58
Am Kochelsee ist unser Lieblingsplatz,
der liegt im benachbarten Bayern.
Da sah man den Gernot mit seinem Schatz,
mehr als zwanzig Mal Urlaub feiern.
59
Immer wenn wir zum „Kesselberg“ fahren,
ist der Spaß bereits vorprogrammiert.
Und dass wir schon so oft da draußen waren,
liegt vor allem am Campingplatz-Wirt.
60
Denn der Luis ist ein echtes Original
und er stammt wie wir aus Tirol.
Schon deshalb fühlen wir uns jedes Mal,
beim Luis und seiner Gitti so wohl.
61
Zum „Kesselberg“ sind es, von Innsbruck aus,
nur ein paar Dutzend Kilometer.
Wir fahren aus uns’rer Garage heraus
und kommen an, eine Stunde später.
62
Früher hatten wir Fahrräder mit,
um jede Gegend genau zu erkunden.
Heut ist eine rote Vespa der Hit,
mit der drehen wir unsere Runden.
63
Wir sind schließlich keine Zwanzig mehr,
das Radeln wurde fast schon zur Plage.
Jetzt kommen wir mit dem Roller daher,
das ist bequemer – gar keine Frage.
64
Unser Spaß-Gefährt steht hinten am Träger
und wird nahezu täglich verwendet.
Die Vespa ist wirklich ein heißer Feger,
da haben wir kein Geld verschwendet.
65
Unsere Vespa auf den Träger zu heben,
ist schon beinah eine Wissenschaft.
Da müssen wir manches Mal alles geben,
an Einsatzbereitschaft und Kraft.
66
Und durch Ilses Technik ist uns gelungen,
den Roller perfekt festzubinden
Von zahlreichen Spanngurten fest umschlungen,
hält er bombenfest, wie wir finden.
67
Auf beinahe jedem Campingplatz,
gibt es Tiere vielerlei Art.
Ob Ente, Hase, Hund oder Katz –
wir treffen sie auf jeder Fahrt.
68
In Holland konnten wir unseren Augen nicht trauen,
denn eine Möwe hat sich in uns verliebt.
Die wollt‘ dann doch glatt ihr Nest bei uns bauen -
unglaublich, was es alles gibt.
69
Auch Spatzen und Amseln gibt es zuhauf,
doch kann uns das nicht erschüttern.
Dann machen wir halt unsere Brotdose auf,
um die hungrigen Vögel zu füttern.
70
 Katzen schauen öfters bei uns vorbei,
die räudigen und auch die schönen.
Wir haben stets Futter für sie dabei,
mit dem wir sie dann verwöhnen.
71
Die Sanitäranlagen auf Campingplätzen,
haben nicht immer dasselbe Niveau.
Wir verlangen nicht viel, doch was wir sehr schätzen,
sind funktionierende Duschen und ein sauberes Klo.
72
Nur ganz selten ist es wirklich zum Grausen,
doch so was kann uns nicht erschrecken.
Denn dann lassen wir einfach das Duschen sausen
und waschen uns am eigenen Becken.
73
An ausgesuchten Camping-Plätzen,
findet sich manchmal ein Swimming-Pool.
Wir wissen so etwas wirklich zu schätzen,
denn Schwimmen bei Hitze ist cool.
74
Denn es gibt halt besonders heiße Tage,
an denen die Sonne gnadenlos sticht.
Dann ist Abkühlung wichtig, gar keine Frage,
denn von selber geht das ja nicht.
75
Also ab in den Pool, für eine Viertelstunde
und schon ist man herrlich gechillt.
Dann schwimmen wir noch eine kleine Runde,
schon ist die Hitze nur mehr halb so wild.
76
Wenn wir uns auf einen Camping-Platz stellen,
sind wir blitzartig voll eingerichtet.
Diesbezüglich gehören wir echt zu den Schnellen,
da haben wir schon anderes gesichtet.
77
Denn manche brauchen allein zehn Minuten,
bis sie endlich den Strom angeschlossen.
Da planschen wir schon erfrischt in den Fluten
und haben die ersten Drinks längst genossen.
78
Ganz wichtig scheint vielen die perfekte Lage,
ihres Wohnmobiles zu sein.
Das checken sie exakt mit der Wasserwaage –
so etwas fiel uns gar nicht erst ein.
79
Doch viele unserer WoMo-Kollegen,
sind auf die Waagrechte scheinbar versessen.
Das muss man halt auch irgendwie mögen,
immer wieder und wieder zu messen.
80
Wir finden es immer wieder zum Lachen
bei solchen Mess-Orgien zuzusehen.
Das gehört für uns halt zu den Sachen,
die wir schwer bis gar nicht verstehen.
81
Denn wirklich schief steht man ohnehin nie,
die Plätze sind eh meistens eben.
Wie gesagt, diese „Gerade-Steh-Hysterie“
wird es bei uns ganz sicher nie geben.
82
Immer wieder schauen wir auch gerne
beim Wohnwagen einparken zu.
Manche steuern einen E-Mover aus der Ferne
und manövrieren in aller Ruh.
83
Andere wieder müssen sich plagen,
bis ihr Wohnwagen richtig steht.
Die werden sich sicherlich manchmal fragen,
ob’s mit einem Mover nicht leichter geht.
84
In drei Jahren, das wissen wir heute schon,
wird’s für uns nur noch Camping geben.
Denn dann gehen wir in die verdiente Pension
und starten unser globales Leben.
85
Das heißt, wir werden die meiste Zeit
des Jahres auf Achse sein.
Und dafür sind wir mehr als bereit
und könnten vor Freude laut schrei’n.
86
Auf die Pension brauchen wir aber gar nicht zu warten,
denn unser WoMo wird fleißig verwendet.
Momentan unternehmen wir unsere Fahrten,
halt so lang, bis der Sommer dann endet.
87
Doch sehr bald schon wird unser Wohnmobil,
das ganze Jahr über im Einsatz sein.
Dann ist vor allem der Süden das Ziel,
worauf wir uns heute schon freu’n.
88
Im Winter zwölf Wochen nach Spanien fahren,
schon allein wegen der Temperatur.
Und weil wir in Spanien noch nicht waren,
wird’s eine ganz besondere Tour.
89
Auch werden wir – so ist der Plan,
Norwegen ausführlich erkunden.
Dort schauen wir uns dann die Nordlichter an
und freuen uns auf glückliche Stunden.
90
Marokko steht ebenfalls auf unsrer Liste,
denn auch Afrika wollen wir sehen.
Wir sind schon gespannt auf manch sandige Piste,
doch das wird schon irgendwie gehen.
91
Fernreisen wären der totale Traum,
einmal bis Indien fahren!
Doch mit unserem WoMo geht das kaum,
das ist schon zu alt an Jahren.
92
Aber mit einem feschen, kleinen Camping-Bus,
könnte man so eine Reise wagen.
Doch wär so ein Trip für uns ein Genuss?
Wir wissen’s nicht wirklich zu sagen.
93
Denn von Innsbruck aus ist der Taj Mahal,
zwar mit dem Flugzeug bequem zu erreichen –
aber im WoMo wär das wohl mehr eine Qual
und mit nichts anderem zu vergleichen.
94
13.000 Kilometer in einem Stück,
sind wir wirklich so beinharte Knochen?
Und dann müssten wir auch wieder zurück,
das dauert dann nochmal acht Wochen.
95
Dann kommt noch etwas Wichtiges hinzu:
Wir verstehen nix von Mechanik.
Waren mit Technik noch niemals auf Du und Du,
schon ein Platter versetzt uns in Panik.
96
Wir wissen auch, dass auf Indiens Straßen,
ganz eigene Regeln gelten.
Und weil die alle wie irrsinnig rasen,
sind Unfälle gar nicht so selten.
97
Das möchten wir lieber erst gar nicht riskieren,
wollen uns nicht in Gefahr begeben.
Dabei können wir eigentlich nur verlieren,
vor allem unser lässiges Leben.
98
Darum wird das wohl ewig ein Wunschtraum bleiben,
aber träumen ist niemals verkehrt.
Aber wir wollen es wirklich nicht übertreiben,
das hat sich noch niemals bewährt.
99
Wohin uns in Zukunft die Wege führen,
weiß heute noch niemand zu sagen.
Aber wir lassen uns sicherlich nicht verführen,
gefährliche Fahrten zu wagen.
100
Doch in jedem Fall bleiben wir Wohnmobilsten,
das ist für uns gar keine Frage.
Denn wir sind die geborenen Camping-Touristen,
bis ans Ende unserer Tage.














Freitag, 29. Juli 2016

54. WoMo-Fahrt "kurz mal an den Gardasee"

27. Juli bis 29. Juli 2016 
Innsbruck-Arcotal-Gardasee-Peschiera-Manerba-Sirmione-Innsbruck;  646km

Mittwoch, 27. Juli 2016
       
Wenn man in Innsbruck lebt, hat das so einige Vorteile. Zum einen ist die Alpenstadt ein wunderbarer Platz zum leben, zum anderen ist es die Lage der Stadt selbst. Keine 30 Kilometer nach Deutschland, gerade mal 35 Kilometer nach Italien und weniger als 100 Kilometer in die Schweiz. Man könnte ohne weiteres – zahlreiche Innsbrucker tun das auch – ab und zu nach Venedig auf ein romantisches Abendessen fahren. Oder kurz mal an den Gardasee – der bei uns auch das Meer der Tiroler genannt wird. Gesagt – getan.
Um dem alljährlichen Urlaubsreise-Wahnwitz zu entgehen, sind wir am Mittwoch kurz nach 6 Uhr früh losgefahren, sozusagen klassisch antizyklisch. Schnell waren wir über den Brenner-Pass hinweg, bei kaum nennenswertem Verkehr. Die LKW-Dichte ist irrsinnig, manchmal reihen sich 15, 20 Stück der schweren Brummer direkt aneinander. Dann geben wir unserem Schneckchen kurz die Sporen, beschleunigen auf die erlaubten 110 km/h und schnupfen die ganze Reihe auf einmal weg. Sonst gondeln wir lieber mit knapp unter 90 km/h dahin, dann zeigt sich unser Nasenbär am wenigsten durstig.
  
In Südtirol haben wir an einer Raststätte kurz Halt gemacht, Beine vertreten und ein wenig rasten. Dabei ist uns im Tankstellen-Shop ein hübsches, kleines und feuerrotes Vespa-Modell begegnet und weil wir rote Vespa-Modelle sammeln, durfte sie mit uns mitkommen.
Wir haben uns für heute überhaupt kein Ziel gesetzt, mal schauen, wo es uns hinverschlägt. Das Wetter ist ideal, nicht zu heiß und kein Regen.
Bei Trient (Trento) verlassen wir die Autobahn und ärgern uns (schon wieder!) dass die Sperre der Ausfahrt „Trento Centro“ immer noch gesperrt ist, diese Sperre aber nicht angezeigt wird. Also müssen wir die nächste Ausfahrt nehmen und einige Kilometer zurückfahren. Ziemlich wurscht in Wahrheit, denn wir haben ja schließlich keine Termine und müssen nirgendwo irgendwann ankommen.
Wir werden den Gardasee übers Arcotal anfahren, diese Strecke ist weit weniger langweilig. Zuerst geht es ein paar Kilometer steil bergauf und danach wieder runter ins Tal. Landschaftlich ist diese Gegend sehr schön, die Berge ragen steil und spektakulär hinauf, es wundert wenig, dass Arco ein Zentrum des Kletter-Sports ist. Wir schauen kurz bei einem Campingplatz vorbei und sehen, dass er voll auf Kletter-Publikum setzt – nirgendwo vorher haben wir beim Campen eine Kletterwand extra für Kinder gesehen.
Nach einem kleinen Päuschen sind wir Richtung Torbole abgebogen, das liegt sozusagen auf der linken Seeseite, wenn man nach Süden fährt. Der Verkehr ist hier natürlich um einiges stärker, man sieht fast ausschließlich ausländische Auto-Kennzeichen. Trotzdem ist die Fahrt den Gardasee entlang völlig relaxed, hie und da bleiben wir kurz stehen und schauen uns ein paar Campingplätze an, irgendeiner wird uns dann schon zusagen.
 
Am frühen Nachmittag kommen wir dann am berühmten (vor allem bei Eltern mit Kindern) Garda-Land vorbei, einem riesigen Vergnügungspark. Unmittelbar danach biegen wir von der Hauptstraße ab und steuern den Campingplatz „Gasparina“ an. Der sagt uns auf Anhieb zu und wir buchen uns für eine Nacht ein. Besonders der Swimming-Pool und das große Restaurant mit seiner umfangreichen Speisekarte haben uns überzeugt, man gönnt sich ja sonst kaum was…
Schnell war unser Platz bezogen, keine 10 Minuten später sind wir schon in unseren Camping-Stühlen gesessen und haben einen kühlen Drink genossen. Die Temperatur war mit 34 Grad schön zu ertragen, noch dazu lag unser Platz vollständig im Schatten.
Natürlich machten wir im Lauf des Nachmittages einen feinen Pasch, etwas später haben wir denn dem großzügigen Pool einen Besuch abgestattet. Herrlich erfrischt sind wir danach zurück zu unserem Häuschen und haben uns ein wenig niedergelegt.
Nach dem Aufwachen hat sich dann unmissverständlich der Hunger gemeldet und wir sind die 200 Meter ins Restaurant rüber. Ausnahmsweise hat Gernot diesmal Mineralwasser getrunken, denn die 4,50 Euro für 0,4 L Bier wirkten dann doch etwas abschreckend. Noch dazu, wo bei einem Essen schnell mal zwei, drei Bier und damit mehr als 13 Euro weg sind. Wäre ziemlich deppert, weil im WoMo genügend eisgekühltes Bier wartet, für 0,49 Euro die 0,5 Liter. Auch wenn wir nicht auf jeden Cent schauen müssen, rausschmeißen müssen wir unser Geld auch wieder nicht.
Das Essen war wie erhofft ausgezeichnet, Ilse hat sich ein halbes Huhn mit Pommes genehmigt, Gernot ist mit seiner Pizza Capriciosa ebenfalls vollkommen zufriedengestellt worden. Auch die Bedienung war ausgenommen freundlich, schnell und professionell – ein Campingplatz-Restaurant, das man mit ruhigem Gewissen weiterempfehlen kann.
 
Anschließens sind wir papp-satt eine große Runde über den Platz gegangen und sind auch die paar Meter zum „Meer der Tiroler“ runter. Schon am Abend war klar, dass es heute wohl ein Gewitter geben könnte. Und tatsächlich – so gegen 23 Uhr ist für eine gute Viertelstunde die Welt am Platz untergegangen. Heftigster Regen prasselte gegen die Fenster und auf das Dach unseres WoMo’s, die Temperatur fiel binnen Minuten auf unter 19 Grad. Auch fein.
So schnell wie das Gewitter gekommen war, ist es dann auch wieder abgezogen und noch einen Vorteil hat der starke Regen gehabt: den Zikaden dürften die Beinchen nass geworden sein, denn zum ersten Mal an diesem Tag waren sie nicht mehr zu hören. Aber nicht mal eine ganze Heerschar der manchmal nervenden Insekten hätte verhindern können, dass wir bald nach Mitternacht in einen schönen Schlaf gefallen sind.

Donnerstag, 28 Juli 2016
  
Die Nacht war wunderbar erholsam, gegen Morgen ist es dann so frisch geworden im WoMo, dass wir uns zudecken mussten. Vielleicht haben wir deshalb so lang geschlafen, denn dass wir erst knapp vor 9 Uhr aufwachen, passiert äußerst selten.
Nach einem feinen Frühstück mit Kaffee und Marmorkuchen haben wir in aller Ruhe geduscht und haben unser Schneckchen routiniert wieder reisefertig gemacht. Dabei mussten wir unsere Kabeltrommel zeitaufwändig reinigen, denn der Starkregen von gestern hat sie über und über mit Schlamm vollgespritzt. Das arme Ding hat ausgesehen, als wäre es in eine Mure geraten. Also die ganzen 50 Meter abrollen und Stück für Stück mit der Sprühflasche und einem Lappen in den Urzustand zurückbringen. Jetzt glänzt sie wieder wie neu und ist auch mal wieder perfekt aufgerollt.
Danach noch schnell die Rechnung bezahlt (relativ unschlanke 41,20 Euro) und dann wieder raus ins pulsierende Leben rund um den Gardasee.
Der Camping-Platz „Gasparina“ liegt in Peschiera, also schon ziemlich am Südende des Gardasees. Also sind wir zuerst ganz ans Südende gefahren und dann sind wir weiter auf die andere Seeseite. Da kennen wir uns schon richtig gut aus, waren wir doch schon öfters hier.
Wir sind ein wenig herumgegondelt und haben wieder Camping-Plätze goutiert, einige kennen wir ja schon. Das hat dann aber leider ein plötzliches und unerwartetes Ende gefunden – denn Schneckchen hat auf einmal begonnen zu kränkeln – und zwar so richtig.
Es war beim Herunterschalten vom dritten in den zweiten Gang, als uns ein furchtbares Geräusch erschreckte. Es klang wie das Kreischen einer Horde weiblicher Teenager, denen ein halbnackter Justin Bieber über den Weg läuft – also echt ätzend. Gleichzeitig die Erkenntnis – das ist was Ernstes.
Zuerst befürchteten wir ein Motor-Problem – ein Alptraum natürlich. Aber wir merkten schnell, dass die Maschine einwandfrei funktioniert – also konnte es sich nur um die Kupplung handeln. Das bestätigte sich dann schnell, das furchtbare Kreischen war nur beim Schalten zu hören, vor allem beim Schalten in einen niederen Gang. Zwar rutschte die Kupplung (noch) nicht durch, auch nicht in den hohen Gängen. Aber dass wir dringend – sehr dringend – in eine Werkstatt müssen, war auch uns Laien klar. Wenigstens „nur“ die Kupplung, trösteten wir uns gegenseitig – das ist ein klassisches Verschleißteil, das darf kaputt werden, unser Nasenbär hat seine 185.700 Kilometer weg – so ist es halt. Wir waren uns natürlich sofort einig, dass wir unser Häuschen nur zu den Mechanikern unseres Vertrauens bringen werden, sprich zum Krünes nach Mieders im Tiroler Stubaital. Das sind Vollprofis, die haben unser Schneckchen schon des Öfteren unterm Schraubenschlüssel gehabt, die kennen es in- und auswendig.
Aber nach Mieders sind es gut 300 Kilometer, das konnte ja noch was werden mit unserem waidwunden WoMo.
Vorerst wollten wir aber noch einen schönen Tag am Gardasee verbringen, morgen ist schließlich auch noch ein Tag und Erholung tut sicher auch unserem Schneckchen gut. Also sind wir über die Schnellstraße nach Sirmione rüber – schonender haben wir unser WoMo wahrscheinlich noch nie gefahren und es hat ihm spürbar gut getan.
  Jedenfalls sind wir ohne Probleme in Sirmione angekommen und sind zielstrebig zum Camping „Tiglio“ gefahren, denn kennen wir, da waren wir vor ein paar Jahren schon mal. Es war gerade Mittagszeit, trotzdem war die Rezeption besetzt, wenngleich nur mit einem jungen Burschen. Der war offensichtlich sehr froh, dass wir uns selber einen Platz suchten, er meinte noch, wir sollten den 84er nehmen, dann hätten wir nette, deutsche Nachbarn. Nun – diese Nachbarn hätten sogar die Boatengs sein können und der Platz wäre für uns trotzdem unannehmbar gewesen. Stand er doch ohne einen Hauch Schatten in der prallen Sonne und bei 35 Grad ist pralle Sonne eine wahrlich pralle Sonne. Da hat das es dann um Mitternacht noch 30 Grad im Inneren und erholsamen Schlaf können wir uns aufmalen. Schnell noch den netten deutschen Leider-Nicht-Nachbarn freundlich zugenickt und weiter einen Platz suchen. Schnell wurden wir gleich mehrfach fündig und schließlich rollten wir auf einen wunderbaren Schattenplatz, unweit des Sanitär-Hauses. So mögen wir das!
  
Den Nachmittag leiteten wir mit einem Pasch ein, dann eine kleine Jause mit wunderbarer Salami, die wir schon am Vortag in einem Piu-Supermarkt (übrigens sehr empfehlenswert, weil besonders preisgünstig) gekauft hatten. Dazu Parmesan, ein paar Tomätchen, Schwarzbrot – herrlich.
Dann hat sich Gernot ein wenig niedergelegt und Ilse ist zum See hinunter, der direkt an den Camping-Platz grenzt. Einen Gang ins lauwarme Wasser hat sich Ilse dann geschenkt, denn der See war schon von einer eineinhalb Meter langen Wasserschlange besetzt, da will man sich nicht unnötig aufdrängen. Schon gar nicht Ilse.
Später sind wir dann ins platzeigene Restaurant gegangen – und wieder haben wir ausgesprochen gut gegessen und sind wieder absolut perfekt bedient worden. Ilse hat sich ein Naturschnitzel in Weißwein-Sauce kommen lassen und Gernot hat überhaupt doppelt zugeschlagen: zuerst Spaghetti al Ragu und danach Pizza Frutti die Mare mit extra Sardellen obenauf. Jedes Essen ein Gaumenjubel und auch Ilses Nachspeise – Zitronen-Eis serviert in der echten Schale – war ein Genuss. 
Dafür waren die insgesamt 35,56 durchaus angemessen, auch wenn wir uns die unüblich unrunde Summe nicht wirklich erklären konnten – Italien halt.
Sehr zufrieden sind wir dann ins WoMo zurück, haben noch einen gepflegten Pasch geklopft und es wird sicher nach Mitternacht gewesen sein, als wir das letzte Licht im WoMo ausknipsten.

Freitag, 29. Juli 2016 
 
Der Tag beginnt wie immer mit einem sauguten Kaffee und heute beginnt er auch mit der Sorge um unser lädiertes Schneckchen. Schließlich muss sich unser WoMo mit seiner defekten Kupplung bis ins Stubaital schleppen und da liegt auch der Brenner-Pass dazwischen. Da werden wir es so zärtlich wie möglich hinauf prügeln müssen, damit wir nicht irgendwo hängenbleiben und auf den ÖAMTC/ADAC angewiesen sind. Was eh nicht so tragisch wäre, aber trotzdem…
Nach dem Bezahlen der Rechnung sind wir dann schnurstracks auf die Schnellstraße gefahren und ebenso schnurstracks nach wenigen Minuten in einen kilometerlangen Stau geraten. Für die fertige Kupplung natürlich eine Extra-Herausforderung – Stop-and-Go ist das Schlimmste. Zeitweise waren die Geräusche echt besorgniserregend, aber Gernot hat schnell gelernt, möglichst ohne Motorbremse auszukommen, müssen halt die „normalen“ Bremsen etwas mehr schuften.
Kurz vor Erreichen der Autobahn haben wir unser Häuschen vollgetankt und konnten erfreut den niedrigsten Verbrauchswert aller Zeiten feststellen – sensationelle 9,35 Liter auf 100 Kilometer, das ist fast nicht zu glauben. Weniger geht echt nimmer, obwohl – würden wir auf der Autobahn höchstens 75 bis 80 km/h fahren, könnten wir den Verbrauch vielleicht noch weiter nach unten drücken, aber wir sind ja nicht auf Rekorde aus.
Auf der Autobahn Richtung Brenner war dann durchwegs freie Fahrt angesagt, trotz regem bis starkem Verkehr hat es sich nirgendwo gestaut. Unterwegs haben wir eine kleine Kaffee-Pause gemacht, kleines zweites Frühstück zu uns genommen.
Dann weiter und ab Sterzing ist es dann richtig ernst geworden – es wartete der Brenner-Pass mit seiner über zehn Kilometer langen steten Steigung.
Machen wir es kurz – unser Schneckchen hat sich wahrlich tapfer geschlagen und uns ohne zu Mucken ins Stubaital gefahren, wo die Mechaniker schon auf uns gewartet haben. Bei der Probefahrt bestätigte Profi-Schrauber Daniel dann sofort Gernots Erst-Prognose: Kupplung muss getauscht werden, nützt nix. Wird einen runden Tausender kosten – schockt uns wenig, wir haben insgeheim mit dem Doppelten gerechnet.

Irgendwie war es ein komisches Gefühl, als wir unsere Schnecke in Mieders ausräumten und stehen lassen mussten, beinahe so, als hätte man einen guten, alten Bekannten für eine Operation ins Krankenhaus gefahren. Und irgendwie ist ja auch tatsächlich so – Schneckchen ist beim Onkel Doktor und am Mittwoch ist alles wieder gut – Heile, heile Gänschen – oder so ähnlich….