GErnot und ILse

GErnot und ILse

Montag, 1. Januar 2007

unser Häuschen




Zwischendurch-Aktualisierung von „Unser Häuschen“


Mittlerweile – Stand April 2018 – hat unser braves WoMo seine 202.000 Kilometer weg und alleine in diesem Jahr werden wieder gut 10.000 dazukommen. Unser WoMo präsentiert sich mit seinen 28 Jahren in ausgezeichnetem Zustand und es hat uns in den vergangenen Jahren kein einziges Mal im Stich gelassen – wir hatten nicht einmal eine Reifenpanne. Damit wir noch möglichst lange eine Freude mit unserem Schneckchen haben, zeigen wir uns nicht knausrig, wenn es um die Erhaltungs- bzw. Instandsetzungs-Kosten geht. Motorisch ist unser Häuschen tip-top beisammen, obwohl die Maschine – wie gesagt – schon über 202.000 Kilometer drauf hat. Der Turbo-Diesel zieht uns mit seinen 82 PS überall hinauf wo wir hinwollen und im Normalfall verbrauchen wir haarscharf über oder knapp unter 10 Liter Treibstoff auf 100 Kilometer. Rost zeigt sich am ganzen WoMo nirgendwo, mit Ausnahme auf den Blattfedern, aber da ist leichter Flug-Rost etwas völlig Normales – ein Camper hat einmal gemeint, die schauen schon bei der Auslieferung so aus. Zuletzt haben wir uns den Holzboden richten lassen, das war ziemlich aufwändig, aber jetzt hält der noch einige Jahre. Zahnriemen ist neu, Kupplung ist praktisch neu, die komplette Beleuchtung ist neu verkabelt und und und. Wir haben also schon einige Tausend Euro in unser liebstes Hobby investiert und keinen einzigen Cent davon jemals bereut. Wir haben das Glück, dass wir mit der Fachwerkstätte Fuchs in Itter und vor allem mit Chefmechaniker Karli genau jene Top-Profis gefunden haben, die für den möglichst langen Erhalt unseres Wohnmobils so wichtig sind. Karli repariert solche WoMos wie unseres schon sein ganzes Mechaniker-Leben lang, er kennt den Fiat Ducato in- und auswendig und ist auch bestens vertraut mit den verschiedensten Aufbauten. Er hat auch den mürbe gewordenen Holzboden wieder stabilisieren können, eine Aufgabe, bei der uns vorher gleich mehrere Werkstätten abgewinkt hatten („Das rentiert sich doch nicht mehr bei so einem alten WoMo! oder „Das kostet sicher über 10.000 Euro, ich mach es aber trotzdem nicht“).

Die gute Fürsorge und Pflege dankt uns unser alter Nasenbär mit treuer Zuverlässigkeit und wir hoffen sehr, dass er uns noch möglichst lange erhalten bleibt.


Mittlerweile sind wir bereits seit März 2010 Besitzer eines ausgewachsenen Wohnmobils und es ist an der Zeit zu erzählen, wie unser Häuschen den Weg zu uns gefunden hat. Vorweg – wir haben beide bis vor wenigen Jahren keine Ahnung davon gehabt, dass wir die geborenen Camper sind. 
Es war 2007, als wir durch Zufall das erste Mal vom Festival „Zappanale“ hörten, welches alljährlich in Bad Doberan abgehalten wird. Bad Doberan ist ein nettes, kleines Städtchen in Mecklenburg-Vorpommern und weil es so nett und klein ist, verfügt man dort nur über eine bescheidene Anzahl an Gästebetten. Zum Festival zu Ehren Frank Zappa kommen aber Tausende Besucher, die örtliche Hotellerie ist aber schon durch die auftretenden Musiker ausgebucht. Also Campen. Nun sind wir aber beide aus dem Alter raus, in dem man abends gerne in ein kleines Zelt kriecht und die Nacht buchstäblich hautnah mit Mutter Erde teilt. „Dann mietet euch doch ein Wohnmobil“ lautete der gute Tipp des Veranstalters und so gondelten wir im Juli 2007 die gut 1.100 km nach Bad Doberan. Unser Leihmobil war ein gut erhaltener Ford Transit, ein Alkhoven-Modell.
Auslieferung in Wörgl/Tirol am 6.März 1990

Wir hatten zu Beginn so was von keinerlei Ahnung vom Wohnmobil-Campen, dass wir es sogar geschafft haben, den Stromstecker falsch am Häuschen anzubringen. Aber schnell war ein anderer Camper hilfreich zur Stelle – und somit lernten wir bereits am ersten Tag eine wichtige Grundregel des Campens kennen: Man hilft sich immer und überall gerne und selbstverständlich.

Wir haben uns dann aber überaus rasch mit dem Wohnmobil-Campen angefreundet und das Jahr darauf haben wir uns erneut einen Ford gemietet und sind damit über 3.000 km durch Belgien, Holland und Deutschland gefahren und zuletzt wieder beim Zappa-Festival in Meck.-Pomm. gelandet. Und im Jahr 2009 wieder – drei Wochen lang Wohnmobil gemietet und ab

in den Urlaub – wieder mit dem Finale der „Zappanale“ in Bad Doberan.

Nun kostet die Miete eines Wohnmobiles nicht gerade ein Vermögen, billig ist die Sache aber auch nicht. So knapp 2.500 Euro haben wir jedes Jahr allein für die drei Wochen Leihgebühr ausgelegt – da würde sich doch auch ein eigenes WoMo rentieren?

Wir haben lange gesucht und sind sogar einmal umsonst ins Salzburgerische Mittersill gefahren, um uns ein WoMo anzuschauen. Schließlich haben wir per Zeitungsinserat unser Häuschen gefunden und sind mit den Vorbesitzern sehr schnell handelseins geworden und seit März 2010 gehört das es uns.



Das Wohnmobil ist ein Fiat Ducato Alkhoven-Modell mit Hymer-Ausbau und nennt sich Camp 56. Es ist gut 5 Meter 60 lang und fast genau drei Meter hoch. Das Eigengewicht beträgt 2.120 kg, 680 zusätzliche Kilogramm dürfen mit an Bord, angetrieben wird das WoMo von einem 90 PS Turbodiesel. Der Kaufpreis 6.500 Euro für das 20 Jahre alte Fahrzeug war voll in Ordnung, sein wahrer Zustand hingegen nicht. Obwohl von den Vorbesitzern hoch und heilig versprochen, war das WoMo nicht dicht, wahrlich nicht. Drei von vier Dachluken mussten ausgetauscht und der Dachbereich aufwändig trockengelegt werden. Die mehr als 2.000 Euro an Reparaturkosten haben sich jedenfalls rentiert, denn auch tagelanger Dauerregen kann unserem Häuschen nun nichts mehr anhaben.

Unsere erste größere Fahrt brachte uns für einige Tage in die Toskana, den traumhaften Urlaub trübte nur die Tatsache, dass sich unser Wohnmobil drastisch untermotorisiert zeigte. Auch bei leichten Steigungen auf der Autobahn musste teilweise auf den dritten Gang zurückgeschalten und mit 50 km/h dahingekrochen werden. Ein Alptraum auch das Überholen von LKW – bei maximal 90 km/h Topspeed sind wir nicht nur einmal neben einem Sattelzug oder Tanklaster „verhungert“ und mussten uns wieder hinten einreihen. Also absolut kein Fahrspaß und sicher nicht gut für den Motor, stets unter Volllast arbeiten zu müssen.

Bei der alljährlichen Überprüfung für den TÜV stellte sich dann heraus, dass unser Motor nur mehr aus reinem, gutem Willen funktioniert hat. Kopfdichtung kaputt, Zylinderkopf eingerissen, Zylinderkammern teilweise zerbröselt, Turbolader defekt, Kühler im Eimer, komplette Auspuffanlage inklusive Krümmer durchgerostet, Leitungen defekt und, und, und. Eine Horror-Diagnose. Wir wollten aber unser WoMo nicht zum Schlachter bringen, verkaufen hätten wir es in diesem Zustand jedenfalls nicht mehr können. Außer vielleicht als „Bastler-Schnäppchen“. Also haben wir unser Wohnmobil in einer Fachwerkstätte generalüberholen lassen und fast noch einmal den ursprünglichen Kaufpreis dafür aufgewendet.

Jetzt macht das Fahren damit richtig Spaß, kein LKW muss mehr gefürchtet werden. Das Überholen ist nun ein Kinderspiel, auf der Geraden ist unser WoMo jetzt gute 120 km/h schnell, das reicht natürlich locker, um an allen Lastwagen zügig vorbeizuziehen.

Bei einem inzwischen über 23 Jahre alten Fahrzeug ist natürlich immer mal wieder was zu reparieren, zuletzt haben wir uns einen „Hup-Knopf“ installieren lassen, denn ein verflixter Masse-Kurzschluss hat unser Häuschen immer wieder selbstständig „Laut geben“ lassen. Mittlerweile (Stand Juli 2013) zeigt der Tacho einen Kilometerstand von 163.000 und wir wünschen uns, dass wir noch einige Zehntausend Kilometer mit unserem geliebten Häuschen abspulen werden. Wenn möglich problemlos, versteht sich.





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