Dienstag, 3. April 2018

75. WoMo-Fahrt "2018 - ancampen mal anders"

vom 1. bis 3. April 2018
von Innsbruck-Bad Häring-Itter-Innsbruck -      km
Oster-Sonntag, 1. April 2018

Es ist soweit – unsere Schnecke hat ihren wohlverdienten Winterschlaf hinter sich gebracht und wird für die erste Fahrt 2018 aus der Garage gefahren. Die Vorfreude ist schon seit Tagen ständig im Steigen begriffen und endlich – am Sonntag um 10 Uhr macht sich Gernot auf den Weg zur WoMo-Garage. Äußerst ungewöhnlich – er ist alleine unterwegs, denn die beste Ilse von allen befindet sich zurzeit auf Kur in Bad Häring. Und das ist auch das Ziel der ersten Ausfahrt, wir werden gemeinsam das Osterwochenende verbringen. Und unmittelbar danach hat unser WoMo die alljährliche TÜV-Überprüfung, diesbezüglich sind wir aber sehr optimistisch.
Nach einem guten halben Jahr Untätigkeit zeigt sich unser Häuschen an diesem eiskalten Wintermorgen ziemlich unausgeschlafen, als es von Gernot gestartet wird. Erst nach dem vierten Versuch springt der Motor an – man könnte bei einem 28 Jahre alten Wohnmobil aber ohne weiteres auch schreiben: schon beim vierten Versuch springt der Motor an. Die ersten paar Sekunden qualmt unsere Schnecke derartig brutal, dass die Garage sofort mit dichtem Qualm gefüllt ist. Jetzt einen Abgastest – man würde nicht nur niemals den TÜV kriegen, sondern wahrscheinlich sechs Monate bedingte Haft wegen Umweltfrevel… Aber schon nach wenigen hundert Metern normalisieren sich die schwarzen Wolken aus dem Auspuff auf ein halbwegs erträgliches Maß und nach fünf Minuten ist der Motor schon so aufgewärmt, dass Gernot ohne Schamesröte im Gesicht fahren kann.

Der erste Weg führt zu unserem Wohnhaus, denn wir dürfen bei unserer lieben Nachbarin Kerstin Wasser fassen. Das ist sehr bequem, denn Kerstin muss dafür nur den Gartenschlauch über die Hecke reichen und schon sprudelt bestes Innsbrucker Wasser in unseren leeren Tank. Nach ein paar Minuten noch schnell Kerstin zugewinkt und schon ist Gernot unterwegs nach Bad Häring.
Weit ist der Weg ja nicht – vielleicht 75 Kilometer, das passt ja eh ganz gut zur 75. WoMo Fahrt.
Auf der Inntalautobahn schnurrt dann das WoMo brav dahin, es ist Sonntag, es fahren keine LKW, so werden wir auch bei einem gemütlichen 80er nicht von ungeduldigen Brummifahrern bedrängt. Seit heuer brauchen wir übrigens für unser Wohnmobil keine eigene Autobahnvignette mehr, das läuft jetzt digital und das Maut-Pickerl gilt bei Wechselkennzeichen auch für mehrere Fahrzeuge. Fein, sparen wir uns gute 90 Euro.
Nach wenig mehr als einer Stunde kann Gernot dann seine Ilse in Bad Häring in die Arme nehmen – sie kurlaubt übrigens nicht wegen irgendwelcher gesundheitlichen Probleme, sondern – wie es im Amtsdeutsch so schön heißt: Zur Erhaltung der Arbeitskraft. Natürlich hat sich Ilse bereits vor Tagen eine Sondergenehmigung für unsere Schnecke ausgehandelt und so parken wir den Nasenbären auf einem lässigen Stellplatz ein.


Ganz in der Nähe eines kleinen Sees, es zwitschern die Vögel, es quaken die Enten und auch die eine oder andere Streuner-Katze lässt sich blicken. Schön ist es hier.
Wir haben im Gasthaus Schermer einen Tisch reservieren lassen und schreiten pünktlich zum Mittagessen. Das Gasthaus befindet sich unmittelbar neben der Kuranstalt und wir kennen die gutbürgerliche Küche schon von einigen Besuchen. Dementsprechend ist das Essen wieder sehr gut und gesättigt machen wir einen ausgiebigen Verdauungsspaziergang nach Bad Häring hinein. Das Wetter ist so lala, es regnet zwar nicht, aber frühlingshaftes Wetter schaut anders aus. Vor allem ist es ziemlich frisch, das könnte in der Nacht eher ungemütlich werden. Mal sehen.
Am Nachmittag spielen wir uns im WoMo einen obligaten Pasch aus. Wir haben die Heizung laufen, das sorgt rasch für angenehme 21 Grad. Später gönnen wir uns ein kleines Nachmittags-Schläfchen und geben uns danach wieder unserer Pasch-Leidenschaft hin. Das WoMo ist bereits wieder perfekt „eingewohnt“ – wie haben wir diese liebgewonnene Umgebung vermisst.
Übrigens – unser Schneckchen hat über den Winter unfreiwillig einen Hausgast aufgenommen, eine Maus! Wir haben uns zuerst über kleine Schaumstoffkrümel im Cockpit gewundert, bald danach sind noch jede Menge winzige Papierstückchen aufgetaucht. Inzwischen wissen wir, die Maus – wir sind auf Grund der Spuren sicher, dass es nur eine war – ist sowohl über den Motorraum, als auch über die Heckklappe (!) ins Innere des WoMo gekommen. Es muss sich um ein winziges Mäuschen gehandelt haben, denn die Heckklappe hat ein Spaltmaß von weniger als 1,5 cm und ist nicht mit einer Gummidichtung abgeschlossen, sondern mit so einem haarigen Dingsbums. Und da hat sich die Maus durchgezwängt – vom Motor aus hat sie sich durch den Antennenkabelschacht durchgearbeitet. Aber sie hat keinerlei Schaden angerichtet – lediglich mehrere Packungen Kaugummi hat sie angeknabbert, die in einer Armaturenbrett-Ablage überwintert haben. Und ein Zuckerl dürfte sie auch noch gefunden haben, daher die winzigen Papierfetzen. Schnell waren die vier, fünf kleinen Stoffwechselprodukte des Mini-Nagers weggeräumt und nichts mehr deutete auf den ungebetenen Besuch hin.
Am Abend ist Ilse dann ins Kurhaus essen gegangen und später haben wir uns noch einen Pasch-Fight geliefert. Gernot hat – nebenbei bemerkt – alle drei Partien heute gewonnen. Man kann also durchaus Glück in der Liebe UND im Spiel haben …
Für Ilse ist ja um 22 Uhr Zapfenstreich, also muss sie auf ihr Zimmer. Das gleicht zurzeit mehr einem Süßwaren-Laden, als einer Unterkunft. Denn Gernot hat seiner Ilse – Zitat: „Das mit ziemlicher Sicherheit größte Osternest von Bad Häring und Umgebung“ mitgebracht, gute zweieinhalb Kilo schwer. Also türmen sich jetzt Gold-Hasen, Schoko-Küken, Manner-Schnitten, Ferrero Roger Kugeln, Haribo-Gummizeugs, etc. auf den wenigen Quadratmetern. Dahinter steckt natürlich Kalkül – denn schließlich geht Ilse jeden Tag schwimmen, immer wieder in die Sauna und wird während ihrer Kur auch sonst körperlich ganz schön beansprucht. Und da besteht schnell die Gefahr des unfreiwilligen Abnehmens und Gernot will nach den drei Wochen Kur genau so viel Ilse zurückbekommen, wie er angeliefert hat … Also muss die Kalorienzufuhr dramatisch erhöht werden, deshalb auch der „Grüne Veltliner“ und die 7 up Saftln.
Schon kurz nach 22 Uhr sind dann auch im WoMo die letzten Lichter ausgegangen. Die Heizung ist auf Stufe 2 von 10 zurückgefahren, mal sehen, ob das die draußen herrschende Kälte abhalten kann. Ansonsten sind jede Menge Decken vorhanden, zur Not könnte man damit in Nordnorwegen im Freien am Boden schlafen. Aber wer will das schon?

Oster-Montag, 2. April 2018
Die Nacht im WoMo war ausgesprochen fein, um 6 Uhr morgens zeigte die Innentemperatur 17,9 Grad, draußen war gerade einmal ein einziges, mickriges Grad zu messen. Der kalte Tag begann für Gernot mit einem fulminanten Konzert der Singvögel – Amsel, Grünfink, Zaunkönig, alle da. Herrlich!
Um 7 Uhr 30 ist dann Ilse mit frischen Semmeln ins WoMo gekommen, zusätzlich hat sie vom Frühstücksbuffet noch Wurst und Käse für Gernot „abgestaubt“. Bald duftete es im WoMo wunderbar nach frischem Kaffee und Gernot durfte gleich ein zweites Mal hintereinander perfekt in den neuen Tag starten. Wie haben wir das frühstücken im WoMo vermisst! In keinem 5-Sterne-Hotel der Welt würden wir lieben einen Tag beginnen, nirgendwo würde uns der Kaffee so schmecken wie in unserem Häuschen auf Rädern.
Nachdem Ilse ja nicht auf Urlaub hier in Bad Häring ist, hat sie auch am heutigen Feiertag einigen so genannte „Anwendungen“ zu absolvieren bzw. über sich ergehen zu lassen. Die zwei Einheiten am Vormittag – jeweils eine knappe dreiviertel Stunde lang  – nützt Gernot für kleine Zwischendurch-Schläfchen und pünktlich zu Mittag verfügen wir uns in den großen Speisesaal des Kurhauses. Ilse hat uns gestern einen Zweier-Tisch reservieren lassen und wir entscheiden uns beide für das Menü mit Hühnchen in Paprika-Sauce. Vorher eine Backerbsen-Suppe, zur Hauptspeise einen Salat vom Buffet und danach einen Kuchen zum Dessert. Das Dargebrachte ist annehmbar, wie erwartet hauptsächlich Fertigprodukte, typisch für eine Massenabfertigung. Aber das Essen war sättigend und das Preis-Leistungs-Verhältnis o.k. – mehr sollte man sich von einem Kurhaus auch nicht erwarten …
Natürlich haben wir auch Nachmittag wieder einen Pasch gemacht – unterbrochen durch weitere „Anwendungen“ an Ilse. So wurde sie unter anderem mit Strom aufgeladen und später durfte sie noch ein ausgiebiges Lavendel-Bad genießen.
Mittlerweile ist eine unserer beiden Gasflaschen leer geworden – kein Wunder, wir haben sie fast die ganze letztjährige Saison über im Einsatz gehabt. Und wir haben oft gekocht und wir betreiben fast immer den Kühlschrank mit Gas, weil das am effektivsten ist. Aber eine leere Gasflasche ist dann kein Problem, wenn eine volle als Ersatz bereit steht und so musste Gernot nur den Anschluss wechseln. 30 Sekunden und schon funktionierten Heizung und Eiskasten wieder klaglos.
Abends hat Ilse dann einen Käse-Salat zu sich genommen, Gernot hat derweil im Zimmer gewartet. Das weitere Programm dieses Abends hat sich dann sozusagen von selbst erledigt, denn im Fernsehen wurde das Fußballspiel FC Wacker Innsbruck gegen Wiener Neustadt übertragen. Die Innsbrucker befinden sich ja momentan in totaler Hochform, sind überlegener Tabellenführer der 2. Division und stehen unmittelbar vor dem Aufstieg in die höchste österreichische Spielklasse. Die letzten fünf (!) Partien wurden allesamt gewonnen und heute kommt der Tabellenzweite Wiener Neustadt ins Tivoli-Stadion. Das können wir uns natürlich nicht entgehen lassen und überpünktlich sitzen wir vor dem TV-Gerät. Es wird uns ein wirklich lässiges Spiel geboten, vor allem in der ersten Hälfte zeigen die Innsbrucker teilweise richtig guten Fußball. Am Ende gewinnt Wacker verdient mit 2:0 und sind damit dem Aufstieg einen entscheidenden Schritt näher gekommen. Jetzt führen sie mit bereits zehn Punkten Vorsprung – lässig! Wird eh Zeit, dass wir wieder Rapid, Austria Wien und Red Bull Salzburg im Tivoli spielen sehen können – Blau Weiß Linz, den Favoritener AC oder Lustenau hatten wir jetzt lange genug zu Gast …
Nach dem Match sind wir dann noch auf ein Stündchen im WoMo zusammengesessen, dann musste Ilse wieder in die Kuranstalt einrücken. Heute Abend ist es deutlich wärmer als gestern, auch um 22 Uhr zeigt die Außentemperatur noch 10 Grad an. Frostbeulen braucht Gernot also erneut keine zu fürchten.

Dienstag, 3. April 2018
Die Nacht war wieder sehr fein, Gernot ist mit einer Decke ausgekommen – mindestens fünf weitere wären noch zur Verfügung gestanden. Eher sieben! Wieder hatte es am Morgen gut 18 Grad im WoMo, das ist wirklich leicht auszuhalten. Als Ilse dann um 7 Uhr 30 das Frühstück zubereitet hat, haben wir die Heizung kurz aufgedreht und 20 Minuten später unseren Kaffee bei 24 Grad genossen. Danach haben wir schnell das WoMo auf Fahrtbetrieb umgestellt, das hat keine fünf Minuten gedauert.
In Ilses Zimmer hat Gernot dann seine Morgentoilette erledigt, Ilse hat derweil das Kaffeegeschirr gewaschen. Der Termin für den TÜV beim Autohaus Fuchs ist um 9 Uhr angesetzt und von Bad Häring bis Itter sind es kaum mehr als zehn Kilometer. Wir hatten also keine Eile.
Nach einer herzlichen Verabschiedung – es ist immer wieder verblüffend, wie sehr wir einander fehlen, wenn wir uns mal ein paar Tage lang nicht sehen – hat sich Gernot dann nach Itter aufgemacht und Ilse hat sich ein weiteres Mal anwenden lassen dürfen.
In Itter wurde Gernot vom Werkstatt-Meister Karli herzlich begrüßt und in der kommenden Stunde wurde unser Schneckchen eingehend überprüft. Karli weiß, dass er uns kein Gefälligkeits-Gutachten ausstellen muss und wir wissen, dass er uns niemals ein Gefälligkeits-Gutachten ausstellen würde. Und so ist es doch ein wenig aufregend, was denn der diesjährige Befund ergeben wird. Kurz gesagt – es ist alles in bester Ordnung! Zwar verliert der Motor wie gewohnt etwas Öl, aber er „schwitzt“ das mehr aus. Ölverlust bemerken wir keinen, auch nach 10.000 Kilometern müssen wir höchstens ein halbes Literchen nachgießen. Und auch das oft nur „pro forma“, denn es fehlt eigentlich nie wirklich etwas. Also bekommen wir das „Pickerl“ ohne Auflagen und gleichzeitig haben wir unserer Schnecke neue Radzierkappen verpasst.

Die blitzenden Dinger haben gerade mal 19,90 Euro gekostet, schauen aber echt lässig aus. Ach ja – Karli hat uns geraten, die Kreuzgelenke auszutauschen. Die machen schon seit Jahren (seit wir unser WoMo haben) beim starken Einlenken ganz, ganz hässliche Geräusche. Zwar muss das nicht zwangsläufig zu einem Schaden führen, aber Karli meinte: „Aber irgendwann könnte das Ding auch einfach abreißen, so ungewöhnlich wäre das nicht.“ Diese Expertise vom Meister persönlich ist uns selbstverständlich Auftrag und so wird sich Karli in den nächsten Tagen umsehen, wo er die Kreuzgelenke für unseren Nasenbären auftreiben kann. Wird wohl ein paar Hunderter kosten, aber das ist uns unsere Schnecke allemal wert. Sie soll uns ja noch möglichst lange erhalten bleiben und Freude machen – je besser wir sie pflegen und je mehr wir sie hätscheln, desto länger wird sie unser zweites Zuhause sein.
Frohen Mutes ist Gernot dann die 75 Kilometer nach Innsbruck zurück gegondelt und hat dann unser WoMo wieder in seine Garage gebracht. Lange wird sie diesmal nicht ausschlafen können, denn eventuell wird Gernot Ilse in zwei Wochen mit dem WoMo von Bad Häring abholen. Mal schauen.
Ach ja – und falls das freche Mäuschen hier mitliest – du brauchst gar nicht noch mal nachschauen, es gibt NICHTS für dich zu fressen bei uns. Zumindest nicht dort, wo du hinkommst.







Sonntag, 17. Dezember 2017

Ein Jahr geht zu Ende

    

Ein unfallfreies Wohnmobiljahr geht zu Ende!

Unser Schneckchen ist schon tief im Winterschlaf und träumt von wunderbaren vergangenen Reisen und wir hoffen, sie schöpft Kraft für die neuen Abenteuer im Jahr 2018!
                                                        ... und WIR - wir auch!

ABER - neue Destinationen schwirren schon in unseren Köpfen herum.
Wohin, wo waren wir noch nicht, wo würde es uns ganz besonders gut gefallen?

Mehr im neuen Jahr 2018 und bis dahin wünschen wir
ein frohes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins Neue Jahr!


Dienstag, 10. Oktober 2017

74. WoMo-Fahrt "Noch einmal an den Gardasee"

vom 29. September bis 1. Oktober 2017
von Innsbruck-Padenghe sul Garda-Innsbruck --- 619 km

Freitag, 29. September 2017

Bereits seit Tagen haben wir immer wieder mal die Wettervorhersage für den Gardasee abgerufen und schließlich war klar – ab Freitag sollte das Wetter passen, die Temperatur sollte deutlich über die 20-Grad-Marke steigen, bei äußerst geringer Regenwahrscheinlichkeit. Also los!
Am Freitag hat Gernot die liebe Ilse in die Schule nach Zirl gefahren und danach das WoMo reisefertig gemacht. Da war nicht viel zu tun – ein paar Getränke kaufen, einige Kleidungsstücke einpacken – fertig. Einen Schoko-Kuchen haben wir uns auch noch gegönnt und als Zwischendurch-Jause sind noch Salami und Parmesan in den Einkaufskorb gekommen.

Pünktlich um 13 Uhr 15 ist Ilse dann in Zirl abgeholt worden und schnurstracks sind wir über die Autobahn in Richtung Brenner gefahren. Noch vor der Europabrücke sind wir in einen Stau geraten, eine Fahrbahnverengung war der Grund. Das hat uns gute 20 Minuten gekostet und ernsthafte Befürchtungen über eine stressige Fahrt aufkommen lassen. Das hat sich dann aber zum Glück nicht bestätigt, ab dem Schönberg sind wir ohne Verzögerung vorangekommen. Auch bei der Mautstelle in Sterzing wurden wir nicht aufgehalten – schon wieder haben wir uns unser Mautkärtchen gezupft, ohne dass die Räder unseres WoMos zum Stillstand gekommen wären.
Wir werden auch heute wieder unseren Lieblings-Campingplatz „La Ca“ in Padenghe sul Garda anfahren und wir haben für diese Reise bewusst die Vespa daheim gelassen. Wir wollen ausschließlich entspannen und uns vom guten Restaurant am Platz kulinarisch verwöhnen lassen.
Kurz nach 17 Uhr sind wir im „La Ca“ angekommen und haben wieder einmal jenes Glück gehabt, das uns so oft auf unseren Reisen begleitet. Denn zu unserer völligen Überraschung war der Campingplatz ausgebucht – damit hätten wir Ende September wirklich nicht gerechnet. Aber – einen einzigen (!!) Platz gab es noch für uns, die nach uns gekommen Camper mussten unverrichteter Dinge wieder abziehen. Und das waren gleich mehrere…
Der uns zugewiesene Platz 49 war einigermaßen kompliziert anzufahren, denn er ist exakt 6 Meter lang. Und unser WoMo misst ca. 5,60 Meter – da waren beim Einparken sowohl Ilses Einweisungskünste, als auch Gernots Oberarmmuskeln gefragt – denn das vielfache Reversieren ohne Servolenkung ist ohne erheblichen Krafteinsatz nicht zu machen. Aber – nach fünf Minuten waren wir perfekt eingeparkt, unter Beobachtung zahlreicher Schaulustiger. Schnell den Strom angesteckt und schon befanden wir uns in unserem so geliebten Camping-Modus.
Lange haben wir uns aber nicht im WoMo aufgehalten, denn der Hunger hat uns hinauf ins Restaurant pilgern lassen. Dort hat sich Ilse einmal mehr Kalbsschnitzel in Weißwein-Sauce gegönnt, Gernot hat sich an köstlichen Calamari Fritte sattgegessen. Sehr gut.
Natürlich konnten wir den Tag nicht ohne einen Pasch ausklingen lassen und lieferten uns ein spannendes Match. Danach haben wir noch den milden Abend genossen – auch nach 21 Uhr hatte es noch fast 20 Grad draußen.

Samstag, 30. September 2017
Noch vor 8 Uhr waren wir schon putzmunter, bald darauf weckte starker Kaffee die letzten, müden Lebensgeister. Dazu haben wir den mitgebrachten Schoko-Kuchen gegessen – der ist in Wahrheit höchstens ein kulinarischer Kompromiss, selber kriegen wir so was weit besser hin. Aber es ist bedeutend weniger Arbeit, einen Kuchen aus dem Regal zu holen, als ihn selber zu backen… Wenigstens sättigt er ordentlich.
Das Wetter ist zwar warm, die Sonne lässt sich aber nur ganz selten blicken. Gar nicht so schlecht eigentlich, denn sonst hätte es wohl über 30 Grad gegeben und nicht die angenehmen 25 Grad, die wir heute als Höchsttemperatur gemessen haben. Und auf Sommerhitze sind wir nicht mehr wirklich eingestellt – daheim liegen die Frühtemperaturen seit einigen Tagen nur mehr im einstelligen Bereich und auf den Bergen rund um Innsbruck ist immer wieder frischer Schnee zu sehen.
Am Vormittag machen wir zunächst einen Pasch, später tippt Gernot am Laptop dann das Interview mit Luis ab. Das ist ganz gut geworden und mit Ilses Handy richten wir einen Hot-Spot ein und mailen das Interview raus zum Kesselberg. Damit ist die einzige Aufgabe dieses Wochenendes erledigt und wir legen uns für ein Stündchen aufs Ohr.
Danach marschieren wir den Weg zur Bundesstraße hinauf, denn Ilse will ein Foto vom „La Ca Kreisverkehr“ machen. Mit der Vespa sind wir die ansteigende Straße immer mit einem guten 60er raufgedüst, zu Fuß kommt uns der Weg ziemlich weit vor. Wurscht – Bewegung schadet nie.
Nach der kleinen Foto-Session sind wir dann zum Ufer des Gardasees hinunter spaziert und danach zurück ins WoMo. Dort haben wir dann Besuch von Campern aus Niederösterreich bekommen, das Paar hat uns gebeten, „Werkspionage“ an unserem Motorradträger betreiben zu dürfen. Sie haben auch einen Hymer, wenn auch keinen Hymer-Camp wie wir, sondern ein Hymermobil und sie möchten in Zukunft auch einen Roller auf ihren Reisen mitnehmen. Sie fotografieren unseren Träger aus allen Richtungen und bleiben noch auf Schwätzchen.
Danach haben wir uns wieder einen Pasch geliefert, das Wetter erlaubte uns das ohne Probleme im Freien.
Gernot hat sich dann noch einmal kurz hingelegt, später ist er dann von Ilse geweckt worden. Denn es gilt noch einen „Sonderauftrag“ zu erledigen – Pizza holen. Ilse möchte lieber im WoMo essen und Ilses Wünsche sind Gernot so etwas wie ein Befehl. Vor allem dann, wenn es sich mit so wenig Aufwand bewerkstelligen lässt…
Keine Viertelstunde später ist Gernot dann schon mit den Pizzen ins WoMo zurückgekehrt – die Hawaii für Ilse und Gernots Capricciosa waren noch derart heiß, dass wir sogar aufpassen mussten, uns nicht die Lippen zu verbrennen. Und sie waren beide ausgesprochen gut und günstig, wir haben keine 17 Euro dafür gezahlt.
Danach haben wir uns den Spaß gemacht zu eruieren, wie viele Nächte wir bereits im WoMo zugebracht haben. Ilse führt ja von Beginn an Aufzeichnungen darüber und wir haben eine gute Stunde lang alle Übernachtungen zusammengezählt. Zwar werden wir die Daten daheim noch einmal anhand unseres Blogs überprüfen, aber eines steht jetzt schon fest: wir haben in den vergangenen zehn Jahren über 400 Nächte im WoMo geschlafen, die ersten drei Jahre in Leih-Mobilen, später dann in unserer geliebten Schnecke. Also insgesamt mehr als ein ganzes Jahr lang. Und wir sind dabei fast 200 verschiedene Plätze angefahren. Geil! Und noch geiler ist, dass – wenn es nach uns geht – noch viele hundert Nächte auf unzähligen Plätzen dazukommen werden. Was für eine lässige Aussicht auf die Zukunft.
Später haben wir uns dann noch einen weiteren Pasch ausgespielt und gegen 23 Uhr sind wir leidlich müde ins Bett gekrochen. Übrigens – draußen hat mittlerweile Regen eingesetzt, das stört uns aber nicht im Geringsten.

Sonntag, 1. Oktober 2017
Nach einem feinen Frühstück haben wir unser WoMo wieder auf Fahrbetrieb umgestellt, längst reine Routine. Danach noch schnell eine herrliche Dusche und Abfahrt! Das Ausparken geht meist schneller, als das Einparken und noch vor 10 Uhr waren wir auf der Straße in Richtung Desenzano unterwegs.
 
Nervig war dann wieder einmal das Tanken in Italien – bei der ersten Tankstelle waren nur die Zapfsäulen mit Bedienung frei – da kostet der Liter aber fast 20 Cent mehr, als bei Selbstbedienung. Nachdem wir nicht bereit sind, 10 Euro dafür zu zahlen, dass ein Angestellter die Zapfpistole in unseren Tank hält, sind wir weitergefahren. Die nächste Tankstelle war ohne Personal und wieder einmal hat der Tankautomat unsere EC-Karten nicht akzeptiert. Also haben wir zwei 20-Euro-Scheine in den Automat gesteckt und konnten dann wenigstens diesen Betrag tanken. Wie gesagt – echt nervig, man muss wirklich darauf achten, dass man in Italien seinen Tank niemals leichtfertig leer fährt, denn dann besteht echt die Gefahr, dass man trocken liegen bleibt. Eine Alptraumvorstellung natürlich.
Mit einigermaßen vollem Tank sind wir dann hoffnungsvoll in Richtung Heimat gefahren, an einem Sonntag sollten wir keinerlei Verkehrsprobleme haben, zumal ja auch keine LKW unterwegs sein dürfen. Es sollte leider anders kommen.
Schon vor der Autobahnauffahrt bei Affi sind wir eine gute dreiviertel Stunde lang nur im Stopp-and-Go-Modus weitergekommen. Besonders ärgerlich ist bei Staus immer die Undiszipliniertheit anderer Autofahrer, denn jede Gelegenheit wird zum Kolonnenspringen genutzt und dabei kommt es immer wieder zu unnötigen Gefahrenmomenten. Natürlich wird auch in Kreisverkehren blitzartig auf die zweite Spur gewechselt und dann brutal dem anderen PKW rein geschnitten – Hauptsache, wieder drei Autos überholt. Wie gesagt, völlig idiotisch aber so ist es nun mal.
Endlich auf der Autobahn waren wir dann frohen Mutes, ab jetzt störungsfrei voranzukommen. Von wegen!
Rückblickend betrachtet wäre es am Klügsten gewesen, bei Bozen-Nord auf die Bundesstraße zu wechseln und dann bei Sterzing wieder auf die Autobahn aufzufahren. Aber – wir konnten uns einfach nicht vorstellen, dass es auch außerhalb der so genannten Urlauber-Schichtwechsel-Wochenenden zu einem Verkehrschaos kommen könnte. Und so wurden wir beinhart eines Besseren belehrt.
Lange Rede, kurzer Sinn: Unsere Rückfahrt vom Gardasee nach Innsbruck hat über 6 Stunden lang gedauert, eine Strapaze für unsere Nerven und unser Häuschen. Viel von unserer Erholung haben wir auf der Brennerautobahn liegen lassen müssen – noch schlimmer ist es jenen ergangen, die in Richtung Süden unterwegs waren. Denn von Sterzing bis weit hinter der Grenze zu Tirol war die Brennerautobahn ein einziger Parkplatz und auch für die paar Kilometer von Gossensass zum Brenner auf der Bundesstraße mussten eineinhalb Stunden Zeitverlust eingeplant werde. Und das OHNE eine einzige Baustelle – schlicht und ergreifend Überlastung.
Ziemlich geplättet sind wir dann in Innsbruck angekommen und wollten nur mehr nach Hause auf die gemütliche Couch. Somit ist ein an und für sich sehr lässiges Wochenende sehr stressig zu Ende gegangen, unsere guten Erinnerungen an die zwei Tage Gardasse vermochte das Verkehrschaos allerdings nur vorübergehend trüben. Vielleicht fahren wir heuer noch einmal weg – wir werden jedenfalls das Wetter in den kommenden Wochen genau im Auge behalten. Sollte sich ein Schönwetter-Fenster öffnen, dann sind wir schon wieder weg. Einmal geht’s noch… Mindestens.





Sonntag, 24. September 2017

73. WoMo-Fahrt "Dienstfahrt"

vom 23. September bis 24. September 2017
von Innsbruck-Kesselberg-Garmisch-Innsbruck
183km


Samstag, 23. September 2017
Unsere 72. WoMo Reise nannten wir „Einmal noch an den Kochelsee“ und eine Reise später gilt dieser Titel schon gar nicht mehr, denn wir fahren tatsächlich noch einmal zum Campingplatz Kesselberg zu Luis und Gitti. Dienstlich sozusagen.
Es hat sich nämlich ergeben, dass Gernot den Luis interviewen wird, für eine Südtiroler Zeitschrift. Die nennt sich „Südtiroler in der Welt“ und befasst sich mit ausgewanderten Landsleuten. Da gehört der Luis natürlich dazu und er hat diese Zeitschrift abonniert. Vor geraumer Zeit fragte Luis an, ob Gernot – mit seinen Connections als Journalist – eventuell ein Portrait über ihn als ausgewanderter Südtiroler einfädeln könne. Also hat Gernot mit der Redaktion in Bozen Kontakt aufgenommen und ein paar Tage später dann grünes Licht für ein Interview bekommen. Jetzt könnte man das Gespräch auch via E-Mail, WhatsApp oder – ganz Old School – auch per Telefon führen. Aber – warum nicht das Nützliche mit dem Angenehmen verbinden? Eben – und so haben wir am Samstag ein paar Kleinigkeiten zusammengepackt und sind mit unserem WoMo raus zum Kesselberg.
Für die Strecke brauchen wir etwas mehr als eine Stunde, der Verkehr war zwar stark, hat uns aber nicht aufgehalten. Das Wetter war durchaus schön, Sonnenschein und Temperaturen von gut 20 Grad. Ohne irgendwelche Zwischenfälle sind wir dann bei Luis und Gitti eingetroffen, haben uns auf den erstbesten Platz gestellt und 5 Minuten später sind wir schon im Restaurant gesessen. Zu unserer Überraschung wird Luis heute noch einmal grillen, ein Hendl und eine Haxe hat er für uns bereit eingeplant. Er freut sich sehr darüber, dass er für die „Südtiroler in der Welt“ interviewt wird und dass sein Portrait in der Zeitung erscheint. Zu Mittag ist schon sehr viel los in der Gaststube, also verlegen wir unser Gespräch auf später. Passt.
Wir essen eine Kleinigkeit, Ilse lässt sich Weißwürste schmecken, Gernot greift zum wiederholten Male zum gebackenen Seelachs. Wieder sehr gut, wie immer.
Nach einem ersten Pasch am Kochelsee haben wir uns dann ein wenig niedergelegt – der Begriff „ein wenig“ passt perfekt dafür. Denn keine halbe Stunde später klingelte das Telefon – Luis hätte jetzt Zeit. Na dann – rauf in den Gastgarten.
Nach einer dreiviertel Stunde hat Gernot genügend Interessantes aus dem Leben von Luis aufgeschrieben, um daraus ein fesches Interview zu machen. Ilse hat viele Fotos geschossen, später kommt für einige Bilder noch Gitti dazu – es sind wirklich sehr nette Aufnahmen geworden. Kommende Woche wird dann Gernot das Ergebnis nach Bozen mailen und in eine der nächsten Ausgaben wird dann der Luis aus dem Blatt lachen. Sehr lässig. Übrigens – Gernot hat von der Redaktion kein Honorar verlangt, das ist ein reiner Freundschaftsdienst am Luis. Der hat sich dann gleich erkenntlich gezeigt und uns auf unseren Aufenthalt hier eingeladen – Stellplatz gratis, Hendl und Haxe ebenfalls. Jo hoi! Danke Luis, Danke Gitti!
Nach dem Interview sind wir dann ins WoMo zurück und haben uns noch einen Pasch ausgespielt. Und dann haben wir Besuch vom Gustl bekommen, dem schönen schwarz-.weißen Platzkater vom Kesselberg. Der ist uns gegenüber schon lange nicht mehr schüchtern und ohne Umschweife ist er in unser WoMo hereinspaziert. Wie gut, dass wir immer einen Vorrat an Katzenfutter mit an Bord haben – das verbindet! Gustl hat die angebotene Packung „Knuspertaschen“ auf einen Satz leergefressen und sich danach einen gemütlichen Platz für das Verdauungs-Schläfchen gesucht. Zuerst hat er sich überhaupt auf Ilses Kuscheldecke niedergelassen – die hat ihn dann samt Decke auf das Bett übersiedelt. Sofort ist der Kater weggedöst und hat sich auch vom Klappern der Pasch-Würfel nicht stören lassen. Sehr süß!
Ziemlich genau um 18 Uhr 30 waren wir dann mit unserem Spiel fertig und sind pünktlich zum Abendessen geschritten. Die Gaststube war rammel-voll, wir haben uns sogar auf einen bereits besetzten Tisch dazusetzen müssen. Kein Problem natürlich, mit unseren Tischnachbarn sind wir gleich ins Gespräch gekommen – bis dann halt das Essen zu Tisch gebracht worden ist. Ab diesem Moment war dann nur noch das Klappern des Bestecks zu hören, unterbrochen höchstens von einem leisen: „Mmmhh!“, „Unglaublich guat!“ oder „Köstlichst!“ Luis hat sich mal wieder selber übertroffen, er ist ein wahrer Grillmeister.
Mit vollem Bauch sind wir danach in unser WoMo zurück und haben uns noch ein Gute-Nacht-Match am Pasch-Ring geliefert. Draußen ist es empfindlich kühl geworden, wir messen um 22 Uhr keine 12 Grad mehr, unser kleiner Elektro-Ofen leistet uns gute Dienste.
In der Nacht hat es dann teilweise heftig geregnet, so richtig brutal kalt ist es aber dann doch nicht geworden. Gefroren hat natürlich keiner von uns, wir haben jede Menge Decken mit dabei.

Sonntag, 24. September 2017
Was für eine feine Nacht – so fein, dass wir erst knapp vor 9 Uhr aufwachen. Schnell ist mit dem Heizlüfter eine angenehme Temperatur im WoMo angerichtet und wir gehen frühstücken. Wir bleiben eine gute Stunde lang sitzen, genießen Butter, Marmelade, Käse, Schinken, Salami und weichgekochte Eier – dazu trinken wir Unmengen Kaffee, bestellen sogar noch eine Kanne nach.
Dann stöpseln wir den Strom ab und verabschieden uns von unseren Freunden. Ende Oktober treffen wir uns beim Törggelen in Südtirol wieder und alle freuen sich schon drauf.
Wir werden heute nicht den üblichen Heimweg über den Kesselberg nehmen, sondern vorher noch nach Garmisch fahren. Dort kennen wir einen VW-Händler und wir wollen schauen, ob der einen günstigen Bus oder Camper anzubieten hat. Nadja und Christian fahren ja nächstes Jahr nach Kanada, den USA und Südamerika und wollen dort mit einem eigenen Auto unterwegs sein.
Die Fahrt führt uns zuerst nach Murnau, dort fahren wir für ein paar Kilometer auf die Autobahn, anschließend bringt uns die Bundesstraße nach Garmisch. Der Verkehr aus der Gegenrichtung ist gigantisch, im Prinzip herrscht die ganze Fahrt über Kolonnenverkehr, letztlich bis zurück zur Inntalautobahn (!). Wir haben es gemütlicher und rollen mit einem 80er dahin.
In Garmisch parken wir uns dann beim VW-Händler ein – er hat wirklich ein paar sehr gute Angebote ausgestellt – darunter ein echtes Schnäppchen. Einen blauen VW-Bus, Baujahr Juni 2013, 80.000 km, um 16.850 Euro. Zwar kein Camper, aber mit voll isoliertem Innenraum, Fenster in der Schiebetür und in der Heckklappe. Die Leasing-Bedingungen sind durchaus annehmbar – 4.000 Euro Anzahlung, 54 x 199 Euro und abschließend noch 3.500 Euro Restzahlung. Rechnet man dann noch die in Österreich fällige NOVA dazu (13 Prozent) dann wäre das eine leistbare Option. Aber – Google sagte uns später, dass Österreicher in Deutschland kein Fahrzeug leasen dürfen, welches dann in Österreich angemeldet wird. Schade – müssen wir alle gemeinsam weitersuchen…
Genau gegenüber vom VW-Händler hat dann ein MC-Donalds-Restaurant ein spontanes, kleines Hungergefühl bei uns ausgelöst – Werbung wirkt! Doch beim Eintritt sahen wir schon das große Selbstbedienungs-Paneel und kehrten auf den Absätzen um. Wir werden uns auch in Zukunft die Burger nicht selber zusammenstellen und uns dann mit einer Nummer in eine lange Warteschlange einreihen. Entweder Bedienung am Kassenpult oder gar nicht. Wir müssen nicht jeden Scheiß mitmachen und können auch ohne das Essen von McDonalds problemlos weiterexistieren.
Die Heimfahrt nach Innsbruck ist dann eine sehr gemütliche gewesen, auch den Zirlerberg hat unsere Schnecke anstandslos bewältigt. Obwohl es hinunter um einiges anstrengender und mühsamer ist, als hinauf. Vor allem für Gernot, der die Temperatur der Bremsen gut im Auge haben muss, denn das Gefälle ist mit 16 Prozent wirklich grenzwertig.
In Innsbruck war unser Häuschen dann schnell in seiner Garage verstaut, wir mussten ja nur den Pasch und ein paar wenige Kleidungsstücke mitnehmen. Die übrig gebliebenen Bier-Dosen bleiben gleich im WoMo – einmal wollen wir ja noch weg, an den Gardassee. Wenn alles passt… 



Sonntag, 10. September 2017

72. WoMo-Fahrt "einmal noch Kesselberg"

vom 9. September bis 10. September 2017
von Innsbruck-Kesselberg-Innsbruck
152km


Samstag, 9. September 2017
Langsam aber sicher neigt sich unsere 10. WoMo-Saison ihrem Ende zu, noch ist Schneckchen aber nicht endgültig für den Winter garagiert. Weil wir Lust auf eine knusprige Haxe haben und unsere Freunde Luis und Gitti wiedersehen möchten, machen wir uns auf zum Kochelsee.
Die Vespa bleibt diesmal daheim, wir werden wenig bis gar nichts unternehmen und uns nur verwöhnen lassen. So ist der Plan. Bereits am Freitag haben wir ein paar Getränke eingekauft, der Rest ist sowieso noch im Wohnmobil. Im Prinzip müssen wir nur die Kennzeichen vom Ford Fiesta auf unser WoMo montieren und sind dann schon abfahrbereit.
Gegen 10 Uhr sind wir dann auf die Autobahn aufgefahren, unsere 2-Monats-Vignette gilt ja noch. Es herrscht schon ordentlicher Rückreiseverkehr, jetzt gehen ja endgültig auch die letzten Sommerferien zu Ende. Wir kommen aber gut voran, den Zirlerberg meistert unser Häuschen ohne Pause und gemütlich rollen wir nach Krün hinaus. Dort bleiben wir kurz bei ALDI stehen und kaufen ein paar Kleinigkeiten für daheim.
Von Krün an den Kochelsee ist es dann nur mehr ein Katzensprung, den Kesselberg spürt unser WoMo nicht einmal richtig, die Temperaturanzeige bewegt sich keinen Millimeter vorwärts. 
Gut so.
Weit vor Mittag fahren wir bei Luis und Gitti vor, wir werden herzlich begrüßt und suchen uns zwanglos unseren Platz. Die Saison ist auch hier am Campingplatz Kesselberg bald vorbei, das merken wir allein schon daran, das Luis heute nicht seinen Grill anwerfen wird, denn bei so wenigen Gästen rentiert sich das nicht wirklich. Schade und wurscht gleichzeitig – die Speisekarte gibt auch so noch einiges her.
Wir schreiten dann bald einmal zum Mittagstisch und essen hervorragend wie immer. Gernot gibt dem Tafelspitz in der Kren-Sauce den Vorzug, Ilse entscheidet sich für die „Fleisch-Pflanzerl“, wie die Faschierten Laibchen bzw. die Buletten in Bayern genannt werden. Wirklich ein gutes Essen.
Dermaßen gestärkt haben wir dann im WoMo einen Pasch auf den Teller geklopft und bald einmal im Laufe des Nachmittages hat es dann zu regnen begonnen. Das überraschte uns aber gar nicht, denn schließlich können wir Wetterberichte lesen und die prognostizierten den Kaltwettereinbruch punktgenau. Zum Sonnenbaden sind wir ja eh nicht hergekommen, also machen wir es uns im Häuschen herinnen gemütlich.
Später haben wir uns dann ein wenig aufs Ohr gelegt und danach im Radio die Deutsche Fußball Bundesliga verfolgt. Noch ein schnelles Päschchen und dann war eh schon wieder Zeit fürs Abendessen. Ilses kleiner Hunger hat sich dann mit einer Eierspeise mit Schinken zufrieden gegeben, für Gernot bedurfte es dafür den überaus schmackhaften Seelachs in der Kartoffelpanade plus Kartoffelsalat. Super gut.
Später ist dann Sohn Bene gekommen, der Arme hat vor kurzem sein geliebtes Motorrad in einen Totalschaden verwandelt – ausgerechnet bei uns in Tirol. Dabei hat er bei seinem Sturz noch großes Glück gehabt, denn er ist mit ein paar Prellungen davon gekommen. Aber wie sagte weiland schon die Tante Jolesch so treffend: „Gott bewahre uns vor allem, was noch ein Glück ist!“ Dem ist nichts hinzuzufügen…
Übrigens wird Bene heuer nicht mit zum Törggelen nach Südtirol kommen, dafür haben wir mit Luis und Gitti jetzt den Termin dafür endgültig fixieren können. Später haben wir dann gleich noch am Tommele-Hof angerufen und uns fürs Töreggelen und Übernachten angemeldet. Neben den Perkmanns und uns zweien kommen noch Nadja und Christian mit und heuer wird auch der liebe Steve mit von der Partie sein. Denn dem schenken wir das Törggelen zum 30er, den wir kommendes Wochenende gebührend feiern werden.
Nach dem Abendessen haben wir uns dann noch einen weiteren Pasch ausgespielt und bei angenehmen Temperaturen (Danke Heizung!) eine feine Zeit verbracht. Der Regen hat nicht mehr aufgehört, draußen messen wir keine 14 Grad mehr, heute wird es wohl eine besonders frische Nacht geben. Völlig wurscht – wir haben zusätzlich zu den Federbetten noch unsere Kuscheldecken mit an Bord – es kann uns also nicht einmal theoretisch zu kalt werden. Fein…

Sonntag, 10. September 2017
Als Gernot kurz nach 8 Uhr die Augen öffnete, war es im WoMo schon wohlig warm. Ilse war schon eine halbe Stunde vorher aufgewacht und hatte bereits die Heizung auf Volllast gestellt – inklusive Gebläse. Sehr fein.
Wie immer sind wir dann ins Restaurant zum Frühstück geschritten und haben uns damit einen perfekten Start in den Tag gegönnt. Sicher länger als eine Stunde sind wir zusammengesessen und haben uns mit Gitti und Luis unterhalten. Und wir haben natürlich auch geblödelt. So hat Gernot, nur um einen anderen Gast zu verdutzen, zu Luis gesagt: „Geh Luis, sei so nett und schick mir dann deine Thailändische Masseuse zu mir ins WoMo, ich hab‘s ein bisserl mit den Kreuz.“ Und der Luis antwortete spontan: „Das geht leider nicht, die hat’s selber mit dem Kreuz…“ Der Gast hat’s ja überhaupt nimmer geglaubt…
Nach dem guten Kaffee und der Butter-Semmel-Wurst-Schinken-Käse Kombi sind wir dann zurück ins WoMo und haben uns einen Vormittagspasch ausgespielt. Die Kälte im Inneren haben wir mit unserem Elektro-Ofen vertrieben – den führen wir schon lange mit und ab und zu darf er zum Einsatz kommen. Wir müssen ihn aber stets auf Sparflamme halten, denn auf Höchststufe würde er unser WoMo innerhalb kürzester Zeit auf jenseits der 30 Grad Marke aufheizen.
So ist es dann langsam Mittag geworden und wir haben uns für den Aufbruch vorbereitet. Das ging natürlich wie immer ruck-zuck und nach ein paar Minuten konnten wir schon zur allgemeinen Verabschiedung schreiten. Küche-Fee Elisabetha werden wir erst kommendes Jahr wiedersehen, Luis und Gitti ja schon in fünf Wochen in Südtirol.
Die Heimfahrt nach Innsbruck ist ja schon längst Routine, wir fahren die Strecke nun schon zum 30. Mal, wenn nicht noch öfter. Einziges Kriterium ist eh nur der Zirlerberg und weil heute ziemlicher Verkehr geherrscht hat, sind wir vor der Ortsdurchfahrt von Leithen stehen geblieben und haben ein verkehrsarmes Fenster abgewartet. Denn die steile Strecke lässt sich dann am besten meistern, wenn wir unser eigenes Tempo fahren können, einen Vielbremser können wir da überhaupt nicht brauchen. Sonst werden unsere Bremsen zu heiß und das kann schnell gefährlich werden.
Die letzten Kilometer zurück nach Innsbruck führen dann wieder über die Inntal-Autobahn und um ca. 13 Uhr 30 parkten wir vor unserem Haus ein.
Lässig war es wieder am Campingplatz Kesselberg, wir wissen schon, warum wir immer wieder so gerne da raus fahren. Sich mit Freunden treffen und sich rundherum kulinarisch verwöhnen lassen – was kann es viel Schöneres geben?
Übrigens – die diesjährige WoMo-Saison ist für uns immer noch nicht beendet, mindestens einmal werden wir heuer noch wegfahren. Und zwar an den schönen Gardasee – wahrscheinlich übernächstes Wochenende. Wenn das Wetter halbwegs passt – mal schauen, wir sind allerdings guten Mutes. Der „goldene Herbst“ kann ruhig kommen.